Was in Sachen REMIT als nächstes zu tun ist.

Was in Sachen REMIT als nächstes zu tun ist.

Ob auch Industrie- und Handelsunternehmen meldepflichtige Marktteilnehmer sind, sollte in einer Betroffenheitsanalyse festgestellt werden.

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Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 49, November 2015

Die am 7. Januar 2015 in Kraft getretene Durchführungs-verordnung zu REMIT (EG 1348/2014) definiert die Meldeverpflichtungen zu Transaktionen beim Strom- und Gashandel. Während die Meldungen für sogenannten OMPs (organised market places) bereits am 7. Oktober 2015 gestartet sind, heißt dies nicht, dass Marktteilnehmer mit weiteren Aktivitäten bis zur Meldung von bilateralen Geschäften, die ab dem 7. April 2016 beginnt, warten können.

Inwieweit neben den naturgemäß meldepflichtigen Energieversorgungsunternehmen auch Industrie- und Handelsunternehmen meldepflichtige Marktteilnehmer sind, sollte in einer individuellen Betroffenheitsanalyse festgestellt werden, denn eine Vielzahl von Unternehmen wird den Regelungen der REMIT unterliegen.

Die Durchführungsverordnung sieht vor, dass Geschäfte, die ab dem 7. Oktober 2015 auf OMPs getätigt werden, auch von OMPs gemeldet werden sollen. Eine Liste aller OMPs wird von ACER auf ihrer Website zur Verfügung gestellt. Marktteilnehmer sollten für die Meldung von OMP-Geschäften ein sogenanntes „Reporting Agreement“ mit dem jeweiligen OMP abschließen. Allerdings sind beim Handel auf OMPs auch sogenannte Backloading-Verträge zu beachten. Dies sind Verträge, die vor dem 7. Oktober 2015 auf einem OMP abgeschlossen wurden, aber (teilweise) nach dem 7. Oktober 2015 erfüllt werden.

Zu beachten ist hier, dass die Meldungen dieser Verträge in der Regel nicht von OMPs übernommen werden, sodass der Marktteilnehmer selbst bei der Meldung  dieser Verträge aktiv werden muss. ACER sieht vor, dass alle Backloading-Verträge auf OMPs bis zum 5. Januar 2016 (7. Oktober 2015 plus 90 Tage) gemeldet worden sein sollen. An die zu meldenden Daten gelten nicht die gleichen Anforderungen wie für übliche Meldungen, sondern eine „Minimalanforderung“: in der Regel sind zu Transaktionen nur Daten zu melden, die dem Marktteilnehmer bereits vorliegen.

Um zu entscheiden, ob eine Meldung zu erfolgen hat oder nicht, ist bei den bilateralen Verträgen eine Unterscheidung zwischen Standard und Nicht-Standardverträgen vorzunehmen. Dafür müssen im Vorfeld meldepflichtige Verträge identifiziert und klassifiziert (Standard-/Nicht-Standardvertrag, Rahmenvertrag, Ausführung eines Rahmenvertrags, Endkundenvertrag, Gruppengeschäft, Option, Swap, etc.) werden. Der wesentliche Aufwand bei der Umsetzung der Durchführungsverordnung besteht in der Anreicherung der zu meldenden Daten.

Bereits vorhandene Daten müssen identifiziert werden und nicht vorhandene Daten müssen angelegt werden. Gerade diese melderelevanten Daten liegen in Industrie- und Handelsunternehmen nicht oder nicht vollständig in elektronischer Form vor. Die Bereitstellung melderelevanter Daten und Klassifizierung der Vertragsarten muss allerdings bis zum 7. April 2016 abgeschlossen sein, denn dann beginnt die Meldeverpflichtung für bilaterale Geschäfte.

Bilaterale Meldungen können auch an einen anderen Marktteilnehmer oder an einen dritten Dienstleister delegiert werden. Das Entgelt des Dienstleisters orientiert sich im Wesentlichen an der Anzahl der abzugebenden Meldungen und am Implementierungsaufwand der Meldesoftware, der wiederum von der Datenlage beim Marktteilnehmer abhängt.

Eine Backloading-Regelung gibt es auch für bilaterale Verträge. Verträge, die vor dem 7. April 2016 abgeschlossen wurden, aber nach dem 7. April 2016 (teilweise) erfüllt werden, müssen bis zum 6. Juli 2016 (7. April 2016 plus 90 Tage) gemeldet worden sein. An die Daten gilt hier die gleiche Minimalanforderung.

Um auf die Anforderungen von REMIT vorbereitet zu sein und eine effiziente, rechtzeitige, vollständige und korrekte Meldung sicherzustellen, sollten die Projekte jetzt bereits in einem fortgeschrittenen Stadium sein. Falls dies nicht der Fall ist, sollte umgehend mit der Umsetzung begonnen werden. 

Autor: Bardia Nadjmabadi, Senior Manager, bnadjmabadi@kpmg.com

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