IFRS und HGB für die Immobilienwirtschaft

IFRS und HGB für die Immobilienwirtschaft

Welche Themen stehen aktuell im Fokus der Immobilienbranche? Charlotte Salzmann, Partnerin im Bereich Audit und im Sektor Real Estate in der Region West von KPMG, skizziert im Interview derzeitige Entwicklungen am Immobilienmarkt und stellt die wichtigsten Ergebnisse der neuen KPMG-Branchenbroschüre „IFRS und HGB in der Praxis – Bilanzierungs- und Bewertungsfragen für die Immobilienwirtschaft“ vor.

Ansprechpartner

Partner, Audit

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kontakt

Verwandte Inhalte

Dunkelblaue Bürofenster

Die Zinsen sinken derzeit von einem historischen Tief zum nächsten. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren seit Monaten deutlich unter einem Prozent. Was bedeutet dies für den Immobilienmarkt?

Die Attraktivität von Immobilien als Investitionsobjekt hat dadurch enorm zugenommen. Das betrifft nicht nur den privaten Häuslebauer. Auch in- und ausländische Investoren zeigen großes Interesse am deutschen Immobilienmarkt und bringen ihm Vertrauen entgegen. Die Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital ist für Immobiliengesellschaften daher einfacher als in der Vergangenheit – und das zu niedrigen Eigenkapitalbeschaffungs- oder Finanzierungskosten. Dies wiederum hat zur Folge, dass auch die Immobiliengesellschaften die attraktiven finanziellen Möglichkeiten nutzen und ihrerseits immobilienhaltende Unternehmen erwerben. Der Konsolidierungsprozess vollzieht sich derzeit in einem sehr hohen Tempo. In der nahen Zukunft werden wir sicher noch mehr solcher Transaktionen beobachten.

Für das laufende Jahr werden Immobilientransaktionen in Gesamtwert von über 50  Milliarden Euro erwartet. Welche besonderen bilanziellen Herausforderungen ergeben sich für die erwerbenden Unternehmen? 

Das erwerbende Unternehmen muss das erworbene Unternehmen bewerten. Dabei muss unterschieden werden, ob tatsächlich ein Unternehmen („Business“) im Sinne der internationalen Bilanzierungsstandards oder lediglich die Immobilien ohne dazugehörige Prozesse, wie z.B. die Bewirtschaftung erworben wurden. Bei dem Erwerb eines Business kann ein sogenannter Goodwill entstehen – dieser ist zu begründen (etwa durch Synergiepotenziale oder Skaleneffekte) und zukünftig kontinuierlich hinsichtlich seiner Werthaltigkeit zu überprüfen. Beides ist komplex und bedarf seitens des Käufers intensiver Diskussionen und umfangreicher Dokumentation.

Eine Frage zum Thema Dienstleistungen: Das IASB hat den Erstanwendungszeitpunkt für die Neuregelung der Umsatzrealisierung auf den 1. Januar 2018 verschoben. Welche Auswirkungen hat der neue Standard „IFRS 15 – Umsatzerlöse aus Kundenverträgen“ auf die Immobilienbranche?

Hiervon ist insbesondere die Baubranche betroffen. Mit Ausweis- und Ergebnisänderungen müssen vor allem solche Unternehmen rechnen, die mehrere Güter und Dienstleistungen zu einem Leistungsangebot an Kunden bündeln, kundenspezifische Aufträge erfüllen oder variable Preisbestandteile vereinbaren. Auch die Bilanzierung für Vertragsanpassungen kann zu deutlichen Änderungen führen. Die neuen Regelungen dürften sich zudem auf die Höhe und den Zeitpunkt des Umsatzes auswirken. Darüber hinaus wurden die Anhangangaben stark erweitert. Allein aus diesem Grund sind alle nach IFRS bilanzierenden Unternehmen von den Neuregelungen betroffen.

Auch die aktuelle KPMG-Branchenbroschüre „IFRS und HGB in der Praxis – Bilanzierungs- und Bewertungsfragen für die Immobilienwirtschaft“ greift das wichtige Thema Umsatzrealisierung nach IFRS 15 auf. Welche interessanten Neuerungen ergeben sich außerdem gegenüber der 1. Auflage?

Mit der 2. Auflage der Branchenbroschüre bleiben wir dem bewährten Konzept treu, den Bilanzierenden anhand praxisrelevanter Informationen bei wichtigen Themen rund um die Bilanzierung und Bewertung nach IFRS und HGB in der Immobilienbranche zu unterstützen. Der Aufbau der Broschüre orientiert sich dabei am Lebenszyklus einer Immobilie und reicht von deren Entwicklung über den Bau bis hin zur fertigen Immobilie eines Bestandshalters und den dazugehörigen Dienstleistungen. Auch die spezifischen Fragestellungen der Investoren werden berücksichtigt. Zudem wird ausführlich auf die Neuregelungen zur Umsatzrealisierung eingegangen. Ebenfalls detailliert behandelt werden aktuelle Fragestellungen energierechtlicher Aspekte im Jahresabschluss von Immobilienunternehmen. Darüber hinaus informiert die Neuauflage in einem umfangreichen Abschnitt über die Rechnungslegung von Immobilien aus der Anlegerperspektive einschließlich Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) sowie über den derzeitigen Stand der Entwicklungen beim Leasing von Immobilien.

Sie können die KPMG-Broschüre „IFRS und HGB in der Praxis – Bilanzierungs- und Bewertungsfragen für die Immobilienwirtschaft“ kostenfrei hier herunterladen.

Real Estate

Bei der erfolgreichen Umsetzung von Bau- und Immobilienprojekten ist professionelle Unterstützung unerlässlich.

 
Lesen Sie mehr

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden

KPMG's neue digitale Plattform

KPMG's neue digitale Plattform