Analyse: IPO Snapshot – 4. Quartal 2015

IPO Snapshot – 4. Quartal 2015

Nach den Marktturbulenzen im Sommer und dem anschließenden VW-Skandal waren sehr viele Marktbeobachter skeptisch, ob sich die IPO-Landschaft in Deutschland zum Ende des Jahres 2015 verbessern könnte.

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Während in den vorhergehenden Quartalen durchschnittlich zwei bis drei neue Börsengänge zu verzeichnen waren, wagten im Quartal insgesamt sechs Emittenten im Prime Standard den Sprung auf das Börsenparkett. 

Allen voran: die lang angekündigten Erstnotizen des Bayer Material Science Carve-Outs Covestro sowie der Schaeffler Gruppe, die nach mehrfacher Verschiebung und Anpassung der Preisspanne Anfang Oktober an der Frankfurter Börse notierten.  Auch Hapag Lloyd ging Anfang November nach mehrjähriger Ankündigung an die Börse.  Im europäischen Vergleich lag Deutschland dennoch lediglich im Mittelfeld, denn auch in Frankreich und Italien kam es zu einer neuen Dynamik im IPO-Geschäft, obwohl dort generell niedrigere Emissionsvolumen zu verzeichnen waren.

In den USA verringerte sich im vierten Quartal die Anzahl der Börsengänge - verglichen mit dem rasanten Tempo in den vorhergehenden Perioden: Im dritten Quartal 2015 waren es 46 IPOs, im zweiten 78 IPOs und im ersten Quartal 37 Börsengänge.  Damit richtete sich die Aufmerksamkeit nun mehr auf den Finanzplatz London, der in absoluten Zahlen zwar nur 18 neue Börsengänge verzeichnete, dafür jedoch in Bezug auf das Emissionsvolumen jene amerikanischen IPOs im Abschlussquartal bei weitem übertraf.  Diese erfreuliche Statistik folgte allerdings einem schwächeren dritten Quartal an der Londoner Börse: In diesem gab es lediglich zehn IPOs mit einem Emissionsvolumen von insgesamt 962 Millionen Euro.

Am Börsenplatz Frankfurt

Der frühe Börsengang von Covestro und Schaeffler gleich zu Beginn des vierten Quartals hat sich insofern ausgezahlt, dass beide Unternehmen an der kurzzeitigen Erholung der Frankfurter Börse im Oktober partizipieren - und damit vielfach die ursprünglich angepeilte Preisspanne erreichen konnten.  Damit lag zum 31. Dezember die Aktienpreisperformance beider Unternehmen deutlich über dem Ausgabepreis. Lediglich Hapag Lloyd erzielte ebenfalls eine leicht positive Performance zum Ende des Kalenderjahres 2015.  Demgegenüber hatte Chorus Clean Energy Anfang Oktober erstmals an der Frankfurter Börse notiert, doch verlor die Aktie zum Ende des vierten Quartals im Sog des massiven Wertverfalls der großen deutschen Energieerzeuger (e.on, RWE, EnBW) um sieben Prozent.  Schlimmer kam es noch für den Damenmodehersteller Steilmann, der ganze zehn Prozent in den zwei Monaten seit der Erstnotiz einbüßte und damit anderen deutschen Modeherstellern (Hugo Boss, Gerry Weber) folgte, die zuvor mit Gewinnwarnungen Schlagzeilen machten.

Positive Bilanz für 2016

Die Deutsche Börse zog Anfang Januar 2016 eine positive Bilanz zum Börsenjahr 2015 und kann nunmehr im MDAX mit zwei neuen Namen (Covestro, Deutsche Pfandbriefbank) sowie im SDAX mit insgesamt sechs neuen Namen (Ado Properties, Ferratum Oyj, Schaeffler, Scout2, Sixt Leasing und Tele Columbus) aufwarten.  Doch bleibt nach dem gedämpften Börsenstart Anfang 2016 im Zuge negativer Wirtschaftszahlen in China sowie geopolitischer Spannungen im Nahen und Mittleren Osten abzuwarten, ob Unternehmen den Sprung aufs Börsenparkett unter den gegenwärtigen Bedingungen hoher Marktvolatilität wirklich wagen wollen.  Generell fängt das IPO-Geschäft im ersten Quartal etwas langsam an, da die Unternehmen mehr auf den Konzernabschluss fokussiert sind. Es gibt dennoch erste Ankündigungen zum Börsengang in diesem Quartal – beispielsweise jene des hessischen Biotech-Unternehmen Brain AG, das Börsenpläne für Anfang Februar angekündigt hat.

 

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