Steuern: Was auf Fondsanleger ab 2018 zukommt

Was auf Fondsanleger ab 2018 zukommt

Das Bundesfinanzministerium hat im Dezember 2015 einen Referentenentwurf zum Investmentsteuerreformgesetz vorgestellt. Eine der größten Änderungen: Privatanleger, die ihre Fondsanteile bis Ende 2008 erworben haben, verlieren die Steuerfreiheit für diese so genannten Altanteile Ende 2017. Private und institutionelle Investoren sollten darum jetzt ihre Investitionsstrukturen überprüfen.

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Ende 2015 hat das Bundesfinanzministerium einen Referentenentwurf zum Investmentsteuerreformgesetz vorgestellt. Die Reform sieht eine grundlegende Neuregelung der Besteuerung von Erträgen vor, die über einen Investmentfonds erzielt werden. Im Gegensatz zum bisherigen System sollen Publikums- und Spezialfonds ab 2018 nach völlig unterschiedlichen Regelungen besteuert werden.

Dem gegenwärtigen Investmentsteuergesetz (InvStG) liegt das sogenannte Transparenzprinzip zugrunde, das heißt deutsche Investmentfonds sind selbst umfassend steuerbefreit. Die Besteuerung findet auf Anlegerebene statt, wobei Erträge aus der Kapitalanlage jährlich auch dann zu versteuern sind, wenn diese nicht ausgeschüttet werden (sogenannte ausschüttungsgleiche Erträge).

Die neue Reform sieht vor, dass Inhaber von Publikumsfonds zukünftig jährlich die Ausschüttung, oder, wenn eine solche nicht erfolgt, eine sogenannte Vorabpauschale versteuern sollen. Die Vorabpauschale ersetzt dabei die bisherigen ausschüttungsgleichen Erträge, d.h. die tatsächlich durch den Fonds im Geschäftsjahr erzielten Erträge. 

Die Vorabpauschale ermittelt sich durch Multiplikation von 70 Prozent des Basiszinssatzes der Bundesbank mit dem Fondsanteilswert. Die Höhe der Vorabpauschale ist auf den Wertzuwachs des Fonds im Kalenderjahr begrenzt.

Dem gegenüber werden Spezialfonds weiterhin „transparent“ besteuert.

Steuerpflichtig sind weiterhin die tatsächlich durch den Fonds erzielten Erträge nach Abzug der Fondskosten. Privatanleger ist wird jedoch ein Wechsel in dieses Besteuerungsregime zukünftig verwehrt. Sie dürfen keine Spezialfondsanteile mehr über zwischengeschaltete Gesellschaften erwerben. Zwar sind für bestehende Investments von Privatanleger in Spezialfonds Übergangsfristen vorgesehen, für diese Privatanleger kommt dann aber ab 2018 nicht mehr der günstige Abgeltungsteuertarif zur Anwendung.

Sehr nachteilig ist, dass Privatanleger, die ihre Fondsanteile bis Ende 2008 erworben hatten, die Steuerfreiheit für diese so genannten Altanteile Ende 2017 grundsätzlich verlieren. Danach erzielte Veräußerungsgewinne aus diesen Anteilen sind nur noch bis zu einem Gesamtbetrag von 100.000 Euro steuerfrei und unterliegen sonst der Abgeltungsteuer.

Private und institutionelle Investoren sollten ihre Investitionsstrukturen aufgrund der Änderungen frühzeitig überprüfen und gegebenenfalls ändern. Dies kann auch zum Anlass genommen werden, Anpassungen des aufsichtsrechtlichen Status oder des Fondsdomizils zu überdenken.

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