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Die Fabrik vom Strand aus steuern

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Engagierte Diskussion um den Erfolg Deutschlands bei Industrie 4.0

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Industrie 4.0

Drei Millionen Treffer in der Google Suche und ein seit zwei Jahren anhaltend hohes Suchvolumen beweisen: Industrie 4.0 ist mehr als ein kurzlebiger Medienhype. Darin waren sich auch die Gäste in der Talkshow KPMG – Klardenker live am Dienstagabend weitgehend einig. Was aber genau hinter dem Begriff steht und wie die deutschen Unternehmen mit dieser neuen Art des Wirtschaftens umzugehen wissen, wurde intensiv debattiert.

Das lag auch daran, dass die Experten Industrie 4.0 aus unterschiedlichen Positionen heraus leben. Ricarda Fleer, kaufmännische Geschäftsleiterin von Boge Kompressoren, ist mit ihrem Mittelstandsunternehmen bereits auf dem Weg zur Smart Factory. Dr. Bernhardt Quendt kennt als CTO der Digital Factory Division von Siemens die Sicht des Großkonzernes. Vielfältige Perspektiven hat Erich L. Gampenrieder, der bei KPMG als Global Head of Operations Adivsory and Operations Center of Excellence Unternehmen auf die Zukunft vorbereitet. Dr. Holger Schmidt genießt als Fachjournalist hingegen den Blick von außen.

Deutschland zu technikverliebt

Holger Schmidt war es auch, der wenig Grund sah, deutschen Unternehmen bei Industrie 4.0 Erfolg zu attestieren. Es ginge nun vor allem darum, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die durch den Austausch großer Datenmengen in Echtzeit möglich werden. „In Deutschland haben wir Industrie 4.0 von der falschen Seite aufgezäumt. Wir schauen nur durch die Ingenieursbrille.“

Dem widersprach Ricarda Fleer. Ihr Unternehmen begreife sich zunehmend als Dienstleister und weniger als Produzent. „Wir verkaufen nicht nur die Kompressoren, sondern versorgen den Kunden mit Druckluft.“ Mit der Boge-App könne der Kunde vom Urlaub auf Mallorca aus die Funktionstätigkeit der Kompressoren überblicken. Allerdings räumte sie ein, dass die Potenziale von Industrie 4.0 noch nicht voll ausgeschöpft werden können. Dafür seien die Kunden noch nicht weit genug. Oft fragten sie nach dem Nutzen der Vernetzung. Daher zielen die neuen Prozesse vor allem darauf ab, die Qualität zu steigern und die Fehlerquote zu senken. Das funktioniere allerdings hervorragend.

Genau das sei der richtige Weg, bestätige Erich L. Gampenrieder. Unternehmen sollten ihren traditionellen Produkten noch ein Beratungsangebot zur kontinuierlichen Verbesserung verbundener Services anhängen. So könnten die Erfahrungen, die die Kunden machen, auch direkt ins Produkt zurückfließen. Er sieht, dass Industrie 4.0 oft zu kurz gedacht wird. Der Wandel beschränke sich nicht allein auf die Produktion, umfasse zudem Logistik und Vertrieb. Damit gelinge die kontinuierliche Steigerung der Kundenzufriedenheit deutlich leichter als früher und führe zu einem klaren Wettbewerbsvorteil.

Zufriedene Mitarbeiter mit Automatisierung

Die einfachere Zusammenarbeit mit den Zulieferern und innerhalb der verschiedenen Werke von Siemens hob Dr. Bernhardt Quendt hervor. Die Weitergabe von Geometrie-Daten oder Daten für Stromlaufpläne etwa hülfen den Anlagenbau zu verkürzen. Auch über die Ländergrenzen hinweg sei der Austausch sehr eng geworden. Mit den Zulieferern treffe man sich auf Augenhöhe.

Wo bei Industrie 4.0 die Mitarbeiter bleiben, interessierte die Zuschauer, die ihre Fragen über die sozialen Netzwerke einreichten. „Die Menschen hören Automatisierung und fürchten um ihren Job“, sagte Erich L. Gampenrieder. Tatsächlich aber verleihe die Verbindung mit den neuen technischen Möglichkeiten den Mitarbeitern neue Kräfte. Auf ein hohes Engagement der eigenen Mitarbeiter bei der Einführung von Industrie 4.0 verwies Dr. Bernhardt Quendt. „Die Mitarbeiter wissen, dass ihr Job sicherer ist, je höher die Kundenzufriedenheit ist.“ Und diese steige dank Industrie 4.0.

Die gesamte Sendung von KPMG – Klardenker live finden Sie hier.

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