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Automotive Singularity

Automotive Singularity: Die dritte Phase der Autoentwicklung

Die Singularität, ein einmaliges Ereignis, umwälzend und mit weitreichenden Konsequenzen, steht dem Automobilbereich bevor. Sie folgt der dritten und letzten großen Entwicklungsphase in der Geschichte des Autos, wie wir es heute kennen und definieren.

Viele Jahrzehnte war die Autoentwicklung vor allem mechanisch geprägt: Fahrwerke wurden optimiert, Motoren verbessert, Reifen beständiger, Innenräume leiser.

In den letzten 20 Jahren verlagerte sich die Entwicklung in den elektronischen Bereich. Autos von heute haben Steuergeräte eingebaut, die alles optimieren und regeln, was technisch machbar ist. Die Servolenkung unterstützt beim Lenken, das Anti-Blockier-System (ABS) erleichtert das Bremsen, das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) hilft, die Spur zu halten, das Kurvenlicht leuchtet die Straße besser aus.

Aber auch hier sind die Entwicklungsmöglichkeiten weitgehend ausgereizt. Stattdessen wird die Zukunft des Automobils von einer neuen Phase dominiert: der Digitalisierung.

Diese dritte Phase stellt an die Automobilhersteller deutlich größere Anforderungen als die ersten beiden. Mit dem Internet haben die Menschen neue Erwartungen an ihr Auto. Sie wollen nicht nur einfach eine Strecke zurücklegen, sondern dabei mit der Welt verbunden sein.

VDA-Präsident Matthias Wissmann sagte auf der IAA, dass bereits in zwei Jahren vier von fünf Neuwagen mit dem Internet verbunden sein werden. Die Analysen unseres Kompetenzzentrums Automobil sehen bis 2022 gar einen Vernetzungsgrad von mehr als 90 Prozent.

Autos werden zu Datenknotenpunkten

Das schafft neue Geschäftsmodelle, die eine intelligente Vernetzung der Daten erfordern. Gleichzeitig ändert sich der Entwicklungszyklus von Autos, wenn ihre Attraktivität davon abhängt, wie aktuell die verwendete Soft- und Hardware ist. Genauer gesagt: Es sind mehrere voneinander abgekoppelte Entwicklungsprozesse notwendig.

Die Autohersteller werden sich einiges einfallen lassen müssen, um den Schritt in die Zukunft zu meistern. Auf dem Markt werden sich die Unternehmen behaupten, die ihre Technologien mit den richtigen Geschäftsmodellen vermarkten, die den Wert der Kunden- und Fahrzeugdaten erkennen und es schaffen, den Kunden branchenübergreifend über seinen gesamten Lebenszyklus zu begleiten.

Hersteller, die nicht über eine belastbare Kundenbeziehung und eine starke Marke verfügen, könnten zu Zulieferern für Firmen wie Google werden. Auch hier werden die Internetkonzerne die Entwicklung vorantreiben, wenn die traditionellen Hersteller den Wandel nicht selbst annehmen.

Die Digitalisierung wird in vielen kleinen Schritten letztlich zu einem Ergebnis führen: dem ultramobilen, autonomen Datenraum. Das ist die Singularität im Automobilbereich.

Egal, ob der Fahrer aktiv eingreifen wird und kann, Autos werden mehr und mehr autonom sein. Dem können sich genauso wenig Autofahrer wie Hersteller verweigern. Die IAA lässt im Unklaren, ob Letztere dafür schon bereit sind.

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