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Kryptowährungen – relevant für das Corporate Treasury?

Kryptowährungen – relevant für das Corporate Treasury?

Die derzeitige Diskussion um Kryptowährungen könnte kontroverser nicht sein. Welche Bedeutung sollte das Treasury den Kryptowährungen beimessen?

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Große Unternehmen wie Volkswagen, Bosch, BMW, Santander springen mit Kooperationen und eigenen Dienstleistungsangeboten auf den „Krypto-Zug“ auf. Die derzeitige Diskussion um Kryptowährungen könnte jedoch kontroverser nicht sein – das Meinungs-Potpourri reicht von Blasenbildung über Schneeballsystem bis zu Revolution des Geldsystems und Abschaffung zentralistischer Strukturen. Aber welche Bedeutung sollte das Corporate Treasury den Kryptowährungen nun beimessen?

Spätestens seit den enormen Kursentwicklungen in 2017 und der Einführung von börsengehandelten Derivaten (Bitcoin Futures) sind die „neuen Digitalwährungen“ einer breiten Masse bekannt. Vorweg sei gesagt – nein, Unternehmen müssen ab morgen nicht ihre Cash-Bestände in Bitcoins tauschen und ihren kompletten Zahlungsverkehr auf Kryptowährungen umstellen. Vielmehr möchten wir mit dem vorliegenden Newsletter-Artikel Licht in das dunkle, sich rasch verändernde und stetig expandierende Krypto-Universum bringen. Diese Ausführungen können sich somit in Teilen bereits in ein paar Monaten überholt haben. Es ist daher ein differenzierter und kritischer Blick auf die Entwicklungen notwendig und dieser zeigt, dass nicht nur visionäre Vorhaben wie die Ablösung des vorherrschenden Geldsystems im Fokus stehen. Derzeit existieren über 1.5001 verschiedene Kryptowährungen unter denen Bitcoin, Ripple, Ethereum und IOTA vier der wichtigsten darstellen. Dabei sind die Ziele der Kryptowährungsanhänger nahezu diametral: von ideologiegetriebenen Weltverbesserern über „Bauernfänger“, welche die derzeitige Hype-Welle mitreiten und schnellen Reichtum wittern, bis hin zu gewinnorientierten FinTechs, die ihre Dienstleistungen im Ordnungsrahmen des derzeitigen Finanzsystems etablieren wollen. Daraus resultiert wiederum, dass Kryptowährung nicht gleich Kryptowährung ist. Doch der Reihe nach:

Was versteht man unter einer Kryptowährung?

Laut der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) sind Krypto- oder Virtuelle Währungen (VC) definiert als „…digitale Abbildung von Werten, die nicht von einer Zentralbank oder Behörde geschaffen werden und auch keine Verbindung zu gesetzlichen Zahlungsmitteln haben müssen. VC werden von natürlichen und juristischen Personen als Tauschmittel verwendet und können elektronisch übertragen, verwahrt oder gehandelt werden.“ Daher sind die zentralen Unterschiede zwischen den meisten Kryptowährungen und traditionellem Papiergeld (Fiat-Geld) laut Definition:

  • ­dass die Kryptowährungen dezentral durch die Nutzergemeinde geschaffen werden bzw. das Gesamtvolumen der digitalen Geldmenge von Anfang an begrenzt ist und
  • durch den Verzicht auf zentrale Institutionen und Clearing-Stellen (globale) Zahlungen via Internet in Echtzeit und nahezu ohne Transaktionsgebühren simpel und sicher, über Währungsraumgrenzen hinweg, ermöglicht werden sollen.

Vertrauen ist alles – Distributed Ledger-Ansatz als Grundlage für Fälschungssicherheit

Wie bei „traditionellem Geld“ muss ein zentrales Wesensmerkmal von Kryptowährungen sein, Fälschungssicherheit zu garantieren und mehrfaches Ausgeben einzelner Geldeinheiten zu unterbinden. Dabei haben die meisten Kryptowährungen gemein, dass sie auf dem Distributed Ledger-Ansatz basieren (digitales, verteiltes und in der Regel öffentliches Transaktionsregister). Das Distributed Ledger wiederum wird mit Hilfe der Blockchain-Technologie realisiert. Der Begriff Blockchain ist definiert als eine kontinuierlich erweiterbare Kette von Datensätzen, genannt „Blöcke“, welche mittels kryptographischer Verfahren miteinander verkettet sind und in einem dezentralen Netzwerk (dem Distributed Ledger) ausgeführt und gespeichert werden. Im Distributed Ledger sind somit alle Transaktionen zwischen Parteien transparent erfasst und mit jedem Detail gespeichert. Das Netzwerk des Distributed Ledger besteht aus einer Vielzahl von Rechnern, die via Internet miteinander verbunden sind. Es gibt demnach keine zentrale Stelle, an die Informationen übermittelt werden. Die Informationen sind allen Rechnern, die am Netzwerk teilnehmen, bekannt. Wird nun zum Beispiel eine Transaktion zwischen den Parteien A und B durchgeführt, wird diese auf ihren Wahrheitsgehalt – auf Basis der historischen Kontostände und der Transaktionen im Distributed Ledger – durch das Netzwerk validiert und ein neuer Block, welcher die Information über die neu hinzugekommenen Transaktion enthält, an die Blockchain angehängt und diese entsprechend verlängert. Die Integrität der Daten ist durch die Speicherung von sogenannten kryptographischen, eindeutigen Werten gesichert, welche allen Teilnehmern im Netzwerk bekannt sind und auch die eindeutige unumkehrbare Reihenfolge der Informationsblöcke der Blockchain und somit die historische Reihenfolge der verarbeiteten Transaktionen definiert.

Überblick und Zielsetzung der (derzeit) wichtigsten Kryptowährungen

Bitcoin ist eine der ersten Kryptowährungen und wohl auch die bekannteste. Bitcoin verfügt derzeit über die höchste Marktkapitalisierung unter den Kryptowährungen von über 120 Mrd. US-Dollar. Die dezentrale Geldschöpfung erfolgt durch sogenanntes „Mining“. Dabei werden Netzwerkteilnehmer – mit neu geschürften Bitcoins – dafür entlohnt, dass sie Rechenleistung zur Verfügung stellen, um getätigte Bitcoin-Transaktionen zu verarbeiten und zu validieren (herbeiführen einer sogenannten Konsensentscheidung). Das Mining umfasst, vereinfacht gesagt, die Lösung einer mathematischen Aufgabe, welche nur mit sehr hoher Rechenleistung zu lösen ist. Diese Aufgabe ist im Nachgang jedoch recht einfach auf Korrektheit zu überprüfen. Derjenige Miner, welcher die Aufgabe als erstes löst, stellt seine Lösung den anderen Netzwerkteilnehmern zur Verfügung. Die anderen Teilnehmer bestätigen die Korrektheit der Lösung. Anschließend wird für das korrekte Ergebnis, welches ebenfalls die getätigten und nun bestätigten Transaktionen beinhaltet, ein neuer Informationsblock an die Blockchain angehängt und diese verlängert. 

Bitcoin steht für das beschriebene Verfahren zur Geld-(Coin-)schöpfung und Transaktionsabwicklung in der Kritik. Als wesentlicher Nachteil dieses Vorgehens wird der immense Energieaufwand gesehen, welcher durch die Lösung der komplexen Rechenaufgaben verursacht wird. Für 2018 wird der Stromverbrauch auf rund 130 TWh geschätzt, was etwa dem Stromverbrauch Argentiniens entspricht. Auch ist die Abwicklungsdauer von Transaktionen vergleichsweise langsam. Diese beträgt, je nach gezahlten Gebühren, zwischen zehn Minuten und mehreren Stunden.

Einschätzung und Bedeutung für das Corporate Treasury: Aus Unternehmens- und Treasury-Sicht steht der Bitcoin nicht unbedingt im Betrachtungsfokus. Einer der wenigen Anwendungsfälle ist die Transaktionsabwicklung in Entwicklungsländern mit hoher Korruptionsrate und instabilem Währungssystem. Zum Beispiel ist aufgrund der Hyperinflation die Nachfrage nach Bitcoin in Simbabwe stark gestiegen2. Jedoch ist einer der wesentlichen Ansprüche des Bitcoins eine echte Alternative zum etablierten Geld- und Finanzsystem darzustellen. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg. Neben zahlreichen juristischen Fragestellungen (Haftung, Verbraucherschutz etc.) sind auch grundlegende Eigenschaften von Geld (zum Beispiel eine allgemeingültige Akzeptanz und Annahmepflicht als Zahlungs-, Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel) nicht ausreichend gegeben. Nicht zuletzt werden Staaten- und Zentralbanken auch nicht ohne Weiteres auf das Geldschöpfungsmonopol verzichten. Dazu kommen ebenfalls die derzeitigen technischen und Skalierungsprobleme unter denen Bitcoin „leidet.“ Unterm Strich kann bisher festgehalten werden, dass der Bitcoin unter den Kryptowährungen eine ideologische sowie technologische Vorreiterstellung einnimmt und die grundsätzliche technische Umsetzbarkeit von Kryptowährungen aufzeigt.

Ripple: Die Gegenüberstellung von Ripple zu Bitcoin ist wie der Vergleich zwischen Äpfel und Birnen. Die Bestrebung des privaten Unternehmens hinter Ripple ist nicht das bestehende Finanzsystem zu ersetzen, sondern Banken und Zahlungsanbieter (beispielsweise Kreditkartenanbieter) eine Zahlungsverkehrsplattform auf Basis der Blockchain-Technologie zu bieten. Mit dieser sollen kostengünstige und sichere (internationale) Finanztransaktionen in Echtzeit und wesentlich schneller als beispielsweise bei Bitcoin durchgeführt werden ­ laut eigener Angabe vier Sekunden je Transaktion. Somit sieht sich Ripple in direkter Konkurrenz zu SWIFT und seiner Global Payment Innovation Initiative (SWIFT GPI). Aktuell sind bereits Branchengrößen wie Santander und SEB Teil der Plattform sowie neben Tech-Größen wie Google auch als Investoren beteiligt.

Ripple basiert nicht auf einem öffentlich zugänglichen Distributed Ledger und somit einer öffentlichen Blockchain wie Bitcoin, sondern auf einer internen Blockchain, welche als Enterprise Blockchain Ledger bezeichnet wird. Weiterhin handelt es sich um eine Art Blockchain für Schuldverschreibungen („IOUs – I owe you“), welche Transaktionen für eine Vielzahl von (Fiat- und Krypto-)Währungen unterstützt. Es sind zudem weder ein Mining von Coins wie bei Bitcoin noch komplexe, energieintensive Rechenoperationen zur Validierung der durchgeführten Transaktionen erforderlich. Die von Anfang an erschaffene Ripple-Coin-Menge dient vielmehr für die Plattformteilnehmer zur Zahlung von Transaktionsgebühren sowie als Brückenwährung für den Tausch in andere Währungen. Bei Ripple basiert die Sicherheit auf dem Vertrauen der Teilnehmer (in der Regel Finanzinstitute) untereinander (auf Grundlage des bankspezifischen KYC- und AML-Prozesses). Sobald sich zwei Vertragsparteien gegenseitig Schuldscheine ausstellen, wird dies in der Ripple-Blockchain gespeichert. Von besonderer Bedeutung ist hierbei, dass ein ständiger Konsens zwischen allen, an einer Transaktion beteiligten Teilnehmern im Netzwerk gefunden werden muss. Das Ripple-System kann Verbindlichkeiten nur speichern, jedoch nicht durchsetzen. Daher ist es notwendig, dass Ripple-Nutzer angeben, welchem anderen Benutzer sie in welcher Währung und bis zu welcher Höhe das Vertrauen entgegenbringen, die gespeicherten IOUs auf Verlangen einzulösen. Gibt es keine direkte Vertrauensbeziehung zwischen Sender und Empfänger, versucht das Netzwerk einen Pfad von Nutzern zu ermitteln, auf dem jeder dem nächsten in ausreichender Höhe vertraut, um die Zahlung durchzuleiten. Auf diese Weise sickern („to ripple“) Zahlungen durch den sozialen Graph von Vertrauensbeziehungen. Das Register verrechnet all diese Zahlungen miteinander und Individuen können ihre gegenseitigen Netto-Schulden außerhalb des Ripple-Systems begleichen. Ripple zielt insbesondere darauf ab, den internationalen Zahlungsverkehr zu revolutionieren und in Konkurrenz zum Swift-Netzwerk zu treten. Im heutigen traditionellen Zahlungsverkehrsumfeld dauert die Abwicklung einer (internationalen) Zahlung über Swift zwischen zwei bis vier oder gar mehr Tagen3, da der Weg der Zahlung über mehrere fixe Stationen (meist vier bis sechs) im Korrespondenzbankennetzwerk erfolgt.

Einschätzung und Bedeutung für das Corporate Treasury: Ripple kann mit seiner Lösung eine ernstzunehmende Alternative zur Durchführung von Echtzeitzahlungen zu verhältnismäßig günstigen Konditionen darstellen. Ripple befindet sich derzeit in der Beta-Phase mit 75 Banken4 und der Erfolg ist stark von der Adaption durch den Bankensektor abhängig. Jedoch sind auch Konkurrenten nicht untätig, um die „Vormachtstellung“ des Swiftnetzwerks in Frage zu stellen. Wie unter anderem das Hyperledger Project der Linux Foundation, dem R3-Konsortium als einem der führenden Anbieter von Blockchain-for-Bank-Lösungen, und nicht zuletzt auch Swift mit seinem Update für das eigene Netzwerk. Es kann sicherlich nicht schaden, die Entwicklung der Ripple-Payment-Infrastruktur weiter zu beobachten.

Ethereum wiederum dient vor allem als Plattform, auf der zwei Parteien einen Vertrag (Smart Contracts) eingehen können und nicht als reine Digitalwährung. Diese Smart Contracts sind digitale Protokolle, welche die analoge, papierhafte Fixierung von Verträgen ersetzen sollen. Die Plattform dient demnach für die Anlage, Verwaltung und Ausübung von Verträgen inklusive entsprechender optionaler Rechte und Klauseln. Die Währung – Ether genannt – dient im Netzwerk lediglich als „nebensächliches Zahlungsmittel“ für die Transaktionsverarbeitung. Wie bei Bitcoin werden die Transaktionen mittels Konsensentscheidung und Proof-of Work-Methode validiert.

Einschätzung und Bedeutung für das Corporate Treasury: Potenzielle Anwendungsfälle für Etherum Smart Contracts sind vielfältig und durch einige Unternehmen bereits in der Umsetzung. Diese reichen von logistischen Prozessen über das Versicherungsgewerbe und Finanzierungssachverhalten (zum Beispiel Projekt- oder Handelsfinanzierung). Im Bereich Treasury ist beispielsweise der Bereich Trade Finance ein beliebter Kandidat. Hier können Smart Contracts dafür sorgen, das inhärente Vertrauensproblem im Rahmen der Güterüberführung zu lösen und damit verbundene Zahlungen automatisch auszulösen sowie papiergestützte Prozesse abzuschaffen.

Bei IOTA handelt es sich derzeit um eine der innovativsten Kryptowährungen. Ausgegebenes Ziel von IOTA ist, sich als die Währung im Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) für autonome Zahlungen zwischen Maschinen und in dem damit zusammenhängenden Waren- und Dienstleistungsaustausch zu etablieren. So hätte zukünftig beispielsweise jedes Auto, jede Parksäule oder der Kühlschrank ein eigenes Konto. Ziel ist es, eine äußerst schnelle Abwicklung von massenhaften (Mikro-)Zahlungen ohne großen Rechenaufwand und Kosten zu gewährleisten. Jüngst haben Unternehmen wie Volkswagen und Bosch Kooperationen mit der IOTA-Stiftung bekanntgegeben. Im Vergleich zu den weiter oben vorgestellten Kryptowährungen ist also eine um ein Vielfaches höhere Transaktionsabwicklung notwendig bei der die „konventionelle, sequentiell durchgeführte Blockchain-Technologie“ nicht ausreichend skalierbar ist. IOTA setzt auf eine Weiterentwicklung des traditionellen Blockchain-Ansatzes, dem sogenannten Tangle (Gewirr, Durcheinander). Rein mathematisch handelt es sich um einen gerichteten, azyklischen Graphen (DAG)5. Diese Methodik kommt ebenfalls ohne Miner aus. Jeder „Benutzer“ (quasi Maschine oder Gegenstand) muss, um seine eigene Transaktion durchführen zu können, zwei andere, zufällig ausgewählte Transaktionen validieren. Jeder Teilnehmer trägt damit direkt zur Konsensfindung im Netzwerk bei. Anders als in der herkömmlichen Blockchain können im IOTA-Tangle zudem mehrere Transaktionen parallel validiert und durchgeführt werden. In Konsequenz bedeutet dies, dass das IOTA-Netzwerk mehr Transaktionen gleichzeitig und diese auch schneller im Vergleich zu anderen Kryptowährungen abwickeln kann.

Einschätzung und Bedeutung für das Corporate Treasury: Anders als die vorher genannten Kryptowährungen befindet sich IOTA noch im Versuchsstadium und muss sich in der Praxis sozusagen noch beweisen. Sollte dieser Beweis erbracht sein, sind die Anwendungsmöglichkeiten äußerst vielschichtig. Der im Zusammenhang mit IOTA viel zitierte typische autonome Zahlprozess von Maschine zu Maschine (beispielsweise dem Auto und der Parkuhr) lässt sich beispielsweise auch auf den (internen) Produktions- und (Leistungs-)Verrechnungsprozess für Erzeugnisse in Unternehmen anwenden. Dies wiederum wirkt sich entsprechend auf die Intercompany-Finanzierung, den damit verbundenen Bedarf an gegebenenfalls zu beschaffender Liquidität sowie insgesamt auf die Durchlaufzeit des Cash Conversion Cycles aus.

Fazit: Was gilt es nun aus Corporate Treasury-Sicht zu tun? Es wird deutlich, dass sich die Welt der Kryptowährungen als sehr vielschichtig erweist und die Ablösung des etablierten Geldsystems (zumindest bisher noch) nicht zur Debatte steht. Vielmehr ist zu erkennen, dass sich zunehmend eine ernstzunehmende "Krypto-Gemeinde“ etabliert, deren Bestreben es ist, Kryptowährungen aus dem Nischendasein des Zwielichtigen, Hochspekulativen herauszuführen. Auch zeigt sich aus Unternehmenssicht, dass der Betrachtungsfokus eher auf die den Kryptowährungen zugrundliegenden Technologien gerichtet werden sollte. Mithilfe von Blockchain, Smart Contracts und Co werden Anwendungsmöglichkeiten realisiert, um bisherige Prozesse schneller, effizienter und kostengünstiger zu gestalten bzw. damit verbundene Vertrauensrisiken zu minimieren, im Idealfall sogar zu eliminieren. Auch wenn einige dieser Technologien noch nicht den notwendigen Reifegrad besitzen und sich noch beweisen müssen, wird in Bezug auf das Corporate Treasury deutlich, dass die aufgezeigten Entwicklungen in naher Zukunft wesentliche Auswirkungen auf Treasury-Kernprozesse wie beispielsweise den Zahlungsverkehr, das Cash & Liquiditäts-Management, den FX-Handel sowie Finanzierungs- und Investitionsaktivitäten haben werden. Was ist nun die Konsequenz für das eigene Handeln? Wie bereits in unserem Newsletter-Beitrag in Ausgabe 74 zur Digitalisierung im Treasury beschrieben, gilt es zu allererst den eigenen, digitalen Reifegrad zu bestimmen und sicherzustellen, dass die Potenziale heute bereits vorhandener (Treasury-)Lösungen voll ausgeschöpft sind. Erst dann ist es in der Regel sinnvoll, über die Einsatzmöglichkeiten neuer Technologien nachzudenken. Diese Standortbestimmung sollte eher heute als morgen stattfinden. Denn wie der vorliegende Artikel verdeutlicht, schreitet die technologische Entwicklung rasant voran und die Lücke zum Status quo wird stetig größer.

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 79, April 2018
Autor: Christoph Polus, Manager, Finance Advisory, cpolus@kpmg.com

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1 www.coinmarketcap.com
2 http://www.dw.com/de/simbabwe-flucht-zu-bitcoin/a-41467441
3 https://www.business.hsbc.co.uk/1/2/!ut/p/c5/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP0os3gDC-NASzc3b38LA3_PYD9Lg0AjAwgAykeaxTu7O3qYmPsA-WGergaeJk4mBqa-boYGnsYEdPt55Oem6oeDbMVU5-oGV1eQG1Hh6aioCAButEGo/dl3/d3/L2dJQSEvUUt3QS9ZQnZ3LzZfMEczVU5VMTBTRDBNSFRJN0hEMzAwMDAwMDA!/
4 https://finance.yahoo.com/news/75-banks-now-ripples-blockchain-network-162939601.html
https://www.cryptolist.de/iota

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