Technologie treibt die Innovation der Medien | KPMG | DE
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Technologie treibt die Innovation der Medien

Technologie treibt die Innovation

Technologie treibt die Innovation der Medien

Die Medienbranche ist schon lange mit der Digitalisierung konfrontiert. Online-Zeitungen waren dabei der erste greifbare Wandel. Stark haben sich zuletzt die Streaming-Dienste entwickelt, die das traditionelle Fernsehen unter Druck setzen. In einer KPMG-geführten Paneldiskussion auf den Medientagen München wurde klar, dass für Medienhäuser kein Weg mehr daran vorbeiführt, selbst Technologiekompetenz auf- und auszubauen.

„Egal ob Zeitschriftenverlag, öffentlicher Rundfunk oder Pay-TV – alle Medien brauchen Mitarbeiter, die über ein kundenfokussiertes Technologieverständnis verfügen“, sagt KPMG-Partner Markus Kreher, der die Diskussion leitete. Nur so könnten zügig und zielgenau die Kundenwünsche analysiert und umgesetzt werden. „IT-Aufgaben an externe Agenturen zu vergeben, dauert häufig zu lange. Zudem läuft man dann Gefahr, nur ein Standardprodukt zu bekommen“, sagt Kreher. Dabei sei es Dank der Digitalisierung oft möglich, präzise herauszufinden, was den Kunden gefällt und was nicht. Wenn dieser Rückkanal richtig genutzt wird, könne ein Medienunternehmen seine eigenen Stärken ausspielen und sich von der Konkurrenz absetzen. Dafür brauche es aber das richtige Personal und die richtigen Prozesse.

Innovation heißt Mut zum Fehler

„Natürlich unterscheiden sich die Lösungen von Medium zu Medium und je nach Größe“, sagt Kreher, Head of Media bei KPMG. „Aber auch für eine Lokalzeitung ist es möglich, mit der richtigen Technologie dem Leser ein besseres Erlebnis zu verschaffen. Inhaltlich können sie ohnehin mit Exklusivität punkten. Wenn sie es dann noch schaffen, schnell den Leser zu erreichen und durch Interaktion gewissermaßen das Dorfgespräch auf ihre Plattform ziehen, ist das ein nachhaltiges Konzept.“ Dafür bedürfe es kein außerordentliches Maß an Technikaffinität, so Köhler, sondern den Mut, auch Fehler zu machen. Auf diese müsse dann nur richtig reagiert werden.

Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist dieser Weg schwieriger. „Die gebührenfinanzierten Sender scheuen eher das Risiko, weil sie die Verpflichtung spüren, ihr Geld verantwortungsvoll zu verwenden. Gebührenzahler sind weniger tolerant gegenüber Fehlern“, erklärt Köhler. Private Medienunternehmen dagegen könnten und sollten aggressiver und damit innovativer sein.

Weniger Umsatz heute, dafür morgen noch am Markt

„Vor allem darf keine Angst vor der Kannibalisierung im eigenen Konzern herrschen. Was im eigenen Haus gemacht werden kann, sollte auch probiert werden. Wenn ein neues, aber zukunftsträchtiges Onlineprodukt etwa die Verkaufszahlen des alten Printprodukts schmälert, sollte der Schritt dennoch gegangen werden, auch wenn insgesamt der Umsatz fällt“, macht Kreher deutlich. Andernfalls würde ein Konkurrent von außen letztlich die Marktanteile ganz übernehmen.

Dass das Thema Technologiekompetenz in der Medienbranche mit großem Interesse verfolgt wird, bewies der volle Saal auf den Münchner Medientagen. Zusammen mit Vertretern aus Presse, Rundfunk, Fernsehen und Wissenschaft erörterte auch KPMG-Partner Stephan Köhler, wie sich die Medienunternehmen ändern können und ändern sollten, um erfolgreich zu sein.

„Dass die Medienunternehmen den Drang zur Veränderung selbst spüren, haben wir auch in unserer kürzlich veröffentlichten Technologie-Studie festgestellt. Häufig mangelt es aber noch an einer übergreifenden Strategie“, sagt Stephan Köhler.

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