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Frauen verpassen Digitalbusiness

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Männer erhalten leichter Venture Capital • Auch Frauen denken in Stereotypen • Tech-Start-ups von Frauen sind profitabler

Frauen verpassen Digitalbusiness: Wir brauchen mehr Cyber-Girls

Hacker sind Männer, Software-Entwickler auch. Wenn das Digitalbusiness die Welt von Morgen regiert, dann ist die überwiegende Mehrheit der neuen Herrscher männlich. Die neue Weltregierung hat ihr Hauptquartier nicht mehr an der Wall Street, sondern im Silicon Valley. Hier versammeln sich Gründer und Unternehmenschefs wie Googles Sergey Brin, Tim Cook von Apple, Uber-Aufsteiger Travis Kalanick oder Joe Gebbia von Airbnb. Sie sind Anführer, Macher, Visionäre. Und Männer.

Das Digitalbusiness hat ein Frauenproblem

Im Silicon Valley sind Frauen maßlos unterrepräsentiert: Lediglich 11 Prozent der Führungspositionen sind mit Frauen besetzt. Darunter bekannte Gesichter wie Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin bei Facebook, oder Marissa Mayer, Vorstandsvorsitzende bei Yahoo. Bei den IT-Experten, Programmierer und Software-Ingenieure machen Frauen weniger als ein Viertel aus. Und bei Google, Facebook und Twitter sind 70 Prozent aller Mitarbeiter Männer. Ähnlich bei den Gründungen: Frauen gründen nur 18 Prozent der Start-ups in den USA. In Deutschland lag der Anteil sogar bei nur knapp über 10 Prozent.

10% der deutschen Start-ups werden von Frauen gegründet.

Männer haben den besseren Zugriff auf Venture Capital

Wird derselbe Pitch, Wort für Wort, von einer männlichen Stimme vorgetragen, ist es 68 Prozent wahrscheinlicher, dass Investoren eine Finanzierung zusagen. Zieht man das Aussehen mit ein, erhöht sich die Erfolgswahrscheinlichkeit für attraktive Männer noch einmal deutlich, wohingegen das Aussehen weiblicher Gründerinnen keinen erkennbaren Einfluss auf den Erfolg ihres Pitch hat. Das belegt eine Studie der Harvard Business School. So gingen nur magere 3 Prozent des gesamten Risikokapitals, das zwischen 2011 und 2013 in den USA investiert wurde, an Start-ups weiblicher Gründerinnen.

Frau zu sein färbt ab

Risikokapitalgeber, Männer und Frauen, denken in Stereotypen. Nur selten lassen sie sich von Frauen überzeugen. Das ist umso absurder, wenn wir sehen, dass Tech-Start-ups, die von Frauen geführt werden, mehr als dreimal so viel Return on Investment abwerfen als jene, die von Männern geführt werden. Voreingenommenheit ist in uns, in der Kindheit geprägt und schon in sehr jungem Alter durch die Medien und die Industrie verstärkt. In den Filmen, die unsere Kinder sehe, ist die Botschaft klar: Frauen und Mädchen sind weniger bedeutend als die männlichen Figuren. In einer Studie der Yale-Universität legten Wissenschaftler den Testpersonen zwei Versionen des gleichen Lebenslaufs vor – mit Ausnahme der Vornamen. Der männliche Kandidat wurde als mehr talentiert und erfahren beurteilt und erhielt öfter einen Job mit einem höheren Gehalt. Die weibliche Konkurrentin musste hinten anstehen. Einfach nur, weil sie eine Frau war.

Schon Mädchen glauben sie seien nicht gut in Mathe

Die Verzerrung zwischen Fiktion und Realität ist immens und genau diese Verzerrung spiegelt sich im MINT-Bereich und der Tech-Szene wider. So kommen nicht genügend Studentinnen nach. In Deutschland sind derzeit weniger als 20 Prozent der Informatik-Studenten Frauen. Nach dem Studium gehen mehr wissenschaftliche Berufe an Männer. Auch auf der Karriereleiter kommen Frauen nicht voran. Nach über zwei Jahren im Job nehmen nur noch wenige eine Führungsposition ins Visier.

Mehr weibliche Erfolgstories

Es gibt sie, die Frauen, die auch in der Tech-Szene ganz nach oben gekommen sind oder gar den Schritt in die Gründung geschafft haben und dank einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein, dem Willen zum Erfolg und viel Neugier ihre ganz persönliche Erfolgstory geschrieben haben. Wir Frauen müssen jetzt die Chancen bei der Gestaltung der Zukunft wahrnehmen, denn nur durch eine aktive Beteiligung schaffen wir auch nachhaltig eine echte Veränderung.