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Korruption

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Betrugsprävention durch OLAF

Keyfacts über Wirtschaftskriminalität

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Korruption ist keine Bagatelle • Wichtigste Aufgabe von OLAF: Betrugsprävention • Erfolg hängt vin vernetzter Zusammenarbeit ab

EU-Wirtschaftspolizei: Wie der 16-jährige OLAF Korruption bekämpft

Den nordischen Vornamen Olaf kennt wohl jeder. Auch das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung bedient sich dieser vier Buchstaben: OLAF steht für „Office de Lutte Anti-Fraude“. Die Behörde feierte gerade ihren 16. Geburtstag. OLAFs Arbeit sollte für jedes international operierende Unternehmen Vorbild sein – vorausgesetzt, es beachtet vier grundlegende Punkte.

Die Brüsseler Behörde OLAF hat den Auftrag, die wirtschaftlichen und finanziellen Interessen der Europäischen Union (EU) zu schützen und Betrug, Korruption und sonstige Missstände innerhalb der EU-Organe und bei den Haushaltsmitteln zu bekämpfen.

OLAF wurde 1999 ins Leben gerufen und ist direkt der Europäischen Kommission unterstellt. Betrugsprävention gehört zu seinen wesentlichen Aufgaben.

OLAF ist mit seinen rund 440 Mitarbeitern die Wirtschaftspolizei der Europäischen Union

Mit beachtlichem Erfolg: Seit 1999 führte OLAF circa 3.500 Untersuchungen durch und verhängte Haftstrafen von insgesamt 900 Jahren. In der Folge flossen über 1,1 Milliarden Euro (ohne Geldbußen) zurück in den EU-Haushalt.

Allein 2013 ermöglichte die Arbeit der Antikorruptionsbehörde einen Rückfluss von EU-Geldern in Höhe von über 117 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum kostete OLAF die Mitgliedstaaten lediglich knapp 58 Millionen Euro.

1,1 Mio.€ (ohne Geldbußen) flossen seit Gründung der Antikorruptionsbehörde 1999 zurück in den EU-Haushalt.

Wer den Chef verpetzt, geht Risiken ein

OLAF ist operativ unabhängig und darf das Ausmaß der Untersuchungstätigkeiten selbst bestimmen. Gleichzeitig ist die Behörde berechtigt, die Anonymität eines Hinweisgebers so weit wie möglich zu schützen.

Der Whistleblower kann in allen 24 EU-Amtssprachen seine Vorwürfe auf allen modernen Kommunikationswegen vorbringen. Der Schutz des Whistleblowers ist ein hohes Gut.

OLAF taugt in vielerlei Hinsicht als Vorbild

Kulturelle und rechtliche Grenzen sind eine extreme Herausforderung für Staaten und Unternehmen – insbesondere bei Wirtschaftskriminalität.

Der Erfolg von wirtschaftskriminellen Untersuchungen hängt maßgeblich von einer vernetzten Zusammenarbeit ab. Entsprechende Kompetenzen kann OLAF seit 16 Jahren vorweisen.

Gerade für international operierende Unternehmen sollte OLAFs Arbeit Vorbildcharakter haben – vorausgesetzt, das Unternehmen beachtet vier grundlegende Punkte:

1. Es muss wirklich Bereitschaft zur Aufklärung zeigen

Hierbei ist weniger das Bekenntnis zu Visionen, Richtlinien oder sonstigen Veröffentlichungen wesentlich, sondern das tatsächliche Handeln. Dieses Handeln spiegelt sich zum einen in der Möglichkeit für Mitarbeiter, Vorwürfe vorzubringen und zum anderen in der tatsächlichen Aufklärungsarbeit wider.

2. Es muss eine Meldestelle einrichten

Diese Meldestelle, Ombudsmann- oder Whistleblower-Stelle darf keine Sprachbarrieren enthalten und muss ohne Hemmschwellen erreichbar sein. Es darf kein Verdacht aufkommen, dass die Nutzung der Meldestelle persönliche Nachteile bedingen würde.

3. Es muss die Aufklärung durchsetzen

Hierzu müssen der untersuchenden Einheit, entweder der internen oder externen Stelle, weiterreichende Freiheiten gestattet werden. Insbesondere bei grenzüberschreitenden Untersuchungen müssen auch kulturelle und rechtliche Unterschiede beachtet werden. Spezialisten mit entsprechenden Kenntnissen müssen die Aufklärung vorantreiben.

4. Es muss die Ergebnisse veröffentlichen

Wesentlich für den Abschluss einer Untersuchung ist die (interne) Veröffentlichung der Ergebnisse. Werden die Folgen einer Untersuchung transparent, erhöht sich die Glaubwürdigkeit – dadurch steigt auch die Akzeptanz. Daraus ergibt sich unmittelbar eine Präventionswirkung im Unternehmen.

Korruption ist keine Bagatelle

Wer bei einer Korruption erwischt wird, zahlt mittlerweile nicht nur eine empfindliche Geldstrafe oder landet im Gefängnis, sondern muss sich auch langfristig um den Ruf und die Reputation seines Unternehmens sorgen.

Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt

Entscheider sollten sich OLAFs Organisation und Arbeitsweise einmal genauer ansehen – zu ihrer eigenen Sicherheit. Denn „wer aufhört, besser werden zu wollen, hat aufgehört, gut zu sein.“ – Das sagte schon Oliver Cromwell.