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Facebook schnappt sich den Platz an der Sonne

Facebook schnappt sich den besten Platz

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Facebook-Coup: App "Instant Articles" • Hype um originäres Social Media ist vorbei • Firmen überdenken Kommunikationsstrategien

Facebook schnappt sich den Platz an der Sonne

Facebook hat sich von dem verabschiedet, was es einmal war: ein soziales Netzwerk. Jetzt wird das Zuckerberg Imperium zu einem multidisziplinärer Online-Konzern. Ist dies das Ende oder der Anfang von Social Media?

Facebooks Entwicklerkonferenz „f8“ im März begann mit großen Veränderungen: Das Unternehmen kündigte an, den Messenger zur universellen Kommunikationsplattform zu machen und ihn für E-Commerce zu öffnen.

Vergangene Woche dann ein weiterer Coup: Die Facebook-App „Instant Articles“ veröffentlicht komplette Artikel und Videos in Kooperation mit Verlagshäusern und Medienkonzernen wie Bild, Spiegel Online oder Guardian. Der Nutzer kann ohne Umweg den gewünschten Inhalt komplett bei Facebook lesen. Der Klick auf die fremde Website entfällt. Der Vorteil, mit dem der US-Konzern hier wirbt, ist Schnelligkeit.

Der Hype um Social Media ist vorbei. – Lang lebe Social Media!

Die Presse kommentiert den Schachzug von Facebook überwiegend kritisch – in der Social-Media-Branche selbst ist diese Entwicklung jedoch ein Highlight. Denn aus technologischer Sicht werden für soziale Medien zukünftig nur noch wenige Innovationen erwartet.

Die meisten Neuerungen im Bereich Social Media eilen auf das Produktivitätsplateau zu: Ihre Vorteile sind allgemein anerkannt und akzeptiert, die Technologie solide. Die Digitalisierung entwickelt sich bereits in höherer Generation weiter.

75% der deutschen Unternehmen nutzen Social Media.

Die User-Perspektive spiegelt ein ähnliches Bild.

Die Grenzrate der wachsenden Nutzerzahlen etablierter Netzwerke wie Facebook nimmt ab. Das bedeutet nicht, dass soziale Medien verschwinden – denn die Gesellschaft hält digitale Kommunikation längst für selbstverständlich, und zwar nicht nur im Privaten, sondern auch als Kunde und Mitarbeiter.

Für Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, sich den Veränderungen anzupassen.

Sie stehen hinsichtlich ihrer Kommunikationsstrategie vor neuen, komplexen Fragen. Beständiger Fortschritt und Akzeptanz der digitalen Transformation sind die Themen.

Viele Unternehmen haben nach wie vor Hemmungen, soziale Medien wirksam über reine Marketingzwecke hinaus einzusetzen. Obwohl laut BITKOM zufolge 75 Prozent der deutschen Unternehmen Social Media nutzen.

Unternehmen scheuen den Umgang, weil Risikofaktoren wie Verstöße gegen das Kapitalmarktrecht oder den Datenschutz immer noch schwer einzuschätzen sind. Viele Unternehmen sind schlichtweg überfordert, was die Schnelllebigkeit der sozialen Medien angeht.

Wie kann Social-Media-Marketing zukünftig trotzdem erfolgreich sein?

Facebook gibt mit „Instant Articles“ aktuell die Richtung vor. Vermehrt wird das C2C-Geschäft in den Hintergrund gestellt und der Fokus in Zukunft auf B2C-Beziehungen gesetzt.

„Instant Articles“ sind in diesem Sinne nur ein Element von vielen in einer grundsätzlichen Neuausrichtung der sozialen Medien: Weg vom ursprünglichen, rein sozialen Netzwerk, hin zu eigenständigen und mächtigen Marketing- und Verkaufsinstrumenten.

Um erfolgreich digital zu kommunizieren, müssen Unternehmen schnell, flexibel und anpassungsfähig sein.

Voraussetzung dafür ist, dass alle Verantwortlichen das gleiche Verständnis für diese Entwicklungen haben. Der Klärungsbedarf ist oftmals nur ein geringer: Dem Management müssen auf die klassischen Fragen nach der Messbarkeit digitaler Kommunikation und auch nach ihrem Ertrag zufriedenstellende Antworten gegeben werden. Gleichzeitig sind PR und Marketing in der Pflicht, auf die betriebswirtschaftlichen Bedürfnisse des Managements einzugehen.

Erfahrungen im Marketing und Kenntnisse in der Unternehmenskommunikation reichen langfristig nicht mehr aus. Um mithalten zu können, müssen auch IT, Informationssicherheit und Risikomanagement verstärkt in die digitale Kommunikation eingebunden und die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien berücksichtigt werden.

Social-Media-Marketing kann nur gelingen, wenn es ganzheitlich durchdacht ist.

Damit im Management nicht nur Verständnis und Akzeptanz, sondern Wohlwollen für digitale Kommunikation geschaffen werden können, müssen PR und Marketing vor allem eines deutlich machen: Dass ihr Social-Media-Management mit den Instrumenten der Compliance ganzheitlich standardisiert und die Prozesse professionalisiert sind.

„Instant Articles“ werden mit weiteren Kooperationspartnern nachziehen. Für Unternehmen bleibt dann die Frage, ob sie den Deal mit Facebook ebenfalls eingehen wollen.