ICAAP und ILAAP: Die Sichtweise der EZB

ICAAP und ILAAP: Die Sichtweise der EZB

Aufsicht enthüllt ihre Erwartungen an das Kapital- und Liquiditätsrisikomanagement.

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Die EZB hat ihre Erwartungen an den ICAAP und ILAAP (Internal Capital / Liquidity Adequacy Assessment Process) von Banken zur Konsultation gestellt. Adressiert werden alle bedeutenden Institute. Die Frist zur Stellungnahme läuft bis zum 31. Mai 2017.

Unsere Publikation SSM-Leitfäden zum ICAAP und ILAAP (PDF, 0.2 MB) zeigt, was aktuell wichtig ist – und gibt weiterführende Einblicke.

Die neuen EZB-Leitlinien zum Kapital- und Liquiditätsmanagement betreffen alle Institute in Europa. Voraussichtlich mit dem bankaufsichtlichen Überprüfungs- und Überwachungsprozess SREP 2019 vollständig relevant, müssen sie bis spätestens Ende 2018 umgesetzt sein. Für den SREP 2017 bleiben die bereits 2016 kommunizierten Erwartungen an den ICAAP und ILAAP maßgeblich.

Die Vorgaben der EZB verstehen ICAAP und ILAAP als umfassende bankinterne Prozesse zur Sicherstellung des Fortbestehens der Institute. Die Gesamtsicht auf diese Prozesse und deren Governance insbesondere bzgl. Risikoinventur, Planung, Szenarioanalysen / Stresstesting und Validierung wird aufgewertet. Auch werden genannte Punkte neben der Methodik zur Bestimmung der Adäquanz von Kapital und Liquidität gleichwertige Komponenten im ICAAP und ILAAP.

Beide Prozesse wachsen auf diesem Weg zu einem übergreifenden „ICLAAP“ zusammen, die Verzahnung erfolgt insbesondere über die Konsistenz von Szenarien und Maßnahmen.

Folgende Denk- und Diskussionsanstöße sehen wir als relevant an, für die Phase der Konsultation und darüber hinaus für die Weiterentwicklung des Risikomanagements in Banken:

  • Begrifflichkeiten: Die deutsche Aufsicht unterscheidet heute zwischen einer Liquidationssicht (gone concern) und einem Fortführungsansatz (going concern). Diese Wortwahl ist in Verbindung mit der EZB-Veröffentlichung verwirrend. Aus unserer Sicht wird die Kapitaladäquanz der Säule 1 Teil des ICAAP in seiner normativen Perspektive. Der Liquidationsansatz der deutschen Aufsicht kann in angepasster Form die ökonomische Perspektive der EZB abdecken. Der Fortführungsansatz der BaFin im ICAAP wird Geschichte.
  • Verantwortung: Angemessenheitserklärungen des Vorstands zur Kapital- und Liquiditätsausstattung, regelmäßige Self-Assessments und weitere aus der aufsichtlichen SREP-Praxis bekannte Governance-Elemente werden integraler Bestandteil des ICLAAP. Dadurch wird die Verantwortung des Vorstands „greifbarer“ und direkter im Vergleich mit den Vorgaben des §25a KWG.
  • Organisation: Der Forderung der EZB, dass Methoden im ILAAP ausschließlich durch das Risikocontrolling entwickelt werden, überrascht und wirft tiefergreifende Fragen auf: Zum einen ist es gängige Marktpraxis, dass die Entwicklung von Messmethoden häufig in den Marktbereichen erfolgt; deren Validierung in den Kontrollbereichen. Zieht die EZB derzeit gerade die Grenzen zwischen den 3LoD (3 lines of defense) neu?
  • Konsistenz innerhalb einer Bankengruppe: Ein Thema, dass die EZB bei vielen Gelegenheiten (Reporting, Risikoappetit etc.) betont hat. Unserer Ansicht nach wird die EZB Konsistenzfragen in den Gruppen und Finanzkonglomeraten auch beim ICLAAP mit Nachdruck verfolgen. Gerade für Finanzkonglomerate und diversifizierte, dezentrale Gruppen wird sich die Frage stellen, inwieweit ein solches Vergehen auch die Anwendung identischer Modelle und Managementprozesse bedingt.

Zur Diskussion dieser und weiterer Fragen kontaktieren Sie gerne Daniel Quinten.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserer Publikation: SSM-Leitfäden zum ICAAP und ILAAP.

SSM-Leitfäden zum ICAAP und ILAAP (PDF, 0.2 MB)

SSM-Leitfäden zum ICAAP und ILAAP (PDF, 0.2 MB)

Neue EZB-Leitlinien zum Kapital- und Liquiditätsmanagement zur Konsultation gestellt.

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