Zwischen Brexit und Regeln

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Auf der KPMG Investmentfonds-Konferenz ging es um die Veränderungen der Industrie


Wie geht es weiter mit den Fonds? Diese Frage stellt sich die Industrie, die in Luxemburg den Finanzplatz dominiert. Vor allem das Thema Brexit sowie zahlreiche Regeln beschäftigen die Branche. Gestern fand im Museum für moderne Kunst die traditionelle deutschsprachige Konferenz der Wirtschaftsprüfer- und Steuerberaterkanzlei KPMG statt. Im Mittelpunkt standen Fonds, neue Regeln und der Brexit. „Den Fondsmarkt treibt das Niedrigzinsumfeld“, zeigte sich Philippe Meyer, Managing Partner von KPMG, überzeugt.

Immer wieder Brexit

KPMG-Partner Charles Muller ging in seiner Einführung auf das Thema Brexit ein. „Es ist gar nicht mehr so sicher, dass es zum Brexit kommt“, sagte er unter Verweis auf die Mehrheitsverhältnisse im britischen Parlament, in dem 150 Befürworter 314 Brexit-Gegnern gegenüber säßen. Muller zeigte sich generell besorgt vom Ergebnis des Brexit und der US-Wahlen, weil er ähnlich Ergebnisse für anstehende Wahlen in Deutschland, Frankreich und Österreich befürchtet. Die Haltung, dass man alleine besser klar komme, stelle Fragen danach, wer mit dem Pass Fonds noch verkaufen oder auflegen könne. „Es stellt aber auch die Frage nach der Umsetzung eines Brexit überhaupt - und wenn ja, wie?“

Laut dem Experten ist zwar noch nicht viel bekannt geworden, aber alle Asset Management Unternehmen würden sich umschauen. „Es gibt viel mehr Interesse als noch vor zwei Jahren.“ Bei reinen Asset Management-Unternehmen habe Luxemburg gute Argumente. Anders verhalte es sich, wenn es auch ein Bankengeschäft gebe, da sei Irland ein harter Konkurrent. „Die Unternehmen fragen oft: Wie viel Substanz muss ich mitbringen?“ Über solche Fragen entscheidet aber die Finanzaufsicht CSSF

„Wir haben Anfragen“, bestätigte Jean-Marc Goy, der bei der CSSF Berater für internationale Angelegenheiten ist. „Erste Kontakte zu Briten gibt es schon.“ Er verwies auf die internationalen Entwicklungen, die Luxemburg betreffen, besonders seitens der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde, der ESMA (European Securities and Markets Authority). Dort wehe ein neuer Wind, seit der alte Direktor Gareth Murphy durch Cyril Roux ersetzt worden sei. „Roux trifft jetzt Entscheidungen, auch wenn es Gegenstimmen gibt. Er lässt vieles abstimmen“, berichtete Goy. „Allein vergangene Woche wurde über zwei Dokumente entschieden.“ Die eine beträfe Investments in Umbrella-Fonds, die nun auf Basis von Subfonds verabschiedet werden müssten, die andere die Richtlinie „Alternative Investment Fund Managers Directive“ (AIFMD), die Manager von alternativen Investmentfonds reguliert. Sie betrifft alle Manager Offene Investmentfonds und Geschlossene Fonds, die nicht bereits durch die OGAW-Richtlinie reguliert sind. „Die Verantwortung für Aktivitäten wie Marketing oder Veröffentlichungen liegt künftig bei den Fonds“, gab Goy bekannt. Anstehende Themen seien außerdem die Funktionsweise des Passes für Fonds, dessen Inhalt, die Segregation von Assets und die Anteilsklassen. Während des Diskussionspanels erklärte Marcus Mecklenburg, Leiter Recht beim „Bundesverband Investment und Asset Management“ (BVI), dass Themen wie UCITS und AIFMD die Branche derzeit spalten würden. „Wir sind noch weit von einer idealen Welt entfernt.“

Gefahr verschiedener Regeln in jedem Land

Maria Löwenbrück, geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied bei der Union Investment Luxemburg, forderte den gut besetzen Saal auf, beim Thema „Markets in Financial Instruments Directive II“ (MIFID II) aktiv zu werden. „Die Konsultationen laufen noch bis zum fünften Januar.“ Ihre Sorge: „Die Anforderungen der ESMA sind so breit, dass wir Gefahr laufen, dass jedes Land seine eigenen Regeln erlassen wird.“

Die Konferenz klang mit einem Cocktail und Führungen durch die aktuelle Wim Delvoye-Ausstellung aus. Viele Teilnehmer begrüßten, dass sie auf Deutsch stattfand. Das ist nicht zuletzt dem ehemaligen KPMG-Partner Walter Koob zu verdanken, der sich dafür eingesetzt hatte.

 

Source

Letzebuerger Journal (Cordelia Chaton)

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