Verbraucher definieren Luxus neu | KPMG | DE
close
Share with your friends
Luxus

Verbraucher definieren Luxus neu

Verbraucher definieren Luxus neu

Keyfacts über Verbraucher

Verbraucher Luxus

Luxusbegriff wird neu definiert • „Geiz ist Geil-Mentalität“ ist vorbei. • Produkte sollen ethisch, moralisch korrekt, umweltfreundlich und fair sein.

Nützliche Links

Bling Bling adé. Der wohlhabende Konsument lehnt Luxus nicht ab. Aber er begehrt mehr als nur eine schicke Uhr.

Die Mechanismen des Haben-wollens sind seit jeher die gleichen: Begehrlichkeit schaffen, Angebot verknappen und Kunden gezielt ansprechen. Trends um ein Produkt entstehen durch Vorreiter. Hipster der jungen Generation, Celebrities oder Nerds prägen den Lifestyle unserer Zeit.

Geändert hat sich etwas anderes: Die Verbreitung von Trends.

Blogger, Word of Mouth Marketing, exklusive Shopping Clubs oder Abonnements befeuern den Markt. Mehr als 5.000 Mode-Blogs gibt es allein in Deutschland.

Die erfolgreichsten Blogs sind kein Hobby mehr, sondern kleine Unternehmen. Statt einer Flasche Schampus bekommen Blogger vierstellige Honorare angeboten. Das haben auch die Luxusartikler erkannt: Sie investieren kräftig in das Marketing über die sozialen Medien.

Labels wie Westwing werben mit exklusiver Ware zum kleinen Preis. Gründerinnen wie Mansur Gavriel reiben sich verwundert die Augen über den Run auf ihre minimalistischen Handtaschen. Social-Media-Kanäle wie Pinterest komplettieren die virtuelle Welt: Sie fluten das Netz mit den passend gestylten Bildern.

Wohlhabende Menschen definieren Luxus nicht mehr allein durch ein schnelles Auto oder einen protzigen Ring. Es gibt Stimmen, die den reichen Menschen zusprechen, die letzte Stufe der Maslowschen Bedürfnishierarchie erklimmen zu wollen: Selbstverwirklichung. Die erreiche man aber nicht durchs Haben, sondern durch das Sein.

Luxus heute ist das, was der Selbstverwirklichung nützt – und zwar im Sinne einer individualisierten Optimierung der eigenen Lebensqualität. Dieser aktuellen Definition von Luxus kann ich nur zustimmen. Es geht um das Erleben statt um Dinge.

5.000 Mode-Blogs gibt es allein in Deutschland.

Luxusprodukte erleichtern den Alltag und machen das Leben „more convenient“.

Wer es sich leisten kann, nutzt Angebote, die auf seine individuellen Bedürfnisse maßgeschneidert sind. Zeit ist ein wertvolles Gut. Die ständige Vernetzung über die digitalen Medien lässt die meisten Menschen im wahrsten Sinne des Wortes kaum noch abschalten.

In einer sich immer schneller drehenden Zeit sind alte Werte neu im Kommen. Immaterielle Werte rücken wieder stärker in den Vordergrund. So wird beispielsweise Gesundheit zum zentralen Kapital des Einzelnen. Diese zu erhalten und zu verbessern äußert sich im Trend der Selbstoptimierung.

Konsumiert wird nicht weniger, sondern vor allem anders.

Eine starke Marke, edle Verpackungen und exklusive Einkaufsstätten allein reichen nicht mehr aus. Die meisten Konsumenten haben erkannt, dass Qualität nicht immer mit einem hohen Preis korrespondiert. Sie hinterfragen zunehmend, was genau sie für ihr Geld bekommen.

Der Lifestyle der LOHAS beeinflusst die Luxusprodukte unserer Zeit.

Die „Geiz ist Geil-Mentalität“ ist eindeutig vorbei. Der anspruchsvolle Konsument von heute will sich mit Luxusartikeln nicht nur selbst etwas Gutes zu tun. Heute sollen Produkte im besten Fall auch ethisch und moralisch korrekt, umweltfreundlich und fair sein.

LOHAS sind eine luxusaffine Zielgruppe. Und ihre Bedeutung ist immens. Sie stehen für Lifestyles of Health and Sustainability. Ihr Stil setzt sich durch. Das erklärt auch, warum sich inzwischen auch bei Möbeln, Textilien und Lebensmitteln zunehmend nachhaltige und biologische Produkte finden.

So setzt beispielsweise das Hotel 25 hours erfolgreich auf eine andere Definition von Luxus: nicht mehr die Fünf-Sterne-Welt der Kronleuchter und Marmorsäulen. Der Gast soll spüren „Bei uns muss kein Gast wichtig tun. Respekt ist etwas Gegenseitiges.“Und: Für viele, insbesondere für jüngere Konsumenten ist der Besitz zunehmend weniger wichtig. Entscheidend ist der Zugang zum gewünschten Produkt. Das schafft Chancen für neue Geschäftsmodelle wie Car-Sharing Konzepte, Miet-Handtaschen oder Schmuck auf Zeit.

Der Weg der Luxusprodukte ist nicht ohne Risiko. Sie müssen zwar eine breite Begehrlichkeit wecken, setzen aber gleichzeitig eine gewisse Exklusivität und einen beschränkten Zugang voraus.Wenn Premiumprodukte auch auf Onlinemarktplätzen oder bei nicht autorisierten Händlern vertrieben werden, verkommt der Luxus schnell zum Ramsch. Markenpiraterie und Produktfälschungen sind für die Branche ein großes Problem.Grund zur Sorge brauchen Luxushersteller nicht zu haben: Selbst wenn immaterielle Aspekte in der Bedeutung stark zunehmen – das „Haben“ hat auf viele weiterhin einen großen Reiz.

Verwandte Inhalte