ESMA gibt Prüfungsschwerpunkte für 2018 bekannt | KPMG | DE

ESMA gibt Prüfungsschwerpunkte für 2018 bekannt

ESMA gibt Prüfungsschwerpunkte für 2018 bekannt

Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte veröffentlicht.

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Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) hat am 27. Oktober 2017 die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte (European common enforcement priorities for 2017 IFRS financial statements) veröffentlicht. Die zusammen mit den europäischen nationalen Enforcern – wie der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) in Deutschland – identifizierten Themen der Finanzberichterstattung sollten die kapitalmarktorientierten Unternehmen und ihre Abschlussprüfer bei der Erstellung und Prüfung ihrer IFRS-Abschlüsse für 2017 besonders berücksichtigen.

Die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte für die IFRS-Abschlüsse 2017 sind:

1. Angaben nach IAS 8.30 zu den erwarteten Auswirkungen der Einführung wesentlicher neuer Standards in der Berichtsperiode ihrer erstmaligen Anwendung (IFRS 9 Finanzinstrumente, IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden und IFRS 16 Leasingverhältnisse); 

ESMA erwartet, dass die Implementierungsprojekte (insbesondere zu IFRS 9 und IFRS 15) zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung beendet sein müssten und daher konkrete Angaben über die Auswirkungen und die in Anspruch genommenen Wahlrechte gemacht werden können. Unternehmen sollen darauf achten, die Angaben zu den neuen Methoden unternehmensspezifisch auszugestalten, statt die Regelungen aus dem Standard zu wiederholen. Zur Hilfestellung hat die ESMA in einer Anlage sehr konkrete Beispiele gegeben.

2. spezifische Ansatz-, Bewertungs- und Anhangvorschriften in Bezug auf IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse 

Folgende Aspekte stehen hier im Fokus: Immaterielle Vermögenswerte, Anpassungen im Bewertungszeitraum, verpflichtende Übernahmeangebote, günstige Unternehmenskäufe, Unternehmenszusammenschlüsse unter gemeinsamer Beherrschung, bedingte Gegenleistungen und Fair value-bezogene Anhangangaben. 

3. spezifische Aspekte des IAS 7 Kapitalflussrechnung 

Bei diesem Prüfungsschwerpunkt steht die für 2017 erstmals zu erstellende Überleitungsrechnung im Vordergrund, in der die „Finanz“-Verbindlichkeiten in ihrer Entwicklung über zahlungswirksame und nicht zahlungswirksame Veränderungen dargestellt werden. Daneben wird auf Angaben zur Einbeziehung bestimmter Bestandteile in den Zahlungsmittelbestand geachtet (z.B. Überziehungskredite und Beträge aus cash pool-Vereinbarungen) sowie zu Zahlungsmittelbeständen, deren Verfügbarkeit eingeschränkt ist (z.B. wegen Devisenausfuhrbeschränkungen).

Darüber hinaus betont ESMA die Bedeutung einer informativen und ausgewogenen Lageberichterstattung. In diesem Zusammenhang wird daran erinnert, dass die für 2017 erstmals zu erstellende nichtfinanzielle Berichterstattung sowie weiterhin die Darstellung alternativer Leistungskennzahlen von Bedeutung sind. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die möglichen Auswirkungen des Brexit in der Finanzberichterstattung gewürdigt werden sollten. Das Public Statement steht auf der Internetseite der ESMA zur Verfügung.

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