Brexit – Bilanzielle Herausforderungen

Brexit – Bilanzielle Herausforderungen

Der britische Entscheid, die EU zu verlassen, bringt Unternehmen unter Zugzwang, die mit dem Land Geschäftsbeziehungen pflegen. Welche bilanziellen Risiken kurz- und mittelfristig bestehen und wie sie darauf reagieren sollten.

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Der Brexit betrifft Unternehmen auf vielen Ebenen. Schon mit der Verkündung des Referendumsergebnisses haben sich wesentliche Entscheidungsgrundlagen geändert. Hier finden Sie eine nach unterschiedlichen Zeithorizonten unterteilte Auswahl wichtiger Aspekte, die aus bilanzieller Sicht beachtet werden sollten, sowie die dazugehörigen Handlungsfelder.

Kurzfristig

Mit dem Brexit-Votum hat sich das britische Pfund gegenüber dem Euro deutlich verbilligt. Damit sinkt der Wert von Beteiligungen, Standorten und anderen Vermögengegenständen. Auch die zu erwartende geringere Nachfrage nach Grundstücken und Immobilien wirkt sich zusätzlich negativ aus. Dass einige offene Immobilienfonds geschlossen wurden, deutet auf einen Verkaufsdruck hin. Unternehmen müssen daher prüfen, ob außerplanmäßige Wertminderungstests durchzuführen sind, und gegebenenfalls mit Bewertungsanpassungen reagieren. Je nach Marktentwicklung kann der Wertminderungstest auch erst notwendig sein, wenn die Austrittsverhandlungen beginnen oder beendet sind.

Mittel- und langfristig

Offiziell können die Austrittsverhandlungen aus der EU ab Antragstellung bis zu zwei Jahre dauern. Bis die separat ausgehandelten, neuen Handelsverträge von allen Mitgliedsstaaten ratifiziert sind, können weitere Monate, wenn nicht gar Jahre, verstreichen. Nichtsdestotrotz sollte in den kommenden ein bis drei Jahren, der Austritt vollzogen oder zumindest klar sein, wie die Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien ausgestaltet werden.

Denkbar ist, dass EU-Befreiungen für den Jahresabschluss (§§ 264 Abs. 3 oder 264b HGB) und den Konzernabschluss (§ 291 HGB) wegfallen. Damit müssten deutsche Tochterunternehmen, deren Mutterunternehmen in Großbritannien sitzen, einen Einzelabschluss veröffentlichen oder einen Konzernabschluss erstellen, obwohl sie in Großbritannien in einen Konzernabschluss einbezogen sind. Die Lösung liegt in einer Reorganisation der Konzernstruktur. So könnte etwa eine Zwischenholding mit Sitz in einem EU-Land gegründet werden, für die ein Teilkonzernabschluss aufgestellt wird.

Vorstellbar ist, dass das Vereinigte Königreich mit der Abgrenzung zur EU einen neuen Anerkennungsprozess für die IFRS-Rechnungslegungsstandards erlässt. Die Unterschiede zwischen EU-IFRS und UK-IFRS würde vermutlich im Laufe der Zeit umfangreicher. Das hätte Einfluss auf die konzernweiten Reportingprozesse und -systeme.

Möglichweise entfallen dagegen Informationspflichten aus der EU-Prospekt-Richtlinie und der EU-Prospektverordnung. Wenn sich die Informationsanforderungen an kapitalmarktorientierte Unternehmen ändern, empfiehlt sich eventuell ein Wechsel hinzu Kapitalmärkten innerhalb der EU.

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