Vegan-Pionier: Jetzt geht’s um die Wurst

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Veganz-Gründer Jan Bredack will in die USA und an die Börse.

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Bei einem Vegan-Pionier geht es um die Wurst

Gesellschaftlich anerkannt

Lange galten Veganer als verschrobene Körneresser und verträumte Weltverbesserer. Doch der tierlose Lebensstil hat es vom Rand in die Mitte der Gesellschaft geschafft.

Der erste Veganz-Markt in der Schievelbeiner Straße (Berlin-Prenzlauer Berg) sorgte noch für echte Jubelstürme unter den Veganern – mehr als fünf Jahre ist das jetzt her. Jan Bredack, Gründer von Veganz, sagte 2014 im KPMG-Interview, dass 80 Prozent der Kunden weder vegan noch vegetarisch sind. Die Kundschaft könne unterschiedlicher nicht sein, so Bredack weiter. „Ein großer Teil sind Allergiker oder Menschen mit einer Lebensmittelunverträglichkeit. Außerdem kommen viele ältere Menschen zu uns, die gesundheitliche Probleme haben, etwa auf Cholesterin oder Fett achten müssen.“

„Durch unsere Wissensgesellschaft verändert sich auch unsere Lebensart. Der Gründer-Boom ist da nur die logische Folge. Viele Unternehmer haben Ideen, die unser Leben verbessern“, erklärt Tim Dümichen, der bei KPMG in Deutschland viele Start-ups und Gründer kennt.

Bullenstimmung beim Tierfreund

Der „Wirtschaftswoche“ sagte Bredack, dass er über eine Expansion in die USA und einen Börsengang nachdenkt, auch wenn die zehn Läden, die er betreibt, Verluste machen. Das Geld verdient der Veganz-Gründer durch Kooperationen mit anderen Supermärkten wie etwa Kaisers Tengelmann oder dem Drogerie-Riesen „DM“. Dennoch geht es laut Bredack nicht ohne die eigenen Läden, denn sie würden darüber Auskunft geben, was die Kunden besonders nachfragen.

„Die Internationalisierung von Unternehmen ist ein wichtiger Schritt hinsichtlich des Wachstums. Auch kann ein Börsengang interessant sein, um für neue Investoren attraktiv zu sein“, so Dümichen weiter.

Vegan wird schick

Tatsächlich lässt sich ein Trend zu fleischfreiem Leben erkennen. Eine Umfrage der European Vegetarian and Animal News Alliance (EVANA) ergab, dass in Deutschland bereits neun Prozent der Gesamtbevölkerung vegan oder vegetarisch leben – Spitzenreiter ist übrigens Indien, im Hinduismus ist der Vegetarismus ein wesentlicher Bestandteil.

Die Rügenwalder Mühle, eigentlich bekannt für Wurst und Schinken, hat ebenfalls bereits auf die veränderte Kundennachfrage reagiert und bietet vegane und vegetarische Produkte an.

Eine Umfrage des Unternehmens ergab, dass bereits 22 Prozent der Deutschen darüber nachgedacht haben, vegetarisch oder gar vegan zu leben. Auch die Konkurrenz von Könecke mischt  im Geschäft um Tofu-Würstchen und Soja-Schnitzel mit. Die Bremer haben ebenfalls vegane Waren im Sortiment.

Millionenmarkt mit Tendenz nach oben

Wie das Marktforschungsunternehmen Nielsen erhoben hat, haben deutsche Einzelhändler im Geschäftsraum 2014/2015 mehr als 413 Millionen Euro mit veganen und vegetarischen Lebensmitteln umgesetzt – 2012/2013 waren es lediglich 256 Millionen Euro.

Dem veganen Lebensstil ist auch zuträglich, dass immer mehr Prominente auf tierische Produkte verzichten. Der „Spiegel“ berichtete über US-Basketball Star Dirk Nowitzki und Tennis-Größe Venus Williams, die auf Fleisch verzichten.

Doch nicht nur Sportler erhoffen sich von der Ernährung einen Leistungsschub, auch Bill Clinton, Musiker Usher und Schauspielerin Natalie Portman schwören laut „Huffington Post“ auf Tofu und Co.

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