Die jährliche Investmentfonds-Konferenz feiert ihr 10-jähriges Jubiläum

10 Jahre KPMG Investmentfonds-Konferenz

Am 15. November 2016 fand die 10. Auflage der traditionsreichen KPMG Investmentfonds-Konferenz statt. Philippe Meyer, Managing Partner von KPMG Luxembourg, eröffnete die Veranstaltung in den Räumlichkeiten des MUDAM (Musée d‘Art Moderne) in Luxembourg. Wie in jedem Jahr ließen Vertreter der deutschsprachigen Fondsindustrie das Jahr 2016 Revue passieren und stimmten sich auf ein ereignisreiches Jahr 2017 ein.

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Am 15. November 2016 fand die 10. Auflage der traditionsreichen KPMG Investmentfonds-Konferenz statt. Philippe Meyer, Managing Partner von KPMG Luxembourg, eröffnete die Veranstaltung in den Räumlichkeiten des MUDAM (Musée d‘Art Moderne) in Luxembourg. Wie in jedem Jahr ließen Vertreter der deutschsprachigen Fondsindustrie das Jahr 2016 Revue passieren und stimmten sich auf ein ereignisreiches Jahr 2017 ein.

Brexit: Luxemburgische Staatsbürgerschaft als Option?

Im Fokus stand ein wesentliches Ereignis des Jahres 2016: der Brexit. Charles Muller, Partner von KPMG Luxembourg, versorgte die Teilnehmer mit einer tiefgreifenden Analyse und lieferte eine spannende Einschätzung zu potentiellen Auswirkungen auf den luxemburgischen Fondsstandort. Dabei stellte er verschiedene Szenarien aus der Praxis vor. Sind bereits bestehende Modelle der EU mit Staaten wie Norwegen, der Schweiz oder der Türkei auch für Großbritannien anwendbar? Nach Einschätzung von Charles Muller würde nur ein kompletter Austritt der Briten sowohl aus der EU als auch aus dem europäischen Wirtschaftsraum eine klare Verhandlungsbasis für einen Neuanfang schaffen und Großbritannien von allen bestehenden Verpflichtungen befreien.

Weiter diskutierte Charles Muller die vier europäischen Grundfreiheiten. Eine der Kernfragen ist und bleibt die Arbeitnehmerfreizügigkeit. Hier brachte er eine interessante Option ins Spiel: den Zugang zum europäischen Binnenmarkt durch die luxemburgische Staatsbürgerschaft? Die Zukunft wird zeigen, ob und wer von der Brexit-Entscheidung profitieren wird.

Herausforderungen für das Jahr 2017: Regulatorische Hürden und erhöhte Konkurrenz

Der gelungenen Vorstellung von Charles Muller folgte eine Panel-Diskussion, die von Valeria Merkel, Associate Partner von KPMG Luxembourg, moderiert wurde.

Die hochkarätige Besetzung des Panels durch Maria Löwenbrück, Geschäftsführende Verwaltungsrätin von Union Investment Luxembourg S.A., Gilbert Schintgen, Geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied der UBS Fund Management (Luxemburg) S.A., Jean-Marc Goy, Counsel for International Affairs der CSSF sowie Marcus Mecklenburg, Leiter Recht des BVI sorgte für eine lebhafte Diskussionsrunde. Die Fondsindustrie verspürt derzeit steigende Anforderungen durch erhöhte Regulierung sowie durch makroökonomische und sozio-politische Veränderungen. Entsprechend wurden Themen wie die Verschiebung von PRIIPs, die Umsetzung von MiFID II oder die Weiterentwicklung der AIFMD (AIFMD II) ebenso diskutiert wie die wachsende Konkurrenz durch neue Geschäftsmodelle.

Frau Löwenbrück erläuterte zu der bevorstehenden Umsetzung von MiFID II, dass nach wie vor die Zielmarktdefinition seitens der ESMA nicht ausreichend spezifiziert sei und verdeutlichte, dass anhand grenzüberschreitend einheitlicher Kriterien eine klare Definition benötigt wird. Darüber hinaus sei es ebenfalls dringend erforderlich, die unterschiedlichen Anforderungen zwischen einfachen und komplexen Produkten klarer zu beschreiben, da bei einfachen Produkten eine geringere Detailtiefe erforderlich ist.

Auch das Niedrigzinsumfeld bleibt ein Dauerthema. Herr Schintgen machte deutlich, dass hierdurch bestehende Investitionsmodelle in Frage gestellt werden und vermehrt im alternativen Bereich investiert wird, mit der Zielsetzung die Renditen, vor allem im Versicherungs- und Pensionsbereich, auf einem vertretbaren Niveau zu halten. In dem dezeitigen Umfeld müssen Vermögensverwalter sich auf ihre inhärenten Stärken besinnen um innovative Produkte zu entwickeln, welche die Bedürfnisse der Kunden abdecken – ohne dabei Risikoaspekte zu vernachlässigen.

Als Vertreter des deutschen Fondsstandortes gab Herr Mecklenburg eine Einschätzung zur kürzlich bekanntgegebenen Verschiebung von PRIIPs und ging in diesem Zusammenhang auch auf die Kostentransparenz von Investmentfonds ein. Das Thema Kreditfonds wurde ebenfalls beleuchtet. Hier wurden die bestehenden Unterschiede in der Regulierung zwischen Deutschland und Luxemburg angesprochen.

Herr Goy betonte, dass, im Sinne der Interessen der Anleger, die Offenlegungsregeln, der richtige Umgang mit den Risiken der verschiedenen Investmentfondskategorien sowie die Transparenz im Vordergrund stehen müssen.

Mit großem Interesse aller Teilnehmer wurde schließlich das Thema Digitalisierung und deren enorme Wichtigkeit für die Industrie diskutiert. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Fondsindustrie den Trend zur Digitalisierung sehr ernst nehmen muss, da er einschneidende Veränderungen der gesamten Wertschöpfungskette mit sich bringt und aktuelle Geschäftsmodelle stark verändern wird. Hier sei die Anpassungsfähigkeit ein Überlebenskriterium.

Am Beispiel von Robo-Advice verdeutlichte Frau Löwenbrück, dass auch ein etablierter Marktteilnehmer wie die Union Investment Luxembourg S.A. das Thema ernst nimmt. Die Union Investment setzt mit ihrem „Visualvest“ auf Kunden, die 18 bis 35 Jahre alt sind und zumeist keine Kunden einer genossenschaftlichen Bank sind. Hauptziel dieses Robo-Advisers ist es, Information zu sammeln, um gezielt auf die Kundenwünsche einer neuen Generation einzugehen.

Die luxemburgische Fondsindustrie hat sich schon immer durch eine schnelle Anpassungsfähigkeit ausgezeichnet. Die Teilnehmer sind sich sicher, dass sie dieses Potenzial auch in Zukunft zu nutzen wissen wird.

Schließlich kamen auch das Networking und der Meinungsaustausch bei einer Museumsführung und einem Cocktailempfang nicht zu kurz. Das 10-jährige Jubiläum der Konferenz stellt einen großen Erfolg dar - und auch für die nächsten 10 Jahre sollte es nicht an spannenden Themen mangeln.

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KPMG

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