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Wir brauchen endlich moderne Stromnetze

Wir brauchen endlich moderne Stromnetze

Netzbetreiber halten nichts von Innovation. Nur staatliche Anreize könnten das ändern.

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Deutschland hat viel vor: Der Anteil erneuerbarer Energien soll bis Mitte des Jahrhunderts auf achtzig Prozent steigen, die Treibhausgasemissionen gleichzeitig um achtzig Prozent sinken.

Das zu schaffen, wird allerdings nicht einfach. Denn die zunehmend dezentrale Einspeisung zum Beispiel durch Windräder und Solaranlagen stellt die Stromverteilnetze vor neue Herausforderungen.

Nur eine Modernisierung dieser Stromverteilnetze kann in Zukunft die flächendeckende Energieversorgung gewährleisten. Der Schlüssel liegt hierbei in der intelligenten Verzahnung verschiedener Energiesektoren, beispielsweise von Strom, Wärme und Mobilität. Soweit sind wir allerdings noch lange nicht.

Denn um die Netze fit für die Zukunft zu machen, müsste ein hoher zweistelliger Milliardenbetrag investiert werden, der intelligente Lösungen finanziert, etwa mit dem Internet verbundene Stromzähler oder leistungsstarke Stromspeicher.

Verfehlte Energiepolitik

Das Problem: Der Großteil der knapp 900 deutschen Stromnetzbetreiber hat die Innovation der Netze bislang wenig vorangetrieben. Oft heißt es deshalb, die Branche sei einfach zu  risikoavers und konservativ. Doch das ist falsch. Vielmehr trifft die Schuld eine verfehlte Energiepolitik.

Eigentlich will der Staat Netzbetreiber dafür belohnen, besonders effizient zu arbeiten, damit Kostensenkungen an Verbraucher weitergegeben werden können. Allerdings wurden diese Effizienzsteigerungen bislang nur kurzfristig über maximal fünf Jahre honoriert. Die Kostensenkungen wurden hingegen langfristig und vollständig an Kunden weitergegeben. Das Ergebnis: unterm Strich geringere Erlöse für die Energienetzbetreiber. 

Hinzu kommt, dass Erweiterungen und Erneuerungen von Stromnetzen eine Investition für mehrere Jahrzehnte sind. Die Branche ist also an sehr lange Investitionszyklen gewöhnt. Das passt überhaupt nicht zum kurzfristigen Denken und schnellen Handeln, das im digitalen Zeitalter von allen Seiten gefordert wird. Zudem hat die Bundesnetzagentur den traditionellen Netzausbau lange mit vergleichsweise hohen Renditen auf das eingesetzte Eigenkapital belohnt. Insgesamt bestand somit keinerlei Anreiz zu ambitionierten Effizienzsteigerungen durch neue Technologien. Kein Wunder also, wenn Netzbetreiber ihr Geld lieber in Draht als in Innovationen investierten.

Bessere Regularien geplant

Auf diesem Weg wird die Energiewende kaum gelingen. Glücklicherweise hat auch die Politik hier ein Einsehen und setzt zukünftig auf bessere Regularien, welche die Branche tatsächlich zum Umdenken zwingen. Durch einen neu eingeführten Bonus belohnt der Gesetzgeber Effizienzsteigerungen künftig auch mittel- und langfristig. Ein Novum in der Welt der regulierten Netze in Deutschland – und genau der richtige Weg.

Zusätzlich hat die Bundesnetzagentur die Eigenkapitalverzinsung ab 2019 deutlich abgesenkt, was die Attraktivität konventioneller Investitionen erheblich einschränkt. Und was bedeutet das jetzt für die Netzbetreiber? Sie müssen ihre Unternehmen an diesen Veränderungen ausrichten und sich schon heute mit den wesentlichen strategischen Stellschrauben der Zukunft beschäftigen. Dabei gibt es selbstverständlich mehr als einen richtigen Weg.

Was jedoch essentiell bleibt, ist, sich ein realistisches Bild der eigenen Stärken und Schwächen zu machen. Dazu bedarf es fundierter Branchenkenntnisse, z.B. in Form von Benchmark-Daten. Stehen diese intern nicht zur Verfügung, empfiehlt es sich, externe Unterstützung einzuholen, um eine objektive Einschätzung der individuellen Situation – auch im Vergleich zu anderen Netzbetreibern – zu erhalten.

Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass nicht alle Unternehmen in den Genuss des Effizienzbonus kommen. Denn der zugrundeliegende Bewertungsmaßstab – die Effizienz – ist nun einmal eine relative Größe.

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