Cash-Flow-at-Risk erzielt bessere Ergebnisse bei der Währungssicherung

Cash-Flow-at-Risk - Währungssicherung

Währungsrisiken bleiben aufgrund der anhaltend hohen Volatilität und unerwarteter Schocks im Fokus von CFOs und Treasurern.

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Währungsrisiken bleiben aufgrund der anhaltend hohen Volatilität und unerwarteter Schocks im Fokus von CFOs und Treasurern. Unternehmen sollten sich bei der Währungssicherung daher nicht mehr nur auf die klassischen, statischen Absicherungen verlassen. Wie eine aktuelle empirische Analyse der KPMG zeigt, weisen insbesondere in volatileren Märkten dynamische Sicherungsstrategien im Währungsmanagement deutliche Vorteile auf.

Die Schwankungen vieler Währungskurse haben in den vergangenen Jahren zugenommen – der russische Rubel, der brasilianische Real, aber auch der US-Dollar oder die Türkische Lira sind bekannte Beispiele. In vielen Währungsstrategien werden diese Signale jedoch nicht berücksichtigt – Devisensicherungen erfolgen oftmals statisch, also zu deterministisch festgelegten Quoten und Zeitpunkten.

Andere Unternehmen verzichten aufgrund hoher Terminaufschläge in einigen Währungen oder eigener Kursprognosen ganz auf eine Absicherung des Währungsrisikos. Unerwartete Währungsverluste und unerwünschte Schwankungen des Periodenergebnisses aufgrund zu geringer Absicherung oder offener Positionen wurden dann nicht selten als „schwarze Schwäne“ interpretiert.

Es handelte sich dabei jedoch nicht immer um unvorhersehbare Ereignisse, da bereits im Vorfeld die Volatilität der Kurse meist anstieg. Die geeignete Antwort auf solch volatile Märkte sind marktnahe Frühwarnindikatoren und flexible Sicherungsstrategien. Als Risikokennzahl eignet sich hierfür insbesondere der Cash-Flow-at-Risk (CFaR). Diese Risikomessgröße repräsentiert den maximalen Verlust aus dem erwarteten Cashflow, der mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird.

Eine Sicherungsentscheidung wird dann in Abhängigkeit zu einem definierten Risikolimit getroffen, welches beispielsweise den CFaR ins Verhältnis zum EBIT setzt. Bei Überschreiten des definierten Limits erfolgt eine Analyse der Ursachen für die Erhöhung des Risikos sowie der alternativen risikoreduzierenden Sicherungsaktionen.

Im Rahmen einer empirischen Studie wurde erkennbar, dass für die Jahre 2014 und 2015 in einem Währungsportfolio aus den oben genannten Währungen eine Risikosteuerung über CFaR immer vorteilhaft gegenüber statischen Strategien gewesen wäre. Die üblichen Risikoziele, also die Reduktion der worst-case-Währungsverluste als auch die Reduktion der Schwankung des Periodenergebnisses oder anderer gängiger KPIs wurden mit einer Risikosteuerung auf Basis des CFaR am wirkungsvollsten erreicht.

Dagegen führte eine rein statische Sicherungsstrategie zu weniger effektiven Sicherungsergebnissen, da die Sicherungsentscheidungen nicht zum optimalen Zeitpunkt erfolgten oder zu niedrig ausfielen. Auch eine als Vergleichsbasis betrachtete, spekulative Position durch Offenhalten des Währungsrisikos ­ beispielsweise aufgrund einer Kursprognose ­ führte zu suboptimalen Ergebnissen in Hinblick auf die Erreichung der Risikoziele.

Während für die Erhebung des konzernweiten Währungsrisikos eine währungsdifferenzierte Cashflow-Planung unerlässlich ist, stellt der CFaR eine einzige, aggregierte Kennzahl über das gesamte Portfolio und den gesamten ­ auch längerfristigen ­ Risikohorizont dar. Dabei fließen Korrelationen und gegenläufige Kursentwicklungen innerhalb des Portfolios in die Bewertung ein. Es werden somit die zwei zentralen Komponenten des Exposuremanagements berücksichtigt – die Risikohöhe und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit.

Bei der rein statischen Betrachtung von absoluten Exposures und ergänzenden Kennzahlen wie der Volatilität einzelner Währungen ist diese integrierte Betrachtung nicht gegeben. Neben der Notwendigkeit eines verlässlichen Daten-inputs und sachgerechter Modellannahmen ist allerdings zu beachten, dass bislang nur wenige Treasury-Management-Systeme standardisiert einen vollwertigen CFaR berechnen können.

Volatile Märkte erfordern flexible Sicherungsstrategien. Die Verwendung eines CFaR als Steuerungsgröße führt empirisch betrachtet zu einer effektiveren Risikoreduktion, weil das Unternehmen frühzeitiger und damit marktnäher agiert. Der gestiegenen Unsicherheit sollte im Treasury jedoch auch mit Stresstests, Szenario-Analysen oder Benchmarks begegnet werden. Als Ergänzung zu einer CFaR-Analyse können diese Maßnahmen modellseitige Schwächen ausgleichen und die Risikotransparenz erhöhen.

Auch eine Kombination des CFaR mit einer festen Mindestsicherungsquote führt bereits zu einer dynamischeren Sicherungsstrategie. Echte schwarze Schwäne können damit zwar noch nicht vorgesehen werden, die Auswirkungen auf das Unternehmen bleiben im besten Falle aber begrenzt. Und ob sich eine Investition in ein besseres Währungsmanagement lohnt, lässt sich mit einem Blick auf die Verluste, die im Währungsergebnis des eigenen Unternehmens in den vergangenen Jahre ausgewiesen werden mussten, schnell abschätzen.

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 53, März 2016
Autor: Christian Pfeiffer, Manager, christianpfeiffer@kpmg.com

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