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Auswirkungen des IFRS 9 auf Anhangangaben zu Finanzinstrumenten

Auswirkungen des IFRS 9 auf Anhangangaben

Der ab dem 01. Januar 2018 anzuwendende IFRS 9 hat viele Unternehmen in den vergangenen Wochen und Monaten stark beschäftigt.

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Der ab dem 01. Januar 2018 anzuwendende IFRS 9 hat viele Unternehmen in den vergangenen Wochen und Monaten stark beschäftigt. In den Projekten wurde die geänderte Klassifikation für Finanzaktiva anhand des Business Modells und des SPPI-Kriteriums analysiert und angepasst, Wertberichtigungsmodelle für finanzielle Forderungen unter Berücksichtigung erwarteter Kreditausfälle erarbeitet und Sicherungsbeziehungen hinsichtlich der geänderten Anforderungen analysiert und angeglichen.

Mit diesen Änderungen der Bilanzierung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gehen auch umfangreiche Änderungen der Anhangangaben einher. Ergänzend zu den Neuerungen und Änderungen des IFRS 7 ergeben sich im Jahr der erstmaligen Anwendung von IFRS 9 gemäß IAS 8 weitere Angaben, die dem Bilanzleser eine Vergleichbarkeit mit vorhergehenden Abschlüssen nach IAS 39 ermöglichen sollen. Die Anforderungen des IAS 8 werden durch den IFRS 7/9 konkretisiert.

Die geänderten und erweiterten Anhangangaben zu Finanzinstrumenten sind nicht erst zum Geschäftsjahresende 2018 relevant. Bereits in den Quartals- und Halbjahresabschlüssen nach IAS 34 sind diesbezügliche Angaben notwendig, auch wenn es keine Anpassung des IAS 34 gegeben hat. In den condensed financial statements sind nach IAS 34 mindestens die wesentlichen IFRS 9-induzierten Änderungen und deren Effekte auf Bilanz und GuV darzustellen. Diese umfassen gemäß IAS 34.15ff. wesentliche Ereignisse und Transaktionen wie beispielsweise Wertberichtigungen für finanzielle Vermögenswerte oder Änderungen dieser. Durch das „Expected Credit Loss-Modell“ des IFRS 9 wird dieser Sachverhalt bei den meisten Unternehmen von Relevanz sein. Auch die Überleitbarkeit der Daten auf das Vorjahr ist sicherzustellen, damit die Veränderungen der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für den Bilanzleser nachvollziehbar sind. Hierzu sind Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die daraus resultierenden (quantitativen) Effekte auf die Vermögens- Finanz und Ertragslage des Unternehmens anzugeben. Auch Schätzungsänderungen zu in früheren Perioden berichteten Werten sind gemäß IAS 34.16A in den Zwischenberichten darzustellen. Unabhängig von der Umstellung von IAS 39 auf IFRS 9 sind natürlich die durch IAS 34.16A (j) geforderten Angaben des IFRS 13 91–93(h), 94–96, 98 und 99 sowie IFRS 7 25, 26 und 28–30 zu tätigen. Dies bedeutet konkret, dass bereits zum ersten Zwischenabschluss unter Anwendung von IFRS 9 eine erhebliche Zahl neuer Anhangangaben berichtet werden muss.

Wie bereits im Jahresabschluss 2016 sind auch im Jahresabschluss 2017 die erwarteten Effekte der Umstellung von IAS 39 auf IFRS 9 gemäß IAS 8 darzustellen. Diese Darstellung soll zum Jahresabschluss 2017 detaillierter sein als zuvor und den aktuellen Stand der Projekte widerspiegeln. Erwartet wird seitens der ESMA, dass die tatsächlich erwarteten Auswirkungen auf das Unternehmen erläutert werden und quantitative Schätzungen dieser Auswirkungen angegeben werden können. Dementsprechend hat die ESMA und in Folge dazu die DPR die Anhangangaben zu den erwarteten Umstellungseffekten durch IFRS 9 als einen Schwerpunkt ihrer Nachprüfung der Jahresabschlüsse für 2017 festgesetzt. Daher sollten Unternehmen die Erstellung und Darstellung dieser zusätzlichen Angaben in ihrer Planung für die Jahresabschlusserstellung ausreichend berücksichtigen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass mit der bilanziellen Umsetzung des IFRS 9 die Projekte nicht abgeschlossen sind, sondern auch die Erstellung der Anhangangaben vorzubereiten ist. Hierzu sind sowohl qualitative Anpassungen vorzunehmen als auch neue oder geänderte Daten zu erheben, um den quantitativen Anforderungen gerecht werden zu können. Da entsprechende relevante Anhangangaben für die meisten Unternehmen nicht erst zum ersten vollständigen Jahresabschluss nach IFRS 9 relevant werden, sollten die notwendigen Vorbereitungen kurzfristig getroffen werden, sofern dies noch nicht erfolgt ist. 

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 74, Dezember 2017
Autor: Andrea Monthofer, Manager, Finance Advisory, amonthofer@kpmg.com

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