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European Family Business Barometer 2018: Europäische Firmenlenker sehen positiv in die Zukunft

European Family Business Barometer 2018

Zwei von drei deutschen Familienunternehmern blicken den kommenden zwölf Monaten positiv oder sogar sehr positiv entgegen. Auf europäischer Ebene teilen diese Zuversicht drei von vier Familienunternehmen – mit einer Ausnahme: Großbritannien.

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European Family Business Barometer

Europäische Familienunternehmen blicken dem kommenden Geschäftsjahr optimistisch entgegen. Das ist das Ergebnis des siebten “Family Business Barometer” von KPMG. Die Umfrage ist in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Verband der Familienunternehmen (EFB) und dem Verband DIE FAMILIENUNTERNEHMER entstanden. Befragt wurden im Sommer 2018 europaweit mehr als 1.500 Familienunternehmen aus insgesamt 26 Ländern. Aus Deutschland nahmen 260 Familienunternehmer teil – und gaben zusätzlich Auskunft zu den Schwerpunktthemen Wachstum, Digitale Transformation und Anteilsverkauf. Die Ergebnisse präsentieren wir Ihnen als deutsche Sonderauswertung.

Optimismus in Europa – mit Ausnahme Großbritanniens

Trotz anhaltender politischer Herausforderungen blicken zwei von drei deutschen Familienunternehmern den kommenden zwölf Monaten positiv oder sogar sehr positiv entgegen. Auf europäischer Ebene teilen diese Zuversicht drei von vier Familienunternehmen – mit einer Ausnahme: Großbritannien. Hier sank die unternehmerische Zuversicht von 83 auf 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Angesichts laufender Brexit-Verhandlungen scheinen unsere britischen Nachbarn Vorsicht walten zu lassen.

Über die Hälfte der befragten deutschen Unternehmen konnte in den vergangenen 12 Monaten den Umsatz um bis zu 50 Prozent erhöhen. Knapp ein Drittel konnten den Vorjahresumsatz halten. Deutschland liegt damit nur um wenige Prozentpunkte unter dem europäischen Durchschnitt.

„Das gute konjunkturelle Umfeld ermöglicht es innovativen Familienunternehmern, weiter zu wachsen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Europa. Bei den Europawahlen 2019 braucht es deshalb Mehrheiten für eine stabile und wettbewerbsorientierte Europäische Union. Deutsche Familienunternehmer sind fest in Europa verwurzelt und wollen dies auch in Zukunft bleiben“, kommentiert Reinhard von Eben-Worlée, Präsident des Verbandes Die Familienunternehmer e.V.

Fachkräfte werden immer dringender gesucht 

Die TopTalente anzuziehen und Herr des Fachkräftemangels zu werden, ist eine der wichtigsten drei Herausforderungen, die die befragten Unternehmen auf europäischer und deutscher Ebene angeben. Betrachtet man die Vorjahreswerte, nimmt die Dringlichkeit zu. Waren es auf europäischer Ebene im Jahr 2016 noch 37 Prozent sowie 43 Prozent in 2017, geben in der diesjährigen Befragung 53 Prozent der europäischen Familienunternehmer den Fachkräftemangel als ihre dringlichste Herausforderung für das kommende Jahr an. In Deutschland wird die Lage sogar noch etwas ernster bewertet. Hier geben inzwischen 65 Prozent der Unternehmen an, dass der Fachkräftemangel die Top-Herausforderung sei (gegenüber 55% im Vorjahr).

Dr. Vera-Carina Elter, Bereichsvorstand Familienunternehmen bei KPMG, meint hierzu: „Familienunternehmen empfinden es als schwierig, Personal mit passendem Skillset zu finden. Insbesondere, wenn nicht-traditionelle, digitale und technische Positionen besetzt werden sollen. Dabei haben sie zahlreiche Vorzüge, die potenzielle Mitarbeiter anziehen können. Über diese sollten sie ruhig etwas mutiger sprechen.“ 

An zweiter Stelle der Top-Herausforderungen (48 Prozent) rangieren die hohen Lohn- und Gehaltskosten in Deutschland. Fast jeder zweite familiengeführte Betrieb sieht hierin die größte Herausforderung für die Zukunft, gefolgt von Anpassungserfordernissen als Folge geänderter regulatorischer Vorgaben (42 Prozent).

Internationale Expansionsvorhaben auf gleichem Niveau

Europas Familienunternehmen scheinen ihre internationalen Expansionspläne beizubehalten, jedoch nicht weiter zu intensivieren. Lediglich 37 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, im verganenen Jahr den internationalen Ausbau intensiviert zu haben – im Jahr 2016 waren es noch 65 Prozent sowie 44 Prozent im Jahr 2017. Knapp 30 Prozent gaben an, ihre Aktivitäten im Ausland während der vergangenen 12 Monate auf gleichem Niveau fortgeführt zu haben. Diese Entwicklung ist auch unter den deutschen Familienunternehmen zu beobachten: 40 Prozent der befragten deutschen Unternehmen haben ihre Auslandsaktivitäten beibehalten, während gut ein Viertel seine Aktivitäten im Ausland erhöht hat (aktuell 26 Prozent gegenüber 28 Prozent im Vorjahr).

Klassische Finanzierungsmodelle vor allem in Deutschland wieder im kommen

Die klassische Bankenfinanzierung für unternehmerische Vorhaben bleibt auf gesamter europäischer Ebene ein Favorit unter den Finanzierungsmöglichkeiten. Zu beobachten ist ein leichter Anstieg hin zur Bankenfinanzierung unter den Familienunternehmen in Europa (53 Prozent aktuell gegenüber einem Vorjahreswert von 45 Prozent), während man in Deutschland sogar wieder sehr viel stärker auf diese Art der Finanzierung setzt: 65 Prozent der befragten deutschen Unternehmen gaben an, Finanzierungen in den nächsten 12 Monaten über Banken, seien die attraktivsten. Der Vorjahreswert lag bei lediglich 45 Prozent. 

Sonderauswertung Deutschland: Schnellüberblick

Deutsche Familienunternehmen möchten organisch wachsen (60 Prozent) – und das am liebsten in Europa. Der Wachstumsmarkt Afrika spielt für die befragten deutschen Unternehmen bisher keine Rolle, nur knapp ein halbes Prozent kann sich geschäftliche Aktivitäten auf dem subtropischen Kontinent vorstellen. Ein Drittel der Befragten gibt sogar an, in den nächsten 12 Monaten keine Wachstumspläne zu verfolgen. 

Die digitale Transformation ist laut Umfrageergebnissen vor allem eine kulturelle Herausforderung: 46 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, Veränderungsbereitschaft sei der wichtigste Erfolgsfaktor für eine Transformation. Schaut man sich die einzelnen digitalen Techniksparten an, gibt jedes zweite Unternehmen an, Data & Analytics gehöre zu den wichtigsten Bereichen. Die Themen Virtual Reality (2 Prozent) und Robotics (10 Prozent) werden wie auch im Vorjahr bisher nicht als wesentlicher Treiber wahrgenommen. 

Bei der Frage, an wen deutsche Familienunternehmer ihr Unternehmen im Falle eines Anteilsverkaufs übergeben würden, lassen sich die Unternehmer nicht gerne in die Karten schauen. Jedes vierte deutsche Unternehmen zieht jedoch einen Fremdmanager (Management-buy-in-Kandidaten) in Betracht. Für knapp 15 Prozent kommt auch ein strategischer Investor in Frage.

Welche Ziele verfolgen die deutschen Familienunternehmen in den kommenden zwei Jahren? Welche Reformen fordern sie, um weiter nachhaltig wachsen zu können? Und wie schätzen sie im europäischen Vergleich den Einsatz familienfremder Geschäftsführer ein? Diese und viele weitere Ergebnisse lesen Sie hier:

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