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Erst denken, dann twittern

Keyfacts über Social Media

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Unternehmen mit Social Media überfordert • Facebook populärste Plattform bei Firmen • soziale Netzwerke richten sich neu aus

Digitale Kommunikation ist aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Sie ist in unserer Gesellschaft längst selbstverständlich, für Privatpersonen ebenso wie für Kunden und Mitarbeiter. Es kann aber auch Ärger geben. Verbreiten Mitarbeiter Angebote ihres Unternehmens in privaten Posts, kann das schnell einen Wettbewerbsverstoß bedeuten. Damit kann die gut gemeinte Idee eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs nach sich ziehen – und damit möglicherweise Abmahnkosten oder Schadensersatzforderungen.

Lästern sie über Chefs oder Kunden, beschädigen sie nachhaltig die Marke. Immer mehr Vorstände, Pressesprecher und Social-Media-Beauftragte twittern im Namen ihrer Unternehmen, posten Bilder auf Facebook oder stellen Videos auf YouTube. Drei Viertel der deutschen Unternehmen nutzen inzwischen Social-Media-Kanäle, egal ob es sich um kleinere und mittlere Unternehmen oder Großkonzerne handelt. Die beliebteste Plattform ist nach wie vor Facebook.

Eine Erhebung von Statista zeigt, dass bereits 66 Prozent der Großunternehmen in Deutschland und der Schweiz den Kurznachrichtendienst Twitter nutzen. Doch vielen ist immer noch nicht klar, was sie damit auslösen können – im schlechten wie im guten Sinne.

75% der deutschen Unternehmen nutzen inzwischen Social-Media-Kanäle

Viele Unternehmen sind noch überfordert

Viele Unternehmen haben nach wie vor Hemmungen, soziale Medien über reine Marketingzwecke hinaus zu nutzen. Das liegt vor allem daran, dass zahlreichen Verantwortlichen die Risikofaktoren im Umgang mit Social Media immer noch nicht bewusst oder bekannt sind. Und viele Unternehmen sind von der Schnelllebigkeit der sozialen Medien schlichtweg überfordert.

Natürlich entstehen durch die neuen Formen der Kommunikation auch neue Risiken. Ein Foto vom Kunden hochladen, ein aufmunterndes Zitat zum Wochenanfang posten. Alles gut gemeint. Doch wer dabei das Recht am eigenen Bild oder den Urheberrechtsschutz außer Acht lässt, der verliert am Ende nicht nur Freunde, sondern im schlimmsten Fall auch Reputation und Geld. Sicherlich besteht auch die Gefahr, vorhandene Risiken noch zu verstärken. Wer auf verschiedenen Kanälen kommuniziert und mit seinen Kunden in Kontakt tritt, bietet auch eine größere Angriffsfläche und muss sich mit Reputationsschäden auseinandersetzen.

Doch Unternehmen sollten sich dieser Entwicklung nicht verschließen, sondern lieber anfangen, sie professionell zu gestalten. Denn die sozialen Medien bieten den Firmen auch Chancen. Wer professionell und aufmerksam kommuniziert, kann die Kanäle für sich nutzen. Beispielsweise als Hinweisgebersystem, wenn es um Korruption geht. Oder als Frühwarnindikator bei der Einführung neuer Produkte. Wer früher merkt, dass der Kunde nicht zufrieden ist, kann schneller reagieren.

Digitale Kommunikation sollte in die DNA des Unternehmens integriert werden

Voraussetzung für einen professionelleren Umgang mit sozialen Medien ist, dass alle Verantwortlichen das gleiche Verständnis haben. So sollte dem Management klar sein, wie Nutzen und Ertrag messbar gemacht werden können. Gleichzeitig ist es wichtig, dass dem Marketing und der PR-Abteilung bewusst ist, dass die Kosten für digitale Maßnahmen ins Budget passen müssen.

Wer wirklich erfolgreich mithalten will, tut gut daran, sich von bisherigen Vorgehensweisen zu verabschieden und neue Wege zu gehen. Unternehmen sollten verstehen, dass IT, Informationssicherheit und Risikomanagement in der digitalen Kommunikation zukünftig ebenso eine wichtige Rolle spielen werden wie die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien. Die Zusammenarbeit mit dem Compliance-Bereich eines Unternehmens, der die Einhaltung und Vermeidung von Regelverstößen überwacht, wird unumgänglich.

Der große Hype um die sozialen Netzwerke ist längst vorbei. Das heißt aber nicht, dass die Dienste wieder verschwinden. Im Gegenteil. Sie sind so etabliert, dass sie sich mit einer grundsätzlichen Neuausrichtung beschäftigen: Weg vom ursprünglichen, rein sozialen Netzwerk, hin zu eigenständigen und mächtigen Marketing- und Verkaufsinstrumenten.

Wer diesen Trend nicht verpassen will, sollte für die professionelle Integration der digitalen Kommunikation in die DNA der Unternehmenskultur sorgen. Damit das gelingt, ist es ratsam, dass die kreativen Köpfe in den PR- und Marketingabteilungen vor allem eines deutlich machen: Dass ihr Social-Media-Management mit den Instrumenten der Compliance ganzheitlich standardisiert ist und die Prozesse professionalisiert sind.

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