IFRS 9 Implementierung – und wo befinden Sie sich? | KPMG | DE

IFRS 9 Implementierung – und wo befinden Sie sich?

IFRS 9 Implementierung – und wo befinden Sie sich?

Zweieinhalb Monate vor dem Go-Live-Datum ist es Zeit eine Bestandsaufnahme vorzunehmen.

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Am 01. Januar 2018 ist es soweit und IFRS 9 entwickelt seine Wirksamkeit in Bezug auf die Bilanzierung von Finanzinstrumenten. Die Ablösung des bisherigen Standards IAS 39 umfasst zahlreiche Implementierungshandlungen, welche gegenwärtig mit Hochdruck auf Seiten der Konzerne bearbeitet werden. Zweieinhalb Monate vor dem Go-Live-Datum ist es somit Zeit, eine Bestandsaufnahme vorzunehmen.

Welche wesentlichen Maßnahmen und Handlungen sollten in Bezug auf die Umstellung auf IFRS 9 be-reits erfolgreich bearbeitet worden sein?

Werfen wir zuerst einen Blick auf die Projektphase „Klassifizierung und Bewertung“. In dieser Phase sollte eine angemessene Bildung von Portfolien von Finanzinstrumenten erfolgt und die bestehenden Business Modelle durch das „key personnel“ klar definiert worden sein. Neben der Klärung von Sondersachverhalten, wie der Zuordnung von Finanzinstrumenten im Factoring, versteht sich die Implementierung sachgerechter Backtesting-Routinen zur Überwachung der korrekten Zuordnung zu den Geschäftsmodellen von selbst. Ebenfalls sollte zu diesem Zeitpunkt die Prüfung der Anforderung zur Erfüllung der Zahlungsstromkriterien (SPPI: solely payments of principal and interest) auf Vertragsebene der Finanzinstrumente abgeschlossen und dokumentiert sein. Hiermit in Verbindung ist durch angemessene Kontroll- und Prozessgestaltung sicherzustellen, dass auch zukünftig auf Vertragsebene eine sachgerechte Prüfung des Zahlungsstromkriteriums vorgenommen wird.

Im Hinblick auf die Projektphase „Impairment“ befinden sich die meisten Unternehmen noch in den vollen Zügen der Modellfindung und -implementierung. Da die verbleibende Zeit für einen weltweiten Rollout der neuen Impairmentvorgaben knapp bemessen ist, sollten zu diesem Zeitpunkt mindestens die folgenden Arbeitsschritte abgeschlossen worden sein:

  • Identifizierung aller Finanzinstrumente im Impairment Scope des IFRS 9
  • Zuordnung der Finanzinstrumente zum General, Simplified oder POCI (purchased or originated credit impaired) Approach
  • Definition von Significant Increase in Credit Risk, Event of Default, Cash Short Fall und Low Credit Risk
  • Modelldefinition für den Simplified und General Approach
  • Datenanalyse zu historischen Ausfällen bzw. aktuelle Marktdaten zum Kreditrisiko und Forward Looking Information
  • Berechnungen der Impairmenteffekte aus der Umstellung auf das neue Expected Credit Loss Model

Deutlich leichter fallen den Unternehmen dahingegen die Umstellungsmaßnahmen in der Projektphase „Hedge Accounting“. Die Anforderungen an die Treasury Management Systeme (TMS) zwischen Spot und Forward Designation unterscheiden zu können, Cost of Hedging Komponenten – insbesondere Currency Basis Spreads – zu berechnen und eine angemessene Bilanzierung der Cash Flow Hedge sowie Cost of Hedging Reserve sicherzustellen, sollte für ein leistungsfähiges TMS erfüllbar sein. Die Definition einer effektiven Sicherungsbeziehung im Einklang mit der jeweiligen Risikomanagementstrategie ist umgesetzt und die Anforderung, was das Unternehmen unter einem engen Zeitfenster des Eintritts eines Grundgeschäftes versteht, wurde erfüllt.

Werfen wir einen Blick auf die letzten beiden Projektphasen „Disclosures“ und „Transition“. Insbesondere die Projektphase zu den Disclosures stellt wesentlichen Anforderungen an die Datenverfügbarkeit und das Finanzreporting der Unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt des Umstellungsprojektes sollte zumindest identifiziert worden sein, welche Veränderungen im Anhang eintreten werden, ob die notwendigen Daten für die Angabe der geforderten Informationen bereits in den Reportingsystemen vorhanden sind welche Schritte notwendig sind, um angemessene Reportingfunktionalitäten bis zum Go-Live-Datum sicherzustellen. Abschließend verbleibt noch die Phase der Transition. Zum aktuellen Zeitpunkt sind die Fragen der Umsetzungsmaßnahmen zur Datenarchivierung und Datenmigration im Vordergrund, wobei die rein technische Umstellungskomponente hinsichtlich ihrer Komplexität nicht zu unterschätzen ist. Die notwendigen Anpassungsmaßnahmen am Kontenrahmen sind identifiziert und die Überarbeitung der Group Reporting Packages in der finalen Bearbeitung.

Verbleiben noch zweieinhalb Monate für alle restlichen Punkte – packen wir es an. 

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 72, Oktober 2017
Autor: Ralph Schilling, Senior Manager, Finance Advisory, rschilling@kpmg.com 

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