Familienverfassung: Zukunft auf den Punkt gebracht

Familienverfassung: Zukunft auf den Punkt gebracht

Ein Familienunternehmen zu führen ist keine leichte Aufgabe. Emotionen bestimmen das Miteinander – sowohl in der Familie als auch im Unternehmen. Die Kunst besteht darin, alle Familienmitglieder auf einen gemeinsamen Kurs zu bringen. Es geht auch darum, frühzeitig wichtige Entscheidungen – unter anderem zur Nachfolge – zu treffen und darauf zu achten, dass diese sowohl den Vorstellungen der Familie als auch den Zielen des Unternehmens entsprechen.

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Gerade rein familiengeführte Unternehmen tun sich oft schwer, ihren eigenen Ansprüchen an eine professionelle Führung gerecht zu werden. So werden Regeln zum Umgang mit Konflikten innerhalb der Familie zwar als wichtig erachtet (57 Prozent), im Ernstfall kommen sie aber kaum zur Anwendung (26 Prozent). Die Gefahr dabei: Konflikte schwelen, bis es zum Eklat kommt.

Das zeigt auch die aktuelle KPMG-Studie „Firma, Familie, Führung – Leadership im Spannungsfeld von Gefühl und Geschäft“. Grundlage der Untersuchung sind neben 85 Befragungen zum Teil persönlich geführte Interviews mit bedeutenden Unternehmerpersönlichkeiten.

Die Studie weist nach, dass eine Familienverfassung mit ihrem präventiven Ansatz hilft. Denn an Regeln, die sich alle Familienmitglieder gegeben haben, hält man sich deutlich mehr. Die Familiencharta erhöht nachweislich den Zusammenhalt der Familie und stärkt die emotionale Verbundenheit zum Unternehmen. Die Studie belegt zudem, dass Familienunternehmen mit einem solchen Kodex – lediglich 35 Prozent der befragten Unternehmer gaben an, ein solches Dokument zu besitzen – auch ökonomisch erfolgreicher sind.

Die Ergebnisse der Untersuchung legen vier Handlungsempfehlungen nahe:

  1. Regeln Sie Aufgaben und Verantwortlichkeiten in der Geschäftsführung. Die Studie weist nach, dass der Erfolg eines Unternehmens höher ist, je eindeutiger die Rollen definiert, Verantwortlichkeiten bestimmt und je klarer die Entscheidungsprozesse sind.
  2. Legen Sie geregelte Kriterien beim Einstieg von Familienmitgliedern in das Unternehmen fest. Die Verträge sollten neben Rechten und Pflichten auch transparente und messbare Kriterien zur Abberufung von Geschäftsführern beinhalten.
  3. Fördern Sie den persönlichen Austausch unter den Familienangehörigen und kommunizieren Sie wichtige Informationen gezielt – durch Newsletter, Jour fixes und Familientage. Je zufriedener Gesellschafter mit der familiären Situation sind und je mehr sie sich als Teil einer starken Gemeinschaft fühlen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre Anteile verkaufen.
  4. Organisieren Sie sich als Großfamilie, denn deren Zusammenhalt ist signifikant größer als der in Stammesfamilien. Auch die Verbundenheit der Gesellschafter zum Unternehmen ist in Großfamilien tiefer: Im Vergleich zu Stämmen schaffen sie mehr Möglichkeiten für Gesellschafter, sich im Unternehmen zu engagieren.

Regeln schriftlich fixieren

Die Punkte zeigen: Mit eindeutigen Vorgaben lassen sich hausgemachte Konflikte weitgehend vermeiden. Wer darf Gesellschafter sein? Welche Rechte und Pflichten sind damit verbunden? Wie ist die Nachfolge geregelt? Wie ist die Ausschüttung festgeschrieben? Die schriftliche Erarbeitung einer Familienverfassung professionalisiert die Zusammenarbeit im Familienunternehmen, schafft Transparenz und erhöht die Sicherheit für jeden Einzelnen – über Generationen hinweg. Sie wird ab der zweiten Generation empfohlen, wenn es zwei oder mehr Gesellschafter gibt.

 

Die Studie können Sie hier kostenlos herunterladen

 
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