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Ende der Globalisierung

Ende der Globalisierung

Wo die Nationalisierung der Weltwirtschaft droht, gilt es entschieden gegenzuhalten.

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Die Risiken Protektionismus und Populismus stehen für Unternehmen in diesem Jahr ganz weit oben. Sie sind auch die bestimmenden Themen auf dem World Economic Forum diese Woche in Davos.

Ein klares Bekenntnis zum globalen Handel mit offenen und transparenten Freihandelsabkommen hat dort am Dienstag der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping abgegeben. Alle Länder seien voneinander abhängig und bildeten eine Schicksalsgemeinschaft. „Wir müssen Nein sagen zum Protektionismus“, so Xi Jinping. Protektionismus sei, „als ob man sich in einen dunklen Raum einschließt“. Man sei dann geschützt vor Wind und Regen, aber eben auch isoliert von Luft und Licht.

Zölle statt Freihandel

Chinas Sorge ist auch die Deutschlands. Angetrieben von berechtigten Sorgen, aber falschen Heilsversprechungen haben das Referendum in Großbritannien und die Wahlen in den USA im vergangenen Jahr einen überraschenden Ausgang genommen. Der Brexit und die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten bedeuten ein Ende der immer engeren Verknüpfung der Weltwirtschaft, der stetig fallenden Handelsbarrieren, des gegenseitigen Vertrauens.

Um Importe, insbesondere aus China und Mexiko, zu verteuern, hat der künftige US-Präsident eine Grenzsteuer, sprich Zölle, angekündigt. Die multilateralen Freihandelsabkommen TPP mit der Pazifikregion und TTIP mit der EU haben unter Trump voraussichtlich keine Zukunft. Auch das nordamerikanische Abkommen Nafta soll nachverhandelt werden.

Globalisierungsprofiteur Deutschland

Besonders leiden würden unter dem Ende der Globalisierung die deutschen Unternehmen. Denn kaum eine Wirtschaft ist so eng mit dem Ausland verknüpft wie die Deutschlands. Wie der KPMG Investment Report zeigt, setzen 24 von 30 Dax-Konzernen mehr als 70 Prozent ihrer Waren und Dienstleistungen im Ausland um. Mit 27.420 ausländischen Tochterunternehmen liegt Deutschland sogar weltweit an der Spitze. Zugleich ist Deutschland eines der attraktivsten europäischen Ziele für ausländische Investitionen.

Die sich andeutende nationalistische Wirtschaftspolitik einzelner Länder ist da fatal. Weder eigensinnige Handelsbarrieren noch ein Wettbewerb der Staaten um niedrige Unternehmenssteuern, wie sie President-elect Donald Trump und Großbritanniens Premierministerin Theresa May in Aussicht gestellt haben, helfen der Welt noch den Staaten selbst auf Dauer. Stattdessen werden sie die Prozesse beschleunigen, welche unsere Gesellschaften nachhaltig zu spalten drohen.

Kurzfristigen Verlockungen widerstehen

Aus Sicht der exportorientierten deutschen Unternehmen ist es wichtig, sich gemeinsam mit der deutschen Politik vordergründig verlockenden Angeboten wie Steuer-Dumping und Währungsabwertungen zu widersetzen. Stattdessen gilt es im Jahr des Feuer-Hahns, in das wir laut chinesischem Horoskop treten, die eigenen Stärken auszuloten und sich voll und ganz auf diese zu konzentrieren. Erfolg wird haben, wer kraftvoll, selbstbewusst und ehrgeizig auftritt, dabei aber das notwendige Augenmaß behält und nicht nur auf den eigenen (kurzfristigen) Vorteil bedacht ist.

Es ist unser aller Interesse, nationalistischen, populistischen Bewegungen mit kluger Politik zu begegnen und die Welt wieder in Richtung Globalisierung zu drehen.

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