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Ein Start-up gründen in der Provinz: Darauf kommt es an!

Ein Start-up gründen in der Provinz

Ländliche Regionen sind für Gründer attraktiv – wenn sie ein paar Grundregeln beachten

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Ein digitaler Lesezirkel, ein Portal, das Paketdienste vergleicht, eine Diagnose-App für kranke Pflanzen und eine Elektroroller-Manufaktur – vier Beispiele für erfolgreiche Start-ups. Und sie teilen noch eine Gemeinsamkeit: Sie wurden nicht etwa im hippen Berlin oder Hamburg gegründet, sondern in der Provinz. Ihre Geburtsorte heißen Oldenburg, Neu-Isenburg, Hannover und Remagen. Auf der Start-up-Landkarte waren dies bislang eher weiße Flecken. Das zeigt: Innovative Jungunternehmer schauen sich inzwischen auch jenseits der Gründungsmetropolen um. Und dafür gibt es gute Gründe.

Neue Player unter den Start-up-Standorten

Ein Blick in den Deutschen Startup-Monitor 2016 zeigt, dass vor allem die Ballungsräume Gründer anziehen. Berlin, das Ruhrgebiet, Stuttgart/Karlsruhe, München und Hamburg – das sind die stärksten Magnete für junge Unternehmen. Allerdings taucht in der Studie mit Hannover/Oldenburg eine Region auf, die es erstmals unter die Toplagen geschafft hat. Deshalb von einem Trend zu sprechen, mag verfrüht sein, doch eines zeigt die Entwicklung auf jeden Fall: Auch auf dem platten Land ist es mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen, ein Start-up zu gründen.

Entsprechende Initiativen gibt es dort bereits. Sie verstehen sich meist als Anlaufstationen, bringen Start-up-Gründer und etablierte Unternehmen zwecks Kooperationen zusammen. Sie knüpfen Kontakte zu Wirtschaftsverbänden, bauen eine Community auf oder bieten günstige Büroräume an. Das ist ein Anfang. Um den etablierten Metropolen den Rang abzulaufen, braucht es mehr als das.

Die richtige Infrastruktur ist der Schlüssel

Klar, am Anfang jeder Erfolgsstory steht eine zündende Idee. Eine Idee, die etwas verändert, Neues in Gang setzt – und ein Team, das dafür brennt. Doch damit daraus ein erfolgreiches Start-up wird, muss eine wichtige Voraussetzung erfüllt sein: eine optimale Infrastruktur. Wie die konkret aussieht, variiert von Geschäftsidee zu Geschäftsidee, von Standort zu Standort. Das Schema ist allerdings immer gleich. Neben den bereits erwähnten ganz praktischen Hilfestellungen gehört ein fruchtbares Ökosystem dazu.

Wer also ein Start-up gründen will, sollte auf ein funktionierendes Netzwerk an Gleichgesinnten achten und – ganz entscheidend – auf eine in die Zukunft gerichtete Finanzierung. Das meint nicht nur Startkapital aus öffentlichen oder privatwirtschaftlichen Fördermitteln, sondern auch Geld für die Anschlussphase. Daran mangelt es insbesondere auf dem Land häufig noch. Die großen Städte sind diesbezüglich bereits wesentlich weiter.

Provinz ja, provinziell nein

Wollen ländlichere Regionen daran anknüpfen, brauchen sie Landesregierungen, die entsprechende Grundlagen schaffen. Noch wird in zuständigen Ministerien manchmal nicht zwischen Start-ups, klassischen Existenzgründungen und dem Mittelstand differenziert. Das sollte sich ändern. Insbesondere hinsichtlich der Bildungs- und Forschungsträger und vor allem der Hochschulen. Ihnen kommt eine zentrale Rolle zu, denn vor allem hier entstehen die Ideen für Start-ups. Viele Einrichtungen erkennen die Schaffenskraft ihrer Studentinnen und Studenten nicht und geben ihnen keinen Raum, ihre Ideen voranzutreiben. Dabei gibt es gute Vorbilder. So hat die Stanford University die Gründer von Google anfangs über eine Beteiligungsgesellschaft unterstützt. Wer ein ähnliches Beispiel in der deutschen Provinz finden will, muss lange suchen. Fündig wird er an der TU Braunschweig, beispielsweise bei der von KPMG unterstützten Veranstaltung „High Tech Entrepreneurship and Innovation Forum“ am 4. Juli. In Braunschweig hat der Leiter des Lehrstuhls für Entrepreneurship, Professor Dr. Reza Asghari, mit „Academic Ventures“ ein Projekt angeschoben, das aussichtsreiche Gründer nicht nur praktisch und ideell unterstützt, sondern auch eine langfristig angelegte Start-up-Finanzierung auf den Weg bringt. Im Gegenzug erhält die hochschuleigene Beteiligungsgesellschaft Anteile an den jungen Unternehmen. So funktionieren die erforderlichen Ökosysteme auch abseits der Metropolen.

Stimmt die Infrastruktur, dann punktet die Provinz mit weiteren Vorteilen für Start-ups auf ihrem Weg zum Erfolg. So ist dort die Konkurrenz geringer. Es gibt nicht nur weniger Mitbewerber, eine gute Idee hat es in der Provinz auch leichter als zum Beispiel in Berlin. Außerdem fallen in den großen Start-up-Zentren die Bewertungen sogar für mittelprächtige Unternehmen teils zu hoch aus. Deshalb schürfen Geldgeber immer öfter in ländlichen Gefilden nach günstigen, aber aussichtsreichen Investitionen.

Ein letzter Pluspunkt ist die höhere Aufmerksamkeit, die Start-ups abseits der einschlägigen Gründerzentren erreichen. Das steigert den Bekanntheitsgrad, weckt das Interesse von Entrepreneuren und verbessert so die Erfolgschancen.

Fassen wir zusammen: Wer ein Start-up gründen will, findet dafür mittlerweile auch in der Provinz gute Voraussetzungen. Jedenfalls dann, wenn dort eine passende Infrastruktur vorhanden ist. Dazu zählt neben einer Anbindung an die örtliche Wirtschaft und Hochschulszene im Idealfall auch eine langfristig angelegte Finanzierung. Dann klappt es mit der Gründung auch in Oldenburg, Neu-Isenburg, Hannover, Remagen und anderswo.

Mehr über die Lage deutscher Start-ups erfahren Sie hier im aktuellen Deutschen Startup-Monitor von KPMG.

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