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Mitteldeutsche Macher reden Klartext

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Elf mitteldeutsche Unternehmen verraten in Dresden ihre Erfolgsrezepte

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Was macht erfolgreiche Unternehmen aus und welche Gründe gibt es dafür, dass ein Unternehmen erfolgreich ist, ein anderes aber nicht? So lautete die Leitfrage des gestrigen Abends, bei dem KPMG vor gut 100 Zuschauern zu einer Buchpräsentation und Podiumsdiskussion ins Dresdner Verkehrsmuseum geladen hatte. „Mitteldeutsche Macher“ ist der Name des Buches, das elf traditionsreiche Unternehmen aus der Region und ihre Unternehmenslenker portraitiert. „Sie alle haben eines gemeinsam“, erklärt Frank Wiethoff, Regionalvorstand Ost der KPMG: „Sie haben bewiesen, dass sie einerseits Menschen begeistern, andererseits Veränderungsprozesse erfolgreich managen können.“

Eine Leistung, die andere Unternehmen in der Wendezeit nicht haben erbringen können. Die Ausgangslage war dabei in vielen Fällen durchaus ähnlich, sagt Volker Penter, der als Standortleiter der Dresdner KPMG-Niederlassung die Idee zum Buch hatte: Einstige Mitarbeiter verlassen die Region gen Westen, alte Eliten und Entscheidungsträger sind entmachtet, zusätzlich erweisen sich Produkte und Produktionsabläufe im vereinten Deutschland als nicht wettbewerbsfähig. Das Ergebnis: Viele Betriebe liegen binnen kurzer Zeit am Boden. Andere aber eben nicht, was in der anschließenden Podiumsdiskussion zu der Frage führt, auf welche Weise die Unternehmer die Übergangsphase zwischen Plan- und Marktwirtschaft meistern konnten, um langfristig Erfolg zu haben.

Ostprodukte: Kampf gegen das Vergessen

Dabei sprach der Trend in dieser Zeit gegen die Unternehmen, die zu DDR-Zeiten häufig den Markt beherrschten. So war beispielsweise das Spülmittelunternehmen „fit“ vor der Wende wesentlicher Bestandteil der meisten DDR-Haushalte. Nach der Wende hingegen „vergaßen die Menschen schnell, ihre eigenen Produkte wertzuschätzen“, sagt Diskutant Wolfgang Groß, der als Chemiker in der Wendezeit das Unternehmen übernimmt.

Der Blick der Menschen richtet sich gen Westen. Dazu gehört auch ein Wandel im Kaufverhalten. Eine Erfahrung, die für die Spülmittelmarke durchaus neu ist: Plötzlich füllen sich die Lager, immer weiter, bis irgendwann klar ist: Die eigenen Produkte finden kaum noch Abnehmer. Was also tun? Man belädt Lkws, erzählt Groß, besorgt sich die erforderliche Genehmigung und fährt durch das Land, hin zu den Parkplätzen vor den Supermärkten der Republik. Direktverkauf zu günstigen Preisen von der LkW-Ladefläche an die Kunden jener Supermärkte, die das eigene Produkt nicht verkaufen wollen. Ein ehrgeiziger Plan, der aufgeht: „Irgendwann sind die Supermärkte ihre eigenen Waren nicht mehr losgeworden“, sagt Groß. „Also haben sie uns in ihr Sortiment mit aufgenommen.“

Auf dem Weg zurück zum Erfolg mussten viele Unternehmen längere Durststrecken überwinden. Ein Wandel, der auch vor den Belegschaften nicht haltmachte. In manchen Firmen ging buchstäblich nichts mehr, sagt Volker Penter, „ein Personalabbau auf zehn Prozent des ursprünglichen Bestandes war keine Ausnahme.“

Wertschätzung und das Vertrauen auf die Kreativität seiner Mitarbeiter ist der Weg, den Heinz-Jürgen Preiss-Daimler in dieser Situation gegangen ist. Als Gründer der P-D Group der heute größten konzernunabhängigen Unternehmensgruppe Sachsens, habe er „damals keine Mitarbeiter aus dem Westen geholt, sondern überwiegend Ostdeutschen aus der zweiten Reihe vertraut: Politisch unbelastet, dafür umso kreativer.“

Kernkompetenz: Menschen begeistern

Rolf Heinemann hingegen musste das Problem geeigneter Mitarbeiter eher von der anderen Seite lösen. Der Geschäftsführer der Robotron Datenbank Software GmbH stellte fest, dass unmittelbar nach der Wende westdeutsche IT-Unternehmen dringend Datenbankexperten suchten – und konnte sich in dieser Situation auf treue Mitarbeiter verlassen, wie er berichtet.

Wer in dieser Situation zum Neuanfang gezwungen war, konnte Erfahrungen sammeln, die einen auch für künftige Transformationen besser vorbereitet erscheinen lassen. So sagt Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe GmbH, dass die Leipziger Messe im Jahr 1990 zwar eine der ältesten Messen der Welt gewesen sei, „die aber niemand mehr brauchte.“ In einer solchen Situation die Innovationskraft aufzubringen, sei die Herausforderung. Mit neuen Standorten und einer Weiterentwicklung des Konzeptes hin zu mehr Fachmessen glückte der Wiederaufstieg.

Aktuellen Herausforderungen wie beispielsweise durch die Digitalisierung begegne man daher mit einer gewissen Gelassenheit – zu groß sei der Unterschied zwischen dem damaligen Zusammenbruch und der heute anstehenden Transformation einerseits, sagt Buhl-Wagner. Anders gesagt: Wer das eine geschafft hat, ist zuversichtlich für das andere.

„Wir haben vor 25 Jahren erlebt, dass sich die Welt von einem Tag auf den anderen komplett drehen kann“, sagt Buch-Initiator Volker Penter abschließend. „Diese Erfahrung schon einmal gemacht zu haben, ist ein großer Vorteil der Unternehmen in dieser Region.“

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