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So unglaublich wenig verstehen Medien von IT

So unglaublich wenig verstehen Medien von IT

Die Grenzen zwischen IT und Medien verschwimmen. Was gestern noch kleinere E-Commerce-Angebote waren, sind heute weitreichende Expansionen in digitale Produktbereiche. Doch nur wenige Medienhäuser erkennen, welche neuen Geschäftsfelder es für sie gibt – und wie wichtig diese für sie sind.

Wie viel muss ein Medienunternehmen von digitalen Technologien verstehen? Reicht ein grundlegendes Verständnis oder bedarf es einer besonderen Expertise? Welche Rolle nimmt die IT-Abteilung ein? Fragen, die sich jedes Medienhaus stellen sollte – aber nur wenig tun es tatsächlich.

Das Ergebnis unserer Studie hat mich in seiner Kraft überrascht.

Die gute Nachricht: Über zwei Drittel der befragten Medienunternehmen haben die Beherrschung digitaler Technologien als strategischen Erfolgsfaktor erkannt. Auch ihr Kompetenzzuwachs ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Aber: Nur rund zehn Prozent haben tatsächlich einen ganzheitlichen Technologieansatz ausgearbeitet. Das ist fatal.

Zwar ist klassische Content-Kompetenz nach wie vor wichtig – aber sie reicht nicht mehr aus, um sich im neuen digitalen Eco-System zu positionieren. Technologie-Know-how ist gefragt – und nur wenige sind in Geschäftsfeldern wie Datendienste, Softwareentwicklung für Dritte und webbasierte Bildungsangebote wie E-Learning tätig.

Medienhäuser werden zu IT-Unternehmen

Vorreiter der Branche beschränken sich nicht mehr nur auf den Betrieb von Systemen oder auf die Bedienung bestimmter Software. Sondern sie integrieren verschiedene Technologien zu neuen, kundengerechten Lösungen.

So hat der Bayerische Rundfunk (BR) die Fähigkeit aufgebaut, mobile Applikationen selbst zu entwickeln. Ziel des BR ist es, durch individuelle Apps Alleinstellungsmerkmale zu erlangen – zum Beispiel mit der BR-eigenen News-App BR24.

Oder der Online-Musikvideo-Service AMPYA, der zur ProSiebenSat.1 Group gehört: Mit explizit für das Web konzipierten Inhalten bringt sich das Medienhaus auf dem Online-Markt in Stellung.

Neue Anbieter wie Netflix, Internetradios und Streaming-Dienste wie Spotify haben den Markt betreten

Das Internet eröffnet Möglichkeiten für Content-Plattformen bis hin zu Onlinespielen oder webbasierten Bildungsangeboten. Klassische Inhalte wie Nachrichten oder Filme laufen über das Internet, der Zugriff erfolgt vermehrt mobil, teilweise mit spezifischen Endgeräten.

Es reicht nicht Abonnentenzahlen oder Einschaltquoten auszuwerten

Für eine systematische Analyse der Zielgruppen und ihres Nutzungsverhaltens braucht es fundierte Data & Analytics-Kompetenzen. Ortsbezogene Dienste können bestimmte mobile Anwendungen attraktiver machen oder neue Contentlösungen ermöglichen.

Das Technologie-Monopol der IT-Abteilung wird zunehmend aufgebrochen

Heute ist die Planung, Einführung und Realisierung digitaler Lösungen eine Angelegenheit, in die mehr oder weniger alle Abteilungen der Medienunternehmen eingebunden sein sollten.Geschäftsführung, Marketing und Produktion bzw. Redaktion werden verstärkt zu Ideengebern und Treibern der digitalen Transformation. In der Realität herrscht hier nach meiner Erfahrung noch zu oft ein Silo-Denken.

Ohne substanzielle Technologiekompetenz gibt es keinen langfristigen Erfolg

Ich bin davon überzeugt: Technologie ist kein Feind, sondern ein Freund der Medien. Wer sie als strategisches Instrument zur Wachstumssteigerung und zur Stärkung der Kundenbindung versteht, wird den Aufbruch in das digitale Zeitalter gewinnen.

Hier können Sie die Studie herunterladen.

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