Textilhersteller geben Druck der Verbraucher nach | KPMG | DE
Textilherstellung

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Textilhersteller unter Druck

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Greenpeace stellt Produzenten von günstiger Kleidung ein gutes Zeugnis aus • Edel-Marken schneiden schlecht ab • Unternehmen reagieren auf die veränderte Nachfrage

Textilhersteller geben Druck der Verbraucher nach

Lange galten Marken wie Primark, H&M und Zara als schwarze Schafe der Modeindustrie. Der Vorwurf: Trends zum Schleuderpreis, schlechte Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten – jetzt kommt die Umweltorganisation Greenpeace zu einem erstaunlichen Ergebnis. Viele der Firmen arbeiten vorbildlich und stellen ihre Kleidung ohne Einsatz von Giften her. Luxusmarken hingegen schneiden mangelhaft hab. KPMG-Experte Sebastian Paas dazu: „Dieses Ergebnis ist für viele Konsumenten sicherlich überraschend.“

Greenpeace macht sich seit Jahren dafür stark, dass auch vergleichsweise preiswerte Produkte ohne Gift auskommen müssen – eine Kampagne lautet beispielsweise „Detox Discounter – Auch preiswert muss giftfrei sein!“. Eine Untersuchung der Umweltaktivisten hat jetzt ausgerechnet den Produzenten von günstiger Kleidung ein gutes Zeugnis ausgestellt. So haben bereits zahlreiche große Textilkonzerne schädliche Chemikalien aus der Produktion verbannt.

„Der Wandel zur giftfreien Kleidungsproduktion ist bereits in vollem Gange“, sagte Greenpeace-Textilexpertin Kirsten Brodde zum Ergebnis der Untersuchung – auch die Produktreihe von adidas schnitt gut ab. Ein Sonderlob gab es für Zara und H&M. Das schwedische Modelabel war das erste Unternehmen, das Giftstoffe aus den Produktionsstätten verbannte.

Sebastian Paas dazu: „Die Unternehmen reagieren mit dem Angebot verträglicher Kleidung auf die veränderte Nachfrage am Markt. Um dem Kundenwunsch zu entsprechen, müssen sich die Produzenten strecken. Die Rohtextilien werden teils von Fremdfirmen aus Schwellenländern bezogen. Deren Produktion kann nicht ohne weiteres umgestellt werden.“

9,28 Mio. Deutschen ab 14 Jahre ist es beim Kauf von Produkten wichtig, dass das jeweilige Unternehmen sozial und ökologisch verantwortlich handelt.

Giftiges Versprechen

Greenpeace prüfte insgesamt 18 global agierende Kleidungsfirmen, die sich dazu verpflichtet hatten, bis 2020 ohne Gifteinsatz auszukommen. Greenpeace untersucht, ob die Firmen auf besonders gefährliche Schadstoffe wie Weichmacher oder per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) verzichten. Die Chemikalien werden dazu verwendet, die Kleidung zu imprägnieren, sie sind dadurch schmutz- und wasserabweisend.

Kurios: In den Kleidungsstücken einiger Luxus-Marken – namentlich genannt sind Versace, Louis Vuitton, Hermès und ein großer amerikanischer Sportartikelhersteller – wurden die giftigen Stoffe gefunden. Brodde dazu auf der Seite von „Greenpeace“: „Die angeblichen Edel-Marken scheren sich nicht um giftfreie Produktion.

“Die Organisation unterscheidet in Sachen sauberer Mode in Trendsetter, Greenwasher und Schlusslichter. Alle getesteten Marken können auf dem „Detox-Catwalk“ eingesehen werden.

Laut Paas ist ohnehin ein Trend zu sauberer Mode erkennbar. „Die Konsumenten fragen nachhaltige Produkte immer stärker nach, bei denen sie z.B. auch nachgewiesen haben wollen, dass Kinderarbeit ausgeschlossen ist und generell ein höheres Maß an Sicherheit am Arbeitsplatz herrscht. Gerade im Premium- und Luxusbereich sind die Käufer heute sensibler. Die Anbieter von Luxusgütern sollten nach meinen Dafürhalten die Wünsche der Kunden nicht ignorieren.“