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… können Sie sich als Treasurer natürlich über das niedrige Zinsumfeld freuen.

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Sie sollten jedoch in enger Absprache mit dem Rechnungswesen handeln, um frühzeitig alle Auswirkungen zu berücksichtigen.

Zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung des Kredits ist nämlich zu überprüfen, ob der Floor oberhalb oder unterhalb des aktuellen Markzinsniveaus liegt. Im ersten Fall ist der Floor trennungspflichtig, das heißt als Zinsoption separat zu bewerten und zu bilanzieren. Es kann nun einheitlich im Unternehmen festgelegt werden, ob der Floor dabei mit dem aktuellen Zinsniveau, also zum Beispiel mit dem aktuellen Euribor verglichen wird, oder mit dem durchschnittlichen Swapsatz für die Laufzeit des Kredits.

Aus zwei Gründen ist dieses Thema nun von aktueller Bedeutung. Lagen bis vor Kurzem noch die durchschnittlichen Forwardzinsen bis zu einer Laufzeit von 5 Jahren noch oberhalb von Null, so tendierten diese in den letzten Wochen bei Null oder lagen sogar darunter. Ein zu dieser Zeit begebenes variabel verzinstes Schuldscheindarlehen mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einem Floor von 0% würde damit unabhängig von der gewählten Methode ein trennungspflichtiges eingebettetes Derivat beinhalten.

Auch begebene variable Anleihen, bei denen aus rechtlichen Gründen der Gesamtzins bestehend aus  variablem Zins und credit spread nicht negativ sein darf, waren in der Vergangenheit oft noch unkritisch, da der Referenzzins nicht so weit unter Null lag, dass der Gesamtzins inklusive Spread negativ war.

Je nach Bonität und gegebenenfalls auch Laufzeit kann dies jedoch mittlerweile durchaus der Fall sein. Neben den Auswirkungen auf ein etwaiges Hedge Accounting bei bestehenden Anleihen würden neu begebene Anleihen damit trennungspflichtige Floors enthalten.

Die separate Bilanzierung eines solchen Floors kann mitunter sogar Vorteile bei der Anwendung von Hedge Accounting haben, da dem trennungspflichtigen Derivat gegebenenfalls ein gesondert abgeschlossenes Sicherungsgeschäft gegenübersteht. Nichtsdestotrotz müssen zum Zeitpunkt der Aufnahme eines Darlehens bzw. Begebung einer Anleihe die korrekte Bilanzierungsweise abgestimmt sein. Insbesondere muss eine Möglichkeit für die Bewertung dieses eingebetteten Derivats vorliegen. 

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 56, Juni 2016
Autor: Andrea Monthofer, Manager, amonthofer@kpmg.com

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