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Basel IV: Großkredite

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Verschärfte Eigenkapitalanforderungen bei Regulierung von Großkrediten.

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Bereits im April 2014 veröffentlichte der Baseler Ausschuss ein finales Rahmenwerk zur Behandlung und Überwachung von Großkrediten. Hintergrund war neben einem fehlenden international harmonisierten Rahmen, dass die anrechenbaren Eigenmittel der Banken in bestimmten Fällen nicht hoch genug waren, um die Verluste eines oder mehrerer Kreditnehmer abzudecken und die starken Abhängigkeiten zwischen global systemrelevanten Instituten nur unzureichend berücksichtigt worden waren.

Daher setzen die Neuregelungen auch zunächst an diesen beiden Punkten an. Ein Großkredit liegt in Zukunft vor, wenn eine Risikoposition gegenüber einem Kunden oder einer Gruppe mindestens 10% des Kernkapitals einer Bank beträgt. Somit wird eventuell vorhandenes Ergänzungskapital nicht mehr berücksichtigt, wurde doch bisher auf die anrechenbaren Eigenmittel abgestellt. Die Großkreditdefinitions- wie auch die -obergrenze sinken somit und wirken für die Institute restriktiver. Die Obergrenze bleibt grundsätzlich bei 25% des Kernkapitals bestehen. Verschärfte Vorschriften gelten jedoch für global systemrelevante Institute, deren Großkreditobergrenze für Positionen untereinander nur noch 15% des Kernkapitals betragen darf.

Zu beachten ist ferner, dass Risikopositionswerte für Derivate-Positionen zukünftig nach dem neuen Standardansatz für Kontrahentenrisiken (SA-CCR) zu berechnen sind, was zu einer geänderten Auslastung der Großkreditgrenzen führen kann (siehe unsere Ausführungen zum SA-CCR). Weitere Anpassungen bestehen z.B. bzgl. der Aufrechnung von Long- und Shortpositionen in Handelsbuchinstrumenten und der Anwendbarkeit weiterer Kreditrisikominderungstechniken, wie zum Beispiel der Anrechnung von Immobiliensicherheiten und finanzieller Sicherheiten.

Auf europäischer Ebene wurden die Änderungsvorschläge des Basler Ausschusses schon weitestgehend in den Kommissionsentwurf zur CRR II übernommen. Dieser wird grundsätzlich 2 Jahre nach Inkrafttreten anzuwenden sein (zum Beispiel zum 01.01.2020 bei Inkrafttreten am 01.01.2018).

Den Banken ist die Ermittlung der neuen Definitions- und Obergrenze und eine Analyse der Auswirkungen insbesondere der neuen Derivatebehandlung sowie geänderten Anrechnungsmöglichkeiten von Kreditrisikominderungstechniken auf die individuellen Großkredit-Positionen zu empfehlen, um frühzeitig steuernde Maßnahmen in Bezug auf Kreditrisikokonzentrationen ergreifen zu können.

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