Basel IV: Interne Kreditrisikomodelle (IRBA) | KPMG | DE

Basel IV: Interne Kreditrisikomodelle (IRBA)

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Vorschläge zur zukünftigen Anwendung interner Kreditrisikomodelle mit dem Ziel der Reduktion von RWA-Schwankungen.

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Im März 2016 veröffentlichte der Basler Ausschuss Vorschläge zur Anwendung interner Kreditrisikomodelle (IRBA), welche massiv in die bestehenden Ausgestaltungen der IRBA-Modelle der Säule I eingreifen und im Wesentlichen drei Bestandteile umfassen:

Die erste Änderung betrifft die Einschränkung interner Kreditrisikoansätze für bestimmte Portfolien und Segmente. Diese erfolgt aus den Erkenntnissen der Finanzkrise, dass sich die Kreditrisikoparameter Ausfallwahrscheinlichkeit (PD), Verlustquote (LGD) und Umrechnungsfaktor (CCF) zur Bestimmung der Kapitalanforderungen nicht immer zuverlässig modellieren ließen. Nach Ansicht des Basler Ausschusses können für einige Portfolien insbesondere nicht die wesentlichen Kriterien Datenverfügbarkeit, Informationsvorteil der Banken gegenüber dem Markt bzw. die Verfügbarkeit robuster Modellierungsverfahren erfüllt werden.

Daher sollen in Zukunft IRBA-Modelle für Banken sowie „Große Unternehmen“ nicht mehr zulässig sein. Für „Mittlere Unternehmen“ soll die Nutzbarkeit von fortgeschrittenen IRBA-Modellen (A-IRBA) abgeschafft werden. Zudem sollen IRBA-Modelle auch bei Spezialfinanzierungen nicht mehr zulässig sein. Diese Vorgaben des Baseler Ausschusses werden aktuell kontrovers diskutiert und europäische Aufsichtsbehörden vertreten die Auffassung, dass insbesondere die Basis-IRB-Modelle für Positionen ggü. Unternehmen und Banken sowie für Spezialfinanzierungen weiterhin Anwendung finden sollten.

Die zweite wichtige Änderung besteht in der Einführung von Untergrenzen („Floors“) auf Parameterebene für die noch zulässigen IRBA-Portfolien insbesondere in Bezug auf PD und LGD (z.B. 10% für wohnimmobilienbesicherte Positionen auf Transaktionsebene, nicht auf Portfolioebene, sowie 20% für andere Sachsicherheiten). Dabei sollen u.a. die Aspekte Zuverlässigkeit der Modellschätzungen, Reduktion der RWA-Schwankungen sowie die Angleichung nationaler Sonderregelungen berücksichtigt werden.

Schließlich beabsichtigt der Basler Ausschuss eine Eingrenzung und Konkretisierung der Methoden zur Schätzung der IRBA-Modellparameter durch entsprechende Leitplanken. Darunter fallen u.a. Vorschläge zu stabilen Through-the-Cycle-PDs (TTC-PDs), Spezifizierung in Bezug auf die Verlustquote sowie Limitierungen zur Nutzung von Umrechnungsfaktoren wie z.B. Beschränkung auf ausgewählte Arten von Kreditfazilitäten. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere für Low-Default-Portfolien Parameter- und Methodenvorgaben eingeführt werden. Solche Vorgaben sind auf europäischer Ebene zudem eng im Kontext neuer Vorgaben der EBA sowie der EZB-Initiative zur Überprüfung interner Modelle zu sehen (TRIM).

Neben dem absehbaren Anstieg der Kapitalanforderungen können die neuen Leitplanken zur Berechnung der relevanten Parameter zu Rekalibrierungen oder Neuentwicklungen von Modellen führen. Zu beachten sind auch die Wirkungen von Änderungen der Ausfalldefinition sowie Materialitätsschwellen in diesem Kontext.

Vor diesem Hintergrund empfehlen wir die zeitnahe Durchführung einer ersten Betroffenheitsanalyse auf die Portfolien, Modelle und Mindestkapitalanforderung, um die Effekte und Umsetzungsaufwände abschätzen zu können. Auswirkungen auf die Geschäftsstrategie sollten analysiert und ein laufendes Monitoring der aktuellen regulatorischen Entwicklungen durchgeführt werden.

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