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Die Internet-Giganten jagen und sammeln Daten

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Es geht um mehr als nur ums Bezahlen • Die Anbieter wollen den ganzen Kunden • Das Wissen entscheidet über Marktanteile

Die Internet-Giganten jagen und sammeln Daten

FinTechs und Internet-Giganten überschlagen sich gerade mit neuen Angeboten bei E-Payment-Diensten. Übersehen wird, dass es um alles andere geht als ums Bezahlen. Die Anbieter haben unsere virtuelle ID im Visier.Jeden Tag eine neue Payment-Lösung: Google mit Softcard, Samsung mit LoopPay, Facebook mit seinem Messenger, Microsoft mit dem Windows 10, Alibaba mit Smile to Pay, Twitter mit Barclays oder Paypal mit Paydiant. Die Internet-Giganten spielen jetzt mit.

Dazu kommen zahlreiche FinTechs mit eigenen Lösungen

Allein in Deutschland hat sich laut Jochen Siegert, Geschäftsführung von FinLeap, binnen Jahresfrist die Zahl auf 40 Mobile Wallets verdoppelt. Etablierte Player wie Wirecard treten mit der White-Labeling-Anwendung boon in den Markt.Nach Swish in Schweden, Valyou in Norwegen, Mobile Pay in Dänemark, Pay:m in UK bereiten die deutschen Banken mit dem Internet-Bezahlverfahren ein Angebot für den E-Commerce vor.

Die Jagd auf den digitalen Avatar hat begonnen

So unterschiedlich Anbieter wie Lösungen sind, sie belegen die strategische Wichtigkeit von Payment. Dabei geht es nicht um das reine Bezahlen – das können wir bar oder mit Giro- und Kreditkarte. In Deutschland zudem extrem günstig. Dafür brauchen wir kein Mobile oder Peer-to-Peer-Payment.

Es geht um den Kunden. Den Nutzer. Seine virtuelle ID.

Neben (berechtigten) Diskussionen um Mehrwerte verhindert heute noch das lästige Anmelden, Registrieren und Hinterlegen seiner persönlichen wie der Bezahl-Daten die weite Verbreitung und Akzeptanz von Wallet-Lösungen. Es macht einfach keinen Spaß, bei jeder App den Prozess ständig wiederholen zu müssen.

Das Problem wollen einige der Anbieter lösen, indem sie über die Brücke des Payment eine Plattform schaffen. Der User meldet sich einmal an, hinterlegt seine Daten und kann mit seiner virtuellen ID sämtliche Services nutzen: Information, Shopping, Entertainment, Bezahlen, Loyalty.

40 Mobile Wallet Anbieter gibt es derzeit auf dem deutschen Markt, mehr als doppelt so viele wie Anfang des Jahres.

Die Internet-Giganten zielen perspektivisch auf den ganzen Kunden

Einzelne wollen bewusst nur eine bestimmte Dienstleistung anbieten. Beispielsweise das mobile Bezahlen. Daten sollen nicht erhoben, analysiert und verkauft werden. Stand heute.Die Internet-Giganten jedoch wollen den ganzen Kunden. Alle seine Daten. Die Wallet oder Plattform mit der virtuellen ID dahinter und das Mobile Payment sind nur der erste Schritt. Das Lockangebot.Einerseits geht es bei Mobile Payment um die weitere Gewöhnung des Nutzers an mobile Interaktionen, quasi eine „digitale Sozialisierung“. Andererseits um die Sicherung von Marktanteilen.

Für den Nutzer kann das viele Vorteile bieten

Er will aber wissen, was mit seinen Daten, seiner digitalen Währung gemacht wird. Dann kann er entscheiden, wie viel er preisgeben möchte. Und wofür.

Bei den Anbietern werden jetzt die Felle verteilt

Sicher wird es weiter erfolgreiche Silo-Lösungen geben. Häufig zitiert wird die Starbucks-Payment App. Breite Marktakzeptanz werden aber nur ganz Wenige erreichen. „The winner takes it all“, heißt es zu Recht.