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Energie

Power-to-X: Erneuerbare Energien richtig nutzen

Power-to-X: Erneuerbare Energien richtig nutzen

Keyfacts über Erneuerbare Energien

Energien

In Deutschland fehlen Stromtrassen • Speicher müssen ausgebaut werden • Innovationen und Forschung fördern

Die Erzeugung mit erneuerbaren Energien funktioniert. Es liegt nur an uns, diese in die richtigen Bahnen zu lenken. Ich meine: Power-to-X-Technologien können Produktionsspitzen glätten.

Die E-world 2015 präsentierte sich auch in diesem Jahr als Flaggschiff in der europäischen Energie- und Wasserwirtschaft. Mit 640 Ausstellern war der Andrang auf der Messe wie gewohnt stark – die meisten Themen nicht neu, aber immer noch aktuell.

Niemand kann die eine, definitive Zukunft der Energiebranche vorhersagen. Die KPMG-Studie „Energy – Quo Vadis?“ geht gleich vier potenziellen Szenarien nach. Bei jedem der vier möglichen Varianten steht ein anderer Aspekt im Vordergrund: Disruption, Lifestyle, Dschungel oder Autonomie. Das Blick zurück zeigt: Zeiten des Umbruchs sind in der Regel auch Zeiten von Innovation.

Wir haben viel geschafft.

Die erneuerbaren Energien decken rund die Hälfte unserer Erzeugungskapazitäten und rund ein Viertel der Bruttostromerzeugung in Deutschland. Hier wurde, auch dank der EEG-Umlage, reichlich investiert.

Bei aller Innovationskraft und Finanzierungsanstrengungen: Die konventionelle Energieerzeugung sollte allerdings ebenso wenig außer Acht gelassen werden wie der Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze.

Die Branche ist sich einig, dass wir um zusätzliche Investitionen in neue Stromtrassen nicht herumkommen. Die Bedingungen in der Erzeugung haben sich essenziell verändert. Um unsere stabile Versorgungsqualität aufrecht zu erhalten, brauchen wir sowohl faire Lösungen für die konventionellen Energien, als auch konstante Verbesserungen bei den erneuerbaren.

Anfang des Jahres tobten zwei Sturmtiefs über Deutschland.

Dadurch produzierten die Windräder so viel Energie, dass den Übertragungsnetzbetreibern TenneT und 50Hertz durch Abschaltungen und Ausgleichsmaßnahmen Zusatzkosten in Höhe von 13 Millionen Euro entstanden. – Verkehrte Welt.

Ökonomisch und ökologisch wäre es viel sinnvoller, diese Energie besser verteilen oder speichern zu können. Erste Schritte in diese Richtung gibt es bereits: In Schwerin beispielsweise ist im vergangen Jahr ein kommerzieller 5 MW-Batteriespeicher ans Netz gegangen. Die Stadtwerke Flensburg setzen auf einen neuen Elektrokessel, um grünen Strom in Fernwärme umzuwandeln.

Power-to-X-Technologien können Produktionsspitzen glätten.

Power-to-Heat nennt sich das Verfahren, das aus überschüssiger Windenergie die Wärmeversorgung unterstützt. Die bekannteste und vielversprechendste Power-to-X-Technologie ist das Umwandeln von Strom in Gas (Power-to-Gas).

Das Verfahren erzeugt mittels Elektrolyse Wasserstoff. Dieser kann bis zu einem gewissen Anteil dem Erdgasnetz zugeführt werden. In einem zweiten Schritt lässt sich aus dem Wasserstoff und zusätzlichem Kohlenstoffdioxid synthetisches Erdgas (Methan) herstellen.

Auch wenn bei der Transformation viel Energie „verloren“ geht, halte ich diese Alternative immer noch für lukrativer, als Windräder oder Photovoltaikanlagen abzuschalten, um die Stromnetze nicht zu überlasten. Laut Deutscher Energie-Agentur existieren deutschlandweit bereits 14 verschiedene Pilotprojekte und Anlagen, sechs weitere sind in Bau oder Planung.

Die Vorteile der Power-to-Gas-Technologie:

•  Bessere Speicherbarkeit: Deutschland besitzt Europas größte Speicherkapazitäten für Erdgas. Außerdem kann das deutsche Erdgasnetz in großem Umfang als Zwischenspeicher und zum Transport von Energie dienen.

•  Nachhaltigkeit durch CO2-Neutralität: Bei der Verbrennung von Wasserstoff entsteht lediglich Wasserdampf. Bei der Verbrennung des synthetischen Erdgases wird nur das CO2 frei, was vorher bei der Methanisierung gebunden wurde.

• Verringerte Importabhängigkeit: Durch einen erhöhten Anteil von einheimischem Erdgas sinkt die Importabhängigkeit und damit das Risiko von extern verursachten Engpässen.

• Förderung von Anschlusstechnologien: Wasserstoff findet nicht nur in der chemischen Industrie seine Verwendung, sondern ist auch Treibstoff für Brennstoffzellen. Auch verflüssigtes Erdgas (LNG) ist weltweit auf dem Vormarsch und könnte einen alternativen Kraftstoff für den Transport- und Verkehrssektor bilden.

Die Erzeugung mit erneuerbaren Energien funktioniert.

Jetzt liegt es an uns, diese in die richtigen Bahnen zu lenken. Der Netzausbau ist nur eine wichtige Komponente. Innovationen und Forschung im Power-to-X-Bereich können den Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung begleiten, unterstützen und stärken.