Viele Krankenhäuser sind schlecht auf Krisen vorbereitet

Krankenhäuser sind schlecht auf Krisen vorbereitet

Ein funktionierendes Risiko- und Krisenmanagement ist gerade für die Einrichtungen des Gesundheitswesens wichtig. Anspruch und Wirklichkeit klaffen jedoch häufig auseinander.

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Der Wettbewerb zwischen den Kliniken wird härter. Die Anforderungen an Transparenz und Qualität der Leistungen steigen kontinuierlich. Dies und der daraus resultierende wirtschaftliche Druck erhöhen das Risikopotenzial der Kliniken. Ein funktionierendes Risiko- und Krisenmanagement wird daher immer wichtiger. Die Potenziale guter Unternehmensführung werden in der Gesundheitswirtschaft jedoch noch nicht ausreichend genutzt.

In seinem Vortrag auf der traditionellen Fachtagung des Deutschen Instituts für Interne Revision e.V., kurz: DIIR, in Dresden Anfang Oktober machte KPMG-Gesundheitsexperte Prof. Dr. Volker Penter deutlich: „Die Bedeutung guter Unternehmensführung wird in der Gesundheitswirtschaft erkannt. Dennoch besteht in der Mehrzahl der Unternehmen derzeit eine Umsetzungslücke.

“Schon der Titel seines Vortrags „Governance in der Gesundheitswirtschaft –  Eine kritische Bestandsaufnahme aus Sicht der Internen Revision“ wies auf das Dilemma hin.  So werden Governance-Instrumente wie Risikomanagementsystem (rMS), Compliance-Managementsystem (CMS), Interne Revision und Internes Kontrollsystem (IKS) im Gesundheitswesen immer noch recht stiefmütterlich genutzt. Penter bezieht sich dabei auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie von KPMG.

Um die Qualität der Unternehmensführung genau analysieren zu können, hat KPMG den Governance-Score entwickelt. Diese standardisierte Bewertungsmethodik macht es möglich, auch Unternehmen der Gesundheitswirtschaft miteinander zu vergleichen. 

Das Ergebnis der Studie: Keines der an der Untersuchung teilnehmenden Unternehmen und Kliniken erreicht diesen Standard. Obwohl über 90 Prozent der Teilnehmer ein stärkeres Bewusstsein für sichere Prozesse beim Umgang mit Risiken und Krisen in der Gesundheitswirtschaft fordern, verfügen nur etwas mehr als 20 Prozent über ein institutionalisiertes kaufmännisches Risikomanagement. Und noch etwas ist auffällig: Von den Unternehmen, über die bereits negativ in der Presse berichtet wurde, besitzen über 80 Prozent keinen Prozess zur Erfassung relevanter Compliance-Risiken.

Hauptursache für die vorhandenen Umsetzungsdefizite ist, dass Unternehmen der Gesundheitswirtschaft die Einführung eines Risiko- und Krisenmanagement vornehmlich als Kostenfaktor sehen.

Das ist aber zu kurz gedacht: Ein professionelles Risiko- und Krisenmanagement sorgt dafür, dass die unternehmerischen Abläufe und Aktivitäten an Transparenz und Effizienz gewinnen. „Durch gute Unternehmensführung können nicht nur finanzielle Risiken und Reputationsschäden abgewendet sondern auch Chancen erkannt und realisiert werden“, bilanziert der Gesundheitsexperte. „Letztlich übersteigt der Nutzen die Kosten bei weitem.“

 

Redaktion: Rieke Przemuhs

Gesundheitswirtschaft

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