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Basel IV: Fundamental Review of the Trading Book (FRTB)

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Neue Regularien zur Eigenkapitalunterlegung von Marktpreisrisiken im Handelsbuch.

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Im Januar 2016 veröffentlichte der Baseler Ausschuss den finalen Standard zur Ermittlung der Eigenkapitalanforderung für Marktpreisrisiken, welcher bis Anfang 2019 in nationales Recht übertragen und von den Banken ab Ende 2019 angewendet werden soll. Auf europäischer Ebene wurden diese Vorgaben mit verschiedenen Anpassungen in den Entwurf der CRR II übernommen.

Die neuen Regelungen im Rahmen des Fundamental Review of the Trading Book (FRTB) beinhalten eine schärfere Trennung von Positionen zwischen dem Handels- und Anlagebuch, die Einführung eines neuen Standardansatzes für Marktpreisrisiken sowie überarbeitete Vorschriften zur Verwendung interner Modelle. Die verschärfte Abgrenzung zwischen Handels- und Anlagebuch soll Umwidmungen zwischen den beiden Büchern erschweren und damit regulatorische Kapitalarbitrage verhindern. Hierzu werden explizit benannte Finanzinstrumente sowie bestimmte gelistete Eigenkapitalinstrumente oder Optionen explizit dem Handelsbuch zugeordnet. Von dieser Zuordnung kann nur begründet und mit Zustimmung der Aufsicht abgewichen werden. Zum Zeitwert bilanzierte Instrumente sollen gemäß dem CRR II Entwurf – abweichend von den Vorgaben des Baseler Ausschusses – grundsätzlich ebenso dem Handelsbuch zugeordnet werden.

Der neu entwickelte Standardansatz umfasst drei unabhängig zu ermittelnde Komponenten: ein sensitivitäts-basierter Varianz-Kovarianz-Ansatz zur Kapitalunterlegung „klassischer“ Marktpreisrisiken, ferner eine Ausfallrisiko-Komponente für Fremd- und Eigenkapitalpositionen sowie einen Zuschlag für Finanzinstrumente mit exotischen oder sonstigen Basiswerten. Begleitet wird dieser Ansatz durch entsprechende Offenlegungsanforderungen.

Bei der Verwendung interner Modelle erfolgt die Genehmigung zukünftig nicht mehr auf Bank-, sondern auf Handelstischebene. Die Eigenmittelanforderungen wurden dabei verschärft – unter anderem durch Berücksichtigung von Risikofaktor-spezifischen Liquiditätshorizonten, Einführung so genannter nicht-modellierbaren Risikofaktoren und Restriktionen bei Diversifikationsannahmen – und ergeben sich ähnlich wie der Standardansatz aus der Summe von drei Komponenten: einem Expected Shortfall zur Kapitalunterlegung „klassischer“ Marktpreisrisiken, einem konservativ ausgestalteten Maß für nicht-modellierbare Risikofaktoren und einer Ausfallrisiko-Komponente für Fremd- und Eigenkapitalpositionen. Ferner müssen Banken, die interne Modelle zur Messung von Marktrisiken verwenden, die Eigenkapitalunterlegung zusätzlich vergleichend mit Hilfe des Standardansatzes berechnen.

Auch wenn der Kommissionsvorschlag eine mehrjährige Übergangsphase vorsieht, nach der Institute zunächst nur 65% der nach den neuen Kapitalansätzen ermittelten Eigenkapitalanforderung vorhalten müssen, ergeben sich für alle Institute erhebliche Implikationen und Handlungsbedarfe. Abhängig vom individuellen Portfolio ist grundsätzlich auch in Folge der Ausweitung der Handelsbuch-Zuordnung mit erhöhten Eigenkapitalanforderungen im Vergleich zum Status Quo zu rechnen. Zudem ergeben sich selbst im Standardansatz deutlich höhere Anforderungen an die Granularität der Daten sowie eine erhöhte Methodenkomplexität. Für interne Modelle steigt der organisatorische Aufwand zur Beantragung bzw. für den fortlaufenden Betrieb deutlich.

KPMG verfügt über umfangreiche Erfahrung an der Schnittstelle zwischen Risikomessung, Aufsichtsrecht sowie Handel und IT. Unsere Beratungsleistungen umfassen die Durchführung von Simulationsrechnungen der zukünftigen Eigenkapitalanforderung sowie die Konzeption von Berechnungen gemäß der gewählten Kapitalansätze und deren Implementierung und Einbindung in das aufsichtsrechtliche Meldewesen.

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