Warum sollen Unternehmen in die Cloud?

Warum sollen Unternehmen in die Cloud?

Die Cloud ist so präsent, man könnte fast von Nebel sprechen. Doch was spricht dafür, in die Cloud zu wechseln und wie gelingt der Aufstieg in die Wolke? KPMG Bereichsvorstand Consulting Ioannis Tsavlakidis erklärt im Interview, was Unternehmen wissen müssen.

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Auf der CeBIT in Hannover ist die Cloud eines der Leitthemen. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich bewusst für den Schritt in die Cloud. Herr Tsavlakidis, was ist die Cloud überhaupt?

Ioannis Tsavlakidis: Wer Daten in der Cloud ablegt, verzichtet auf einen eigenen Server. Stattdessen wählt das Unternehmen zwischen einer Vielzahl von Anbietern, die für ihn die Speicherkapazitäten zur Verfügung stellen. Übertragen werden die Daten dabei über das Internet. Somit können die Server theoretisch überall auf der Welt stehen.

Warum lohnt sich die Cloud für Unternehmen?

Tsavlakidis: Mit der Cloud erreichen Unternehmen zweierlei. Zum einen sparen sie Geld, zum anderen erweitern sie die Möglichkeiten ihrer Mitarbeiter. Eigene Rechenzentren sind kosten- und wartungsintensiv. Großanbieter von Serverkapazitäten können dies deutlich günstiger anbieten. Von diesem Preisvorteil profitiert, wer sich der Cloud anschließt. Und sie sind wesentlich flexibler, weil sie jederzeit zusätzliche Rechenkapazitäten aufbauen oder reduzieren können.

Aber wie nutzt die Cloud den Mitarbeitern?

Tsavlakidis: Wenn die Daten zentral auf einem Großrechner liegen, ist es wesentlich leichter jederzeit und von jedem Ort auf sie zuzugreifen. Gerade mittlere und kleinere Unternehmen können diese aufwendige Infrastruktur häufig nicht selbst installieren. Mit der Cloud ist es kein Problem mehr für den Mitarbeiter, der beim Kunden vor Ort ist, mit dem Smartphone auf die Daten zuzugreifen, die er an seinem Arbeitsplatz angelegt hat. Vergessene Dokumente gibt es so nicht mehr. Gleichzeitig sind die Cloud-Dienste aber nicht nur auf Dokumente beschränkt. Auch Programme können so einfacher genutzt werden, da sie nicht auf jedem Rechner installiert werden müssen, sondern direkt über die Cloud genutzt werden. Nebenbei verringert sich so das Risiko, wenn jemand seinen Laptop verliert. Die Daten und Programme sind dann nicht verschwunden, sondern in der Cloud.

Die Cloud wird häufig mit dem Internet der Dinge in Verbindung gebracht. Wie passt das zusammen?

Tsavlakidis: Beim Internet der Dinge werden viele, kleine elektronische Geräte mit dem Internet verbunden. Der Zugriff darauf läuft ebenfalls über zentrale Server, der Cloud. Das zeigt auch, dass die Cloud für einige Unternehmen die Produkt- und Dienstleistungspalette erweitert. Ein großer deutscher Autozulieferer und Elektrokonzern expandiert stark in Richtung Cloud und Internet der Dinge. So will der Konzern Parkplätze mit Sensoren versehen, die über das Internet anzeigen, wo gerade ein Platz frei ist. Die Cloud ist dabei notwendig, um die Sensoren miteinander zu verbinden.

Die Vorteile der Cloud sind also klar. Wie aber kommt ein Unternehmen dorthin?

Tsavlakidis: Dazu braucht es vier Schritte. Zunächst empfehlen wir eine Cloud-Strategie sauber abzuleiten. Welche Endgeräte und Plattformen werden verwendet? Welche Nutzergruppen gibt es? Daraus ergibt sich, welche Art von Cloud die geeignete ist. Gewählt werden kann zwischen der Private und der Public Cloud sowie der Hybrid-Form aus beiden.

Als zweiter Schritt wird die Cloud-Governance festgelegt. Denn auch wenn Aufgaben wie Datenschutz, Compliance und Einhaltung industriespezifischer Anforderungen an einen Cloud-Provider übergeben werden, liegt die Verantwortung weiterhin beim beauftragenden Unternehmen. Daher ist die frühzeitige Einbindung der Rechtsabteilung, bzw. eine Rechtsberatung ratsam. Erst dann sollte im dritten Schritt die Wahl eines Cloud-Providers erfolgen.

Anschließend können die gewünschten Systeme und Anwendungen ohne Veränderungen direkt in die Datenwolke geschickt werden. Unternehmen sollten hier nicht zu kurzfristig denken. Denn die Migration in die Cloud ist eine gute Gelegenheit zum Aufräumen und Überarbeiten von Geschäftsprozessen.

Das klingt als würden durchaus auch Fallstricke lauern.

Tsavlakidis: Das stimmt. So ist zum Beispiel mit dem Entscheid über das Datenschutzabkommen Safe Harbor durch den Europäischen Gerichtshof die Übertragung von Daten in die USA rechtlich schwierig geworden. Deswegen wollen auch 76% der von uns befragten Kunden, dass ihr Cloud-Anbieter die Daten ausschließlich auf in Deutschland ansässigen Rechenzentren speichert. Dabei sollte beachtet werden, dass Unternehmen häufig schon unbewusst die Cloud nutzen, etwa in dem sie Posts auf ihren eigenen Kanälen in den Sozialen Netzwerken platzieren.

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