China erweitert um Großbritannien

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Chinas Nationaler Volkskongress hat den neuen Fünf-Jahres-Plan beschlossen. Wie sich die chinesische Wirtschaft entwickeln soll und was das für deutsche Unternehmen bedeutet.

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Chinas 5-Jahres-Plan

Mindestens 6,5 Prozent Wirtschaftswachstum peilt die chinesische Führung für die Jahre zwischen 2016 und 2020 an. Das sieht der neue Fünf-Jahres-Plan vor, der vom Nationalen Volkskongress vor wenigen Tagen beschlossen wurde. Die wirtschaftlichen Leitlinien sollen helfen, die recht unkonkret gehaltenen Hundertjahrziele zu erreichen.

Diese wurden erstmals 1997 erwähnt und zuletzt von Staatspräsident Xi Jinping mehrfach hervorgehoben. Wenn die Kommunistische Partei 2021 einhundert Jahre alt wird, will das Land einen moderaten Wohlstand erreicht haben. Die Volksrepublik China wird 2049 ihr einhundertjähriges Bestehen feiern. Bis dahin soll China ein starkes, demokratisches, zivilisiertes, harmonisches und modernes, sozialistisches Land sein.

Um das erste Ziel zu erreichen, plant die Regierung sowohl das Bruttoinlandsprodukt wie auch das Pro-Kopf-Einkommen bis 2020 gegenüber den Werten von 2010 zu verdoppeln. Der verabschiedete Plan geht dann von einer Wirtschaftsleistung von 90 Billionen Yuan (etwa 12 Billionen Euro) aus.

„Das bedeutet, dass Chinas Wirtschaft noch einmal um ein Drittel zulegt in den nächsten fünf Jahren – ein Zuwachs, der etwa der Größe Großbritanniens entspricht“, macht Andreas Glunz, Managing Partner International Business bei KPMG, deutlich. „Deutsche Unternehmen, die überlegen, ob sich Investitionen in China noch lohnen, sollten sich das vor Augen halten. Die zusätzliche Nachfrage erlaubt mit den richtigen Produkten einen guten Einstieg.“ Gleichzeitig könnten die Marktanteile rasch gesteigert werden, da sich die Nachfrage mit steigendem Wohlstand rasch wandele.

Mehr Umweltschutz

Als einer der Eckpfeiler wird im Fünf-Jahres-Plan der Umweltschutz geführt. „China will energieeffizienter werden und die starke Luftverschmutzung eindämmen. Deutsches Fachwissen dürfte hier gefragt sein“, meint der KPMG-Partner und Head of Country Practice China Andreas Feege. Je erwirtschafteten Yuan, ist geplant, den Energiekonsum um 15 Prozent, den CO2-Ausstausch um 18 Prozent und den Wasserverbrauch um 23 Prozent zu reduzieren.

Zudem werden im 13. Fünf-Jahres-Plan Kerntechnologien genannt, in denen wesentliche Fortschritte erzielt werden sollen. Dazu zählen die Informations- und Kommunikationstechnologie, neue Energien, neue Materialien, die Luftfahrt, die Biomedizin und die intelligente Produktion.

„Insgesamt wird der Dienstleistungssektor weiter an Bedeutung gewinnen. Der angekündigte Abbau von Überkapazitäten in der Stahl- und Kohleindustrie ist daher dringend notwendig. Es hieß bis zu sechs Millionen Arbeitsplätze könnten gestrichen werden“, so Andreas Feege. „Natürlich können Probleme wie industrielle Überkapazitäten, leerstehende Häuser und steigende Staatsschulden nur schwer über Nacht gelöst werden. Aber der Plan klingt schlüssig und die angestoßenen Reformen gehen in die richtige Richtung.“ So sollen allein in diesem Jahr zehn Millionen neue urbane Jobs geschaffen werden.

Auch Auswirkungen auf den deutschen Markt

Der wirtschaftliche Erfolg werde sich aber auch auf den hiesigen Markt auswirken, sagt Andreas Feege. Entsprechend der steigenden Wirtschaftsleistung würden die Investitionsaktivitäten chinesischer Unternehmen in Deutschland weiter zunehmen. „Das bietet die Chance, frisches Kapital anzuwerben oder strategische Partnerschaften einzugehen. Allerdings mag auch der Wettbewerb intensiver werden, je stärker sich die chinesischen Firmen entwickeln.“

Selbst wer nicht in China investiere, müsse sich trotzdem damit auseinandersetzen und eine Strategie entwickeln, wie er der Konkurrenz begegnet.

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