Mehr Frauen, weniger Wirtschaftskriminalität | KPMG | DE
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Frauenquote

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Mehr Frauen > Wirtschaftskriminalität

Keyfacts über Frauenquote

Frauenquote

Frauen sind bessere CFO's • Straftaten werden von Männern begangen • Wachstum statt Macht

Mehr Frauen, weniger Wirtschaftskriminalität

Frauen handeln moralischer als ihre männlichen Kollegen, heißt es. Mit der Umsetzung des Gesetzes zur Frauenquote von 30 Prozent im Aufsichtsrat könnten sich Straftaten in Unternehmen reduzieren.

Laut Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) betrug Ende 2014 der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der 200 größten Unternehmen in Deutschland lediglich 18,4 Prozent. In den Vorständen dieser Unternehmen nur 5,4 Prozent. Und das obwohl Frauen mit 43 Prozent fast gleichberechtigt am Arbeitsmarkt teilnehmen.

Es kann nicht daran liegen, dass keine ausgebildeten Frauen verfügbar wären: Etwa die Hälfte der Hochschulabsolventen ist weiblich. Unterstützen und fördern Männer lieber Männer? Werden Geschäfte lieber mit gleichgesinnten Männern mit ähnlichen Interessen und Weltansichten gemacht? Und wenn ja, hat dies auch unerwünschte Nebeneffekte?

Der Gesetzgeber hat sich zum Ziel gemacht den Anteil an Frauen in der Führungsebene zu erhöhen. Dazu hat der Bundestag kürzlich ein Gesetz verabschiedet. Danach muss in Aufsichtsräten von börsennotierten oder mitbestimmungspflichtigen Unternehmen eine Mindestfrauenquote von 30 Prozent erfüllt sein.

Gleichberechtigung = weniger Straftaten?

Neben der Umsetzung der Gleichberechtigung der Geschlechter in Wirtschaft und Verwaltung könnte das Gesetz einen Nebeneffekt haben: Es kann das Risiko von Straftaten in Unternehmen reduzieren. Das behauptet zumindest eine aktuelle amerikanischen Studie der Wake Forest University School of Business, North Carolina und der University of North Carolina.

In ihrer Studie hinterfragten die Autoren die hohe Zahl der Steuerdelikte in den Vereinigten Staaten. Sie stellen fest, dass Unternehmen häufig ihre finanzielle Situation unrichtig darstellten, um Steuern zu vermeiden. Eine Schlüsselfunktion kam an dieser Stelle dem Finanzvorstand (CFO) eines Unternehmens zu.Der CFO ist für die Richtigkeit der Finanzreporte gegenüber den Finanzbehörden verantwortlich. Ist er eher bereit finanzielle Reports zu frisieren, um Steuerbelastungen zu entgehen, besteht ein größeres strafrechtliches Risiko.

87% der Wirtschaftskriminellen sind männlich.

Frauen gehen weniger Risiken ein

Laut der Studie solle die Wahrscheinlichkeit von Steuerdelikten im Unternehmen sinken, wenn eine Frau die Position des CFOs bekleidet. Dies hänge laut der Autoren damit zusammen, dass Frauen moralischer handelten und weniger risikobereit seien.Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass weibliche CFOs präziser die finanzielle Situation eines Unternehmens darstellen und berichten und damit weniger geneigt sind, steuerrechtlich kritische Maßnahmen zu treffen.Die Entscheidungen von Frauen seien eher gesteuert von dem Wunsch nach Wachstum und Entwicklung, wohingegen Männer eher nach Geld und Macht streben.

Der „typical Fraudster“ ist männlich

Es gibt sogar Studien, die einen Zusammenhang zwischen dem Testosteron-Level des CEO und unrichtigen finanziellen Meldungen feststellen. Tatsächlich sind auch nach einer Studie von KPMG 87 Prozent der Täter von Wirtschaftskriminalität männlich, 82 Prozent bekleiden eine Führungsposition.Ist die Erklärung wirklich so einfach oder ist es ein Henne-Ei-Problem: Je mehr Frauen, desto mehr Gelegenheit auch für diese, in Führungspositionen kriminelle Handlungen zu begehen?Ich meine, eine gesunde Mischung der Geschlechter kann keinem Unternehmen schaden. Ob damit mittel- und langfristig Wirtschaftskriminalität in Unternehmen sinkt, bleibt abzuwarten. Frauen klauen auch. Und Gelegenheit macht Diebe.