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Gretchenfrage Datenhandhabung

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Öffentliche Unternehmen können von digitalen Daten profitieren • Entwicklung passgenauer Dienste für Bürger und Wirtschaft • Sicherheit von sensiblen Daten als Thema sollte nicht unterschätzt werden

Schlechte Nachrichten für alle Digitalisierungsmuffel: Wer nicht mitzieht, ist in fünf Jahren weg. Dieses düstere Bild zeichnete EU-Kommissar Günther Oettinger für Unternehmer bei der KPMG-Veranstaltung „Big Data, Big Opportunities?“, die vom Public Sector ausgerichtet wurde. Doch noch immer ist eine Frage nicht abschließend geklärt: In welchem Verhältnis stehen Chancen und Risiken?

Mathias Oberndörfer kennt die Probleme öffentlicher Unternehmen. Seit Oktober 2014 steht er dem Bereich bei KPMG vor. Für ihn ist es gerade jetzt wichtig, die richtigen Weichen zu stellen, um in Sachen Digitalisierung nicht abgehängt zu werden. Um die Möglichkeiten der neuen Zeit zu skizzieren, aber auch Gefahren aufzuzeigen und darüber zu sprechen, wie öffentliche Unternehmen von Datenauswertungen profitieren können, lud Oberndörfer hochkarätige Gäste in die Frankfurter KPMG-Niederlassung ein. Er zeigte selbst an einem ersten Beispiel, wie Städte und Kommunen heute schon mit Daten Werte schaffen. Die englische Stadt Bristol stellt Erhebungen bereits Unternehmen zur Verfügung. „Die Daten geben Aufschluss über Energienutzung, verstopfte Straßen und führen zu interessanten Informationen für Verwaltung und Unternehmen. Diese werden von Start-ups und Wissenschaft aufgegriffen, die dann damit einen Mehrwert schaffen“, weiß Oberndörfer zu berichten.

Bei Regen teurer, bei Sonnenschein billiger

Auch Alexander Stüger aus der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland zeigte, wie Big-Data-Anwendungen schon heute Lösungen für den öffentlichen Sektor bereithalten, und führte ein deutsches Beispiel an. In Darmstadt hält die Integration verschiedenster Messdaten einer Stadt in Echtzeit neuartige Anwendungen und Dienste für Bürger und Wirtschaft bereit. Daraus ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten, beispielsweise für eine effizientere Verkehrssteuerung oder die Begleitung von Großereignissen.

Christian Rast, Chief Solution Officer bei KPMG und Global Head of Data & Analytics, ist überzeugt davon, dass sich durch Datenanalyse künftig auch öffentliche Dienstleistungen individualisieren lassen. „Nehmen Sie den öffentlichen Nahverkehr: Die Busfahrkarte wird bei Regen teurer, bei Sonnenschein ist sie billiger – und das ist nur ein Beispiel von vielen, in denen D&A zu passgenauen Lösungen für Bürger und Staat führen könnte“, beschreibt Rast ein mögliches Anwendungsfeld.

Datenreichtum und Datenschutz

Alexander Geschonneck, Head of Forensic, warnte indes vor zu viel Euphorie bei der Datenanalyse. „Ich blicke jeden Tag in den Abgrund, sehe, wenn sich Hacker Zugang zu sensiblen Daten verschafft haben. Die Frage ist: Brauchen wir personenbezogene Daten oder können wir durch die Verdichtung von Daten, die nicht eindeutig zuzuordnen sind, ähnlichen Mehrwert schaffen? Mehrheitlich trifft nämlich genau das zu“, erklärt Geschonneck. Und weiter: „Durch das Safe-Harbor-Urteil fangen wir endlich an, uns über Datentransfer Gedanken zu machen.“

Peter Heidkamp, Head of Technology, präsentierte im Anschluss Bottlenose, ein Echtzeit-Auswertungs-Werkzeug, mit dem unter anderem Social-Media-Trends ausgewertet werden. „Die Sicherheitslage bei Großveranstaltungen kann beispielsweise durch Social Media besser beurteilt werden. Doch auch hier spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle, um noch angemessen reagieren zu können“, erklärte Heidkamp.

Kommissar im digitalen Raum

Günther Oettinger sprach im KPMG Insights Center zu den Teilnehmern der Veranstaltung. Seine Botschaft war klar: „Wer die Digitalisierung nicht packt und gleichzeitig in Datennetze und -sicherheit investiert, der ist in fünf Jahren weg.“ Er stellte darüber hinaus klar, dass gerade jetzt versierte Berater gefragt sind, die dem öffentlichen Sektor bei der Umsetzung digitaler Fragen zur Seite stehen.