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Currency Overlay Management

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Herausforderungen bei der bilanziellen Abbildung nach HGB

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Auf der Suche nach flexiblen Lösungen im Währungsrisikomanagement rückt das Currency Overlay Management als eine mögliche Alternative in den Fokus vieler Unternehmen.

Bei der Auswahl und Gestaltung der Strategien sollte neben Erwägungen zur Eignung als Risikomanagementmethode und den mit dieser Strategie verbundenen Kosten auch die bilanzielle Abbildung der Programme bedacht werden. Dabei gilt es einige Fallstricke zu vermeiden, die einer effektiven bilanziellen Sicherungswirkung entgegen laufen können. In diesem Newsletter betrachten wir zunächst die Bilanzierung nach HGB.

Beim Currency Overlay Management handelt es sich um eine aktive Währungsmanagementstrategie, bei der Sicherungsentscheidungen auf Basis von aus Prognosemodellen abgeleiteten Trenderwartungen getroffen werden. Meist delegieren Unternehmen diese Art der Sicherung ihres Fremdwährungsexposures komplett oder für ausgewählte Währungen an einen externen Dritten, in der Regel eine Bank. Handelsentscheidungen werden dann – je nach Vorgaben und Limiten des Unternehmens – durch die Bank im Namen und für Rechnung des Unternehmens getroffen.

Die aktive Strategie zielt auf eine Absicherung von Währungspositionen gegen negative Kursbewegungen bei gleichzeitiger Wahrung der Partizipationschance an positiven Kursveränderungen ab. Dabei wird die Sicherungsquote bei – in Bezug auf das Exposure – positiver Kursentwicklung verringert und bei negativem Trend erhöht, sodass diese Strategie insbesondere bei deutlichen Kurstrends ihre Wirkung entfaltet.

Die unter dem Currency Overlay-Mandat abgeschlossenen Derivate sind zunächst nach den allgemeinen handelsbilanziellen Grundsätzen abzubilden. Meist besteht die Absicht, diese Geschäfte in eine bilanzielle Sicherungsbeziehung nach HGB (Bewertungseinheit) zu designieren, um GuV-Schwankungen zu reduzieren.

Im Rahmen einer solchen bilanziellen Abbildung sollten in der Regel folgende Punkte in die Betrachtung einbezogen werden:

Bilanzierung der Sicherungsgeschäfte:

  • Handelt es sich bei den Sicherungsgeschäften um einzelvertragliche Rechtsgeschäfte, so sind diese nach HGB regelmäßig einzeln zu bewerten und imparitätisch zu behandeln. Eine Übertragung der Portfoliobetrachtung aus dem Risikomanagement auf die Bilanzierung muss jeweils im Einzelfalle untersucht werden.
  • Bei Designation in eine bilanzielle Sicherungsbeziehung können die unter dem Mandant abgeschlosseneren Geschäfte dagegen meist in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Im Gegenzug sind jedoch die umfangreichen Dokumentations- und Nachweispflichten zu erfüllen, die für die Bildung von Bewertungseinheiten vorgeschrieben sind.

Anpassung der Sicherungsquote:

Im Rahmen der aktiven Risikomanagementstrategie kommt es zu häufigen Anpassungen der Sicherungsquote, die mit dem Neuabschluss und der Glattstellung von Sicherungsgeschäften verbunden sind:

  • Um eine wirksame Sicherungsbeziehung mit den feststehenden Grundgeschäften zu ermöglichen, wird daher regelmäßig nur die Kassakomponente designiert. Unternehmen müssen dann in einem Nebenbuch die Terminkomponenten separat ermitteln und außerhalb der Sicherungsbeziehung nach den allgemeinen Grundsätzen bilanzieren.
  • Zudem ist darauf zu achten, dass bei Anpassung der Sicherungsquote auch eine entsprechende Anpassung der Bewertungseinheit erfolgt. Sofern bereits ein bilanzwirksames Grundgeschäft besteht, ist dieses – bezogen auf den ungesicherten Teil – nach den allgemeinen Grundsätzen zu bilanzieren. Hierbei ist auch die nach HGB relevante Durchhalteabsicht zu beurteilen.
  • Bei geplanten Transaktionen ist wiederum darauf zu achten, dass die realisierten Effekte aus der Abrechnung von fälligen oder glattgestellten Sicherungsgeschäften bei Anwendung der Einfrierungsmethode regelmäßig ohne Berührung der GuV abzugrenzen sind. Andernfalls kann das Ziel einer kompensatorischen Bewertung mit dem noch nicht bilanzwirksamen Grundgeschäft nicht erreicht werden.

Abschließend sei in Hinblick auf die allgemeine Risikoevaluierung darauf hingewiesen, dass das bewusste Eingehen offener Positionen aus einem aktiven Fremdwährungsmanagement als spekulativ angesehen werden kann. Unternehmen sollten sich mit Szenarioanalysen oder Ähnlichem entsprechend vorbereiten, damit mögliche negative Auswirkungen aufgrund von Marktverwerfungen getragen werden können.

Um ein effektives Currency Overlay Management zu implementieren, sollten Unternehmen daher Risikomanagement- und Kostenaspekte gemeinsam mit einer Analyse der bilanziellen Auswirkungen in die Entscheidungsfindung einbeziehen. 

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 62, Dezember 2016
Autor: Christian Pfeiffer, Manager, Finance Advisory, christianpfeiffer@kpmg.com

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