Treasury Benchmarking

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‚Warum sind herkömmliche Benchmarking-Herangehensweisen nicht mehr zielführend‘? Der aktuelle IT-Standard als eine der wichtigsten Benchmarks.

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Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 47, September 2015

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Der aktuelle IT-Standard als eine der wichtigsten Benchmarks

Sowohl die Performance des Treasury als auch die Qualität der Compliance wird heutzutage fast vollständig durch IT-gestützte (Standard-) Prozesse sowie die aus der IT resultierenden Möglichkeiten zur Risikosteuerung beeinflusst. Dies gilt unabhängig von grundsätzlichen strategischen Entscheidungen zur Aufbauorganisation oder zu dem Risikomanagement.

Treasury-IT, das ist heute nicht mehr das nicht eingelöste Versprechen vergangener Jahre. Nein, auch in der Treasury-IT gilt mittlerweile, was in anderen Wirtschafts- und Unternehmensbereichen zutrifft: Besser und günstiger, hochautomatisiert. Treasury-IT-Lösungen sind in den Bereichen Cash und Liquiditäts- sowie Transaktionsmanagement seit Jahren etabliert. Dennoch finden kontinuierliche Weiterentwicklungen im Straight-Through-Processing sowie Accounting und Regulierung statt. Das letzte große Entwicklungsfeld war der Zahlungsverkehr bzw. ist aktuell das Rohstoffmanagement. Mittlerweile gibt es hinreichend viele Beispiele hocheffizienter IT-Prozesse in unterschiedlichen Unternehmen. Es ist somit ein Entwicklungsstand erreicht, der es ermöglicht, entsprechende Prozesse im Standard umzusetzen.

Die technische Entwicklung im Treasury-IT-Bereich schreitet mit einer enormen Geschwindigkeit voran. Diese ist so hoch, dass das Treasury nicht kontinuierlich Schritt halten kann, sondern sich den technischen Entwicklungen stufenweise anpasst. Daraus lässt sich ableiten, dass es immer weniger echte Vergleichsunternehmen gibt, die sämtliche technische Neuerungen bereits umgesetzt haben. Herkömmliche Benchmarking-Datenbanken laufen somit ins Leere und werden nahezu wertlos, da die gesammelten Daten der Vergleichsunternehmen nicht dem Stand der Technik entsprechen.

Nur weil zum Beispiel niemand aus der relevanten Peer Group eine Payment Factory implementiert hat, bedeutet das nicht, dass diese aus Compliance und Zentralisierungsgründen heutzutage nicht als Standard anzusehen ist. Peer Groups sind somit nicht mehr statisch, sondern dynamisch – je nach betrachtetem Themengebiet.

Die Bezugsgrößen- und Beurteilungsmatrix ersetzt statische Benchmarking-Datenbanken

Was ist heute der Maßstab für ein Best-in-Class-Treasury? Was ist Leading Practice? Wo muss man hinschauen, wenn die Bezugsgröße festgelegt werden soll? Wie kann eine Quantifizierung vorgenommen werden? Wann ist eine Quantifizierung überhaupt sinnvoll? Die Antworten auf diese Fragen liegen in einer differenzierten Betrachtung in Form einer Bezugsgrößen- und Beurteilungsmatrix.

Diese stellt die bestimmende Benchmark je nach Themenfeld auf der horizontalen Achse dar (So ist zum Beispiel für das Themenfeld Personal weiterhin sinnvoll, Vergleichsunternehmen als bestimmende Benchmark einzusetzen). Eine Einschätzung der Quantifizierbarkeit erfolgt auf der vertikalen Achse (zum Beispiel geringe Quantifizierbarkeit der Beurteilung des Themenfeldes Aufbauorganisation).

Die Gruppe der Vergleichsunternehmen oder einzelner Vergleichsunternehmen ist dabei weiterhin relevant und unabdingbar ist auch die Einhaltung gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen.

Mehr und mehr bestimmend wirkt jedoch – wie oben ausgeführt ­ der aktuelle IT-Standard, das heißt IT-Lösungen sowie hierdurch definierte effiziente Prozesse und komplexe Risikosteuerungsmechanismen wie zum Beispiel dynamisches FX-Management mittels CfaR oder automatisches Reporting.

Innerhalb der Bezugsgrößen- und Beurteilungsmatrix wird der aktuelle IT-Standard als bestimmende Benchmark für die Ablauforganisation, das interne Kontrollsystem sowie in Teilen die Risikostrategie dargestellt.

In ein solches flexibles Benchmarking-Modell fließt somit nicht mehr nur die Frage „Was machen die anderen?“ ein, sondern es berücksichtigt auch die Anforderungen an ein „state-of-the-art“ Treasury im Hinblick auf IT-Trends mit einem stärkeren Fokus.

Benchmarking der traditionellen Art gehört damit der Vergangenheit an. Benchmarking als Grundlage für eine kontinuierliche Verbesserung des Treasury ist jedoch wichtiger denn je ­– allerdings heute mit flexiblen Benchmarks, abgeleitet aus kontinuierlicher Marktbeobachtung und technischer Expertise.

Mehr zu diesem Thema können Sie im Webinar „Maßgeschneiderte Benchmarking-Methodik zur Optimierung der Treasury-Performance“ am 24. September 2015 um 16:00 Uhr erfahren.

Autor: Harald Fritsche, Senior Manager, hfritsche@kpmg.com 

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