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Die Anzahl an Geldwäscheverdachtsmeldungen steigt im Jahre 2017 weiter an

Mehr Geldwäscheverdachtsmeldungen

Der Jahresbericht der Financial Intelligence Unit (FUI) nennt für das vergangene Jahr 59.845 übermittelte Verdachtsmeldungen.

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Die Financial Intelligence Unit (FIU), die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen, hat ihren Jahresbericht vorgelegt, und der zeigt vor allem eines: Verdachtsfälle von Geldwäsche werden verstärkt gemeldet. 59.845 solcher Verdachtsmeldungen wurden der FIU für 2017 übermittelt. Zum Vergleich: In 2016 gingen 45.597 Meldungen ein (Erst- und Nachmeldungen). Wie schon in den vorangegangenen Berichtszeiträumen stammt die weit überwiegende Zahl der Meldungen aus dem Finanzsektor. Allein Kreditinstitute gaben in 2017 insgesamt 48.141 Meldungen ab. Dies stellt ebenfalls eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr dar.

Auch bei den von Güterhändlern abgegebenen Meldungen ist ein Anstieg zu verzeichnen, allerdings bewegen sich diese nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau. Im Gegensatz zu den 151 Meldungen in 2016, sind es in 2017 immerhin 216 Meldungen. 

Die Zentralstelle wurde mit Wirkung zum 26. Juni 2017 vom Bundeskriminalamt zur Zollverwaltung umgehängt und hat die Aufgabe, festzustellen, ob ein an die FIU gemeldeter Sachverhalt mit Geldwäsche und / oder Terrorismusfinanzierung in Zusammenhang steht.

Der durch die FIU dargestellte Trend eines steigenden Meldeaufkommens im Bereich Geldwäsche wird bestätigt durch die aktuelle KPMG Studie zur Wirtschaftskriminalität in Deutschland 2018.Wie schon in der Studie aus 2016 war auch 2018 eine Steigerung der Betroffenheit zu verzeichnen. Gaben in 2016 noch 11 Prozent der Befragten an, von der Deliktsart Geldwäsche betroffen gewesen zu sein, waren es 2018 schon 19 Prozent der Befragten. Zudem nahmen sowohl 2016 als auch 2018 insgesamt 36 Prozent der Befragten ein hohes beziehungsweise sehr hohes Risiko an, von Geldwäschedelikten betroffen sein zu können. Nach Angaben der Befragten machen Ermittlungs-und Folgekosten im Bereich Geldwäsche einen hohen Anteil am Gesamtschaden aus. Wie im Bereich Korruption schlagen diese Kosten mit 25 Prozent des Gesamtschadens zu Buche. 

Das Thema Geldwäsche beschäftigt Gesetzgeber, Behörden und Wirtschaft in den letzten Jahren nachhaltig. Zum 26. Juni 2017 ist auf Basis der 4. EU-Geldwäscherichtlinie das neue „Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten“ (Geldwäschegesetz - GwG) in Kraft getreten. Vor allem für Güterhändler haben sich hierdurch eine Reihe neuer Anforderungen ergeben. Im Zentrum der Geldwäscheprävention steht der risikobasierte Ansatz. Verpflichtete haben ein wirksames geldwäschespezifisches Risikomanagement zu implementieren, das eine Risikoanalyse und interne Sicherungsmaßnahmen umfasst. Die Risikoanalyse ist zu dokumentieren, regelmäßig zu aktualisieren und den Aufsichtsbehörden bereitzustellen. Sie bildet das Fundament für interne Sicherungsmaßnahmen, deren Funktionsfähigkeit zu überwachen ist und die bei Bedarf zu aktualisieren sind. Die Nichteinhaltung der aus dem GwG resultierenden Pflichten kann für Güterhändler spürbare Sanktionen nach sich ziehen: Vorgesehen sind Geldbußen bis zu einer Million Euro oder bis zum Zweifachen des wirtschaftlichen Vorteils, der aus dem Verstoß gezogen wurde. Zudem droht die öffentliche Bekanntgabe des Verstoßes und des dafür Verantwortlichen. Obschon für Güterhändler auch Erleichterungen vorgesehen sind, nämlich für den Fall, dass sie keine Bartransaktionen in Höhe von 10.000 Euro oder mehr tätigen oder entgegennehmen, werden sie nicht von einer sorgfältigen Prüfung entbunden, ob und inwieweit sie einzelnen Aspekten des GwG unterliegen.

Auch in der Zukunft wird es nicht ruhiger um das Geldwäschegesetz. Bis zum 10. Januar 2020 ist die 5. EU-Geldwäscherichtlinie in nationales Recht umzusetzen. Diese verschärft unter anderem die Sorgfaltspflichten bei Geschäftsbeziehungen mit Bezug zu Risikoländern, erweitert den Kreis der Verpflichteten und beschreibt eine Notwendigkeit dieser, das Transparenzregister zu nutzen.

Geldwäscheprävention sollte nach alledem nicht unterschätzt werden. KPMG unterstützt bei der initialen Risikoanalyse, der Einrichtung und Verbesserung interner Sicherungsmaßnahmen, der Initialisierung und Umsetzung von Sorgfaltspflichten (Know Your Customer – KYC) und hilft, Verstöße aufzudecken und aufzuarbeiten. 

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