Der gewaschene Terrorist | KPMG | DE
Der gewaschene Terrorist

Der gewaschene Terrorist

Der gewaschene Terrorist

Deutschlands lasche Kontrollen im Bereich Geldwäsche locken Terrorismusfinanzierer an. Nach den Anschlägen von Paris will Frankreich den Geldfluss der Terroristen eindämmen. Finanzminister Michel Sapin kündigt weitere Maßnahmen an und ermahnt die EU-Partner, beschlossene Anti-Geldwäsche-Regeln rascher umzusetzen. Das setzt auch deutsche Unternehmen unter Druck.

Insbesondere soll die internationale Geldwäsche-Task-Force bei der OECD (FATF) die kooperationsunwilligen Staaten benennen. Außerdem soll Frankreichs Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche (Tracfin) mit mehr Befugnissen ausgestattet werden.

Was hat Terrorismusfinanzierung mit Geldwäsche zu tun?

Wer an Geldwäsche denkt, hat meist die Verschleierung von unversteuertem Geld vor Augen. Oder er denkt an Gelder aus Drogengeschäften.

Dass Geldwäsche nicht nur die Banken betrifft, sondern für alle gilt, die gewerblich mit Gütern handeln, sollte inzwischen bei den meisten angekommen sein. Und dennoch: Viele reduzieren Geldwäsche gerne fälschlicherweise auf Banken, Drogen, Diamanten oder die Mafia.

Das Geldwäschegesetz (GWG) trägt das Wort Terrorfinanzierung zwar nicht explizit im Namen, spricht aber im Gesetzestext durchgängig nicht von Geldwäsche allein, sondern von der Verhinderung von „Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung“.

Terroristen sind sehr erfolgreich, informelle Wege für ihre Geldtransfers zu erschließen.

Die Terrororganisationen wie der sogenannte Islamische Staat brauchen Millionen, um überhaupt existieren zu können, ihre Logistik, Trainingscamps und Waffen zu finanzieren.

Zu den klassischen Finanzierungswegen gehört die Unterstützung durch reiche Einzelpersonen oder islamische Wohlfahrtsorganisationen. Die meisten Terrororganisationen nutzen darüber hinaus neue, digitale Methoden. Auf formale Kanäle, etwa Bankkonten, sind sie gar nicht mehr angewiesen. In den Blick der Behörden rücken auch virtuelle Währungen, die zur Finanzierung des Terrorismus eingesetzt werden könnten.

Das Ziel der Geldwäscher: Größere Mengen illegal erwirtschaftetes Geld in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf einzuschleusen. Sei es zur persönlichen Bereicherung – oder eben für die Finanzierung von Terrorismus. Vor allem Industrieunternehmen sind gefährdet.

Deutschland lockt zunehmend Terrorismusfinanzierer an.

Nach Meinung der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) unternimmt Deutschland zu wenig gegen die Geldwäsche und damit gegen den internationalen Terrorismus.

Es droht sogar die Einstufung als „Hochrisikoland“ – und dass lasche Kontrollen Terrorismusfinanzierer anlocken, versteht sich von selbst. Aufgrund der Anschläge von Paris prüfen die Bundesministerien jetzt, inwieweit der Kampf gegen Geldwäsche verbessert werden kann.

Dies betrifft die Verankerung in den relevanten Prozessen und letztlich die Überführung und damit Wirksamkeitsüberwachung im Rahmen des unternehmensweiten Compliance Management Systems. Denn: Geldwäsche ist KEIN Kavaliersdelikt.

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