IASB veröffentlicht einen Änderungsentwurf zu IFRS 9

IASB veröffentlicht einen Änderungsentwurf zu IFRS 9

Das IASB hat am 21. April 2017 einen Exposure Draft (ED/2017/3) zu Änderungen der IFRS 9 veröffentlicht.

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Das IASB hat am 21. April 2017 einen Exposure Draft zu Änderungen der IFRS 9 veröffentlicht (ED/2017/3), der eine begrenzte Anpassung der für die Klassifikation von finanziellen Vermögenswerten relevanten Beurteilungskriterien vorschlägt. 

Damit nach IFRS 9 ein finanzieller Vermögenswert in Form eines Schuldinstruments entweder mit den fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert mit der Erfassung von Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet werden kann, darf dieser nur Zahlungsströme aufweisen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen (sog. SPPI Kriterium). Vertragsbedingungen, die zur Änderungen des Zeitpunkts oder der Höhe der vertraglichen Zahlungsströme führen können, sind bei der Beurteilung dieses Kriteriums zu berücksichtigen. 

Im Hinblick auf die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung ist das SPPI Kriterium nach IFRS 9 bisher nur erfüllt, wenn der Betrag der Rückzahlung im Wesentlichen nicht geleistete Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag sowie ggf. ein angemessenes zusätzliches Entgelt für die vorzeitige Beendigung umfasst. Nach bisherigem Verständnis würden die Vorgaben nur erfüllt, wenn die eine Option ausübende Partei ein zusätzliches Entgelt zahlen muss. 

Anders als nach den bisherigen Vorgaben des IFRS 9, sieht die vorgeschlagene Änderung nunmehr für finanzielle Vermögenswerte mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung („prepayment feature with negative compensation“) eine Ausnahme für den Fall vor, dass die eine Option ausübende Partei Empfänger eines Entgelts sein kann. Grundsätzlich ist nun auch in diesen Fällen eine Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis möglich, soweit ansonsten das SPPI-Kriterium erfüllt wird. Voraussetzung für Anwendung der Ausnahme ist aber, dass die „Vorfälligkeitsoption“ bei erstmaligem Ansatz des Schuldinstruments einen unbedeutenden beizulegenden Zeitwert aufweist. 

Die Änderungen sollen für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, anzuwenden sein. Das IASB beabsichtigt also, den Erstanwendungszeitzeitpinkt der Änderungen mit dem Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 zusammenfallen zu lassen. Ob diese Änderung im Jahr 2018 allerdings auch angewendet werden kann, hängt davon ab, ob die Anpassung dann auch bereits durch die EU „endorsed“ worden ist. 

Die Kommentierungsfrist des Entwurfs ist kurz bemessen und endet am 24. Mai 2017. Der Entwurf steht auf der Internetseite des IASB zum Download zur Verfügung.

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