Basel IV: Verbriefungen | KPMG | DE

Basel IV: Verbriefungen

Basel IV: Verbriefungen

Geringere Bedeutung von externen Ratings und steigende Kapitalanforderungen durch neue Verbriefungsregeln.

Ansprechpartner

Partner, Financial Services

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kontakt

Verwandte Inhalte

Glasfassade eines Gebäudes

Im Dezember 2014 veröffentlichte der Basler Ausschuss ein Rahmenwerk zur Berechnung der Eigenkapitalanforderungen für Verbriefungspositionen. Ziel war es, die Abhängigkeit von externen Ratings bei den bisherigen Methoden zu reduzieren und die Risikosensitivität zu stärken, um die Institute zu einer Verbesserung ihres Risikomanagements zu bewegen. Außerdem sollten Klippeneffekte, die sich ergeben, wenn kleine Änderungen der Input-Parameter zu Sprüngen der Risikogewichte führen, beseitigt sowie das Regelwerk insgesamt vereinfacht werden. Das Inkrafttreten der neuen Regelungen soll laut Basler Ausschuss in 2018 erfolgen. Im Juli 2016 wurde das neue Rahmenwerk um Kriterien für eine Privilegierung einfacher, transparenter und vergleichbarer („STC“) Verbriefungen ergänzt, für deren Eigenkapitalbehandlung ein Konsultationspapier im Juli 2017 veröffentlicht wurde.

Die verschiedenen neuen Basler Regelungen beinhalten vor allem überarbeitete Methoden zur Kapitalbehandlung von Verbriefungspositionen sowie Anforderungen an das Risikomanagement der Banken.

Für die Kapitalbehandlung ist in Zukunft sowohl für Kreditrisiko-Standard- als auch IRB-Banken die Anwendung einer einheitlichen Ansatzhierarchie vorgesehen, bestehend aus im Wesentlichen drei Ansätzen. An erster Stelle steht der Internal Ratings-Based Approach (SEC-IRBA), den Banken anwenden sollen, vorbehaltlich vorhandener anwendbarer interner Modelle. Dieser kommt zum Einsatz, wenn der Anteil der verbrieften Aktiva im Pool, die nach dem IRBA bewertet wurden, mindestens 95% beträgt und die für den SEC-IRBA benötigten Daten verfügbar sind. Falls die Kriterien zur Anwendung des SEC-IRBA nicht gegeben sind, wird der External Ratings-Based Approach (SEC-ERBA) verwendet. Dieser sieht die Nutzung von externen Ratings zur Ermittlung der Kapitalanforderungen vor. Kann der SEC-ERBA wiederum auch nicht benutzt werden, ist die Anwendung des Standardised Approach (SEC-SA) vorgesehen. Dieser Ansatz ist auch verbindlich für Wiederverbriefungen. Für alle Ansätze gilt ein Mindestrisikogewicht von 15%. Falls keiner der drei Ansätze und auch nicht der IAA für Asset Backed Commercial Paper-Positionen angewandt werden kann, weil beispielsweise die erforderlichen Inputparameter fehlen, gilt ein Risikogewicht von 1250%.

In Bezug auf das Risikomanagement von Verbriefungen werden im neuen Regelwerk insbesondere Due Diligence Anforderungen z.B. in Bezug auf externe Risikoeinschätzungen sowie Anforderungen an Risikoüberwachungsprozesse genauer definiert. Ziel ist, dass die Kreditinstitute ihre Verbriefungspositionen im Detail verstehen und ihre Risiken aus Verbriefungen regelmäßig überwachen. Dies geht mit einer Verpflichtung zu umfangreichen Datenerhebungen, wie beispielsweise zu Liquiditätsreserven, Ausfallraten oder Zahlungsverzügen einher. Diskutiert werden auch erhöhte Mindestselbstbehalte für Originatoren.

Im Juni 2017 wurden auf europäischer Ebene nach Abschluss der Trilogverhandlungen zwei Kompromisstexte für Verordnungen veröffentlicht, die basierend auf den Basler Vorschlägen entsprechende Regelungen für sowohl die Privilegierung von sogenannten STS-Verbriefung (einfach, transparent, standardisiert) als auch die Eigenkapitalbehandlung in der CRR vorgeben. Letztere wurden nicht in den Entwurf für die CRR II integriert. Sie sollen ab Anfang 2019 mit einer Übergangsregelung für Altverbriefungen bis Ende 2019 angewandt und durch EBA-Standards ergänzt werden.Auf die Banken kommen Herausforderungen im Hinblick auf die zukünftige Strukturierung von Verbriefungen sowie den Datenhaushalt, aber auch bei Datenbeschaffungsprozessen und der Implementierung der Berechnungslogik zu. Darüber hinaus haben die Banken, u.a. durch die Mindestrisikogewichtung, mit einer Erhöhung der Kapitalunterlegung zu rechnen, die auch durch die geplanten europäischen Erleichterungen für einfache, transparente und standardisierte Transaktionen („STS-Verbriefungen“) lediglich gemildert wird.

Die Institute sollten sich zeitnah durch entsprechende Simulationsrechnungen und Gap-Analysen auf die neuen Regelungen vorbereiten, die je nach Portfolio einen erheblichen Umsetzungsaufwand und deutlich geänderte Kapitalanforderungen mit sich bringen können.

Basel IV

Basel IV

Alle relevanten Informationen zu den regulatorischen Neuerungen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht finden Sie in unserem Basel IV-Portal.

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden

KPMG's neue digitale Plattform

KPMG hat einen neuen Webauftritt entwickelt, der einen möglichst einfachen, nutzerfreundlichen Zugang zu den Inhalten von KPMG bieten soll.

 
Lesen Sie mehr