Mode: Nachhaltigkeit wird Kaufentscheidung bestimmen | KPMG | DE
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Modebranche

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Nachhaltigkeit in der Modebranche?

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Nachhaltigkeitsberichte voraussichtlich ab 2017 Pflicht • Über soziale Kanäle wie Twitter und Facebook werden Verbraucher sensibilisiert • Modeblogger greifen Thema Nachhaltigkeit nur selten auf

Nachhaltigkeit wird Kaufentscheidung bei der Mode bestimmen

Mode ist spannend, Mode ist Ausdruck, Mode ist Lifestyle – aber Mode ist auch eine Gewissensfrage. Denn immer öfter fragt der Kunde nach, wie die Produkte, die er schließlich kauft, hergestellt wurden. Unter der Moderation von Abury-Geschäftsführerin Andrea Kolb und Modeexperte Sebastian Paas trafen sich Modemacher und Marketingexperten von bekannten Marken in Berlin, um über das Problem zu diskutieren.

Immer noch ist der Preis das Hauptkriterium, wenn es um den Kauf der Mode geht. Das soll sich ändern: Berliner Modemacher wollen mehr Aufklärung und Bewusstsein beim Kunden. Viele Unternehmen weisen in Form von Nachhaltigkeitsberichten bereits heute aus, wie sie produzieren, so Carmen Gräbsch, Substainability Managerin bei KPMG. „Das Problem ist unter anderem, dass diese Nachhaltigkeitsberichterstattung heute noch nicht Pflicht ist. Das wird sich aber aller Voraussicht nach 2017 ändern. Dann kommt für börsennotierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern die Berichtspflicht zu gewissen nicht-finanziellen Informationen“, so Gräbsch weiter.

Gräbsch beobachtet, dass viele Kunden in Umfragen erklären, Nachhaltigkeit bestimmte die Kaufentscheidung zu Großteilen mit. „Steht der Kunde dann aber im Laden, überwiegen immer noch andere Faktoren wie Preis oder Marke“, sagt Gräbsch weiter.

Doch die Nachhaltigkeitsexpertin ist sich sicher, dass durch die neuen Möglichkeiten der Übermittlung auch die Sensibilisierung in der Bevölkerung zunehmen wird. „Nachhaltigkeitsberichterstattung hat heute viele Kommunikationswege“, begründet Gräbsch und verweist auf soziale Kanäle wie Twitter und Facebook, die bereits heute dafür als Medien genutzt werden.

3% der deutschen Modeblogger verdienen zwischen 2.000 und 3.000 Euro im Monat.

Die Köpfe fehlen – noch

Anders als in vielen Branchen, fehlten die innovativen Köpfe, die Nachhaltigkeit in der Produktion einfordern, erklärt Sebastian Paas. „Ich wundere mich, dass es keine Köpfe gibt, die vorangehen“, sagt Paas. Viele Trends würden heute von Modebloggern bestimmt, die laut Paas dafür verantwortlich sind, was angesagt ist. Diese Blogger greifen das Thema Nachhaltigkeit aber bislang selten auf.