Unternehmenswandel ist keine Altersfrage

Unternehmenswandel ist keine Altersfrage

Deutsche Konzerne werden sich in den kommenden 36 Monaten stark wandeln. Davon sind 70 Prozent der hiesigen Firmenlenker überzeugt. Schnellschüsse und Verjüngungskuren der Belegschaft wird es nicht geben. Denn laut Bereichsvorstand Angelika Huber-Straßer sind die künftigen Entwicklungen keine Frage des Alters.

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Wer soll’s richten? Die Industrie 4.0 samt Digitalisierung erfordert von Unternehmen ganz neue Herangehensweisen, Problemlösungsansätze und schnellere Entscheidungen. Besonders Mitarbeitern, die seit vielen Jahren im Beruf stecken, Karriere gemacht haben und nun Führungskräfte sind, wird oft nachgesagt, dass sie mit der immer höheren Schlagzahl, mit der ihre Branche Probleme erkennen und lösen muss, nicht mehr zurecht kommen. Doch die Digitalisierung ist mitnichten eine Altersfrage: „Insgesamt sollte das Top-Management deutscher Unternehmen sein Kompetenzprofil erweitern und Digital-Kompetenz zur obersten Priorität erklären. Denn gerade weil die Digitalisierung Geschäftsmodelle nachhaltig verändert, benötigen diejenigen im Unternehmen Digital-Kompetenz, die über das Geschäftsmodell entscheiden und die Organisation führen, aber dass die Digitalisierung von der Unternehmensspitze getrieben werden sollte, bedeutet nicht, dass jeder Manager nun ein Digital Native sein muss“, erklärt Angelika Huber-Straßer, Bereichsvorstand bei KPMG. 

Digitalkompetenz vorleben

„Je virtueller, im Sinne von digital, mein Produkt, desto eher sollte ein Vorstandsressort das Thema Digitalisierung vertreten“, aber Huber-Straßer denkt nicht, dass Unternehmen nun in Panik verfallen und gleich einen Chief Digital Officer einstellen müssen, um mit den neuen Entwicklungen Schritt halten zu können. „Die Führungsebene muss lediglich die Relevanz der Digitalisierung erkennen und sie in ihrer Organisation verankern – das könne auch ein unterstützender Beirat sein“. Huber-Straßer spricht sich dafür aus, dass in einem derartigen Gremium Vertreter aus mehreren Branchen und unterschiedlichen Alters den Vorstand und Aufsichtsrat zu digitalen Themen beraten, bestehende Geschäftsmodelle in Frage stellen und Impulse setzen. „Wie Unternehmen der Digitalisierung am besten begegnen können, müssen sie im jeweiligen Umfeld individuell definieren. Dass sie es tun müssen, steht jedoch außer Frage und somit ist es nur hilfreich, wenn die CEOs dieser Welt frühzeitig damit beginnen, Digital-Kompetenz vorzuleben“, ist sich Huber-Straßer sicher. 

Big Data wird in vielen Branchen noch zu wenig genutzt

Ein heiß diskutiertes Thema ist die Nutzung von Big Data. Die Medienbranche nutzt Daten bereits, um auf die Bedürfnisse ihrer Kunden einzugehen. Neue Marktteilnehmer wie Netflix laufen angestammten Fernseh- und Rundfunkanstalten den Rang ab, indem sie die Gewohnheiten der Zuschauer auswerten und das Angebot anpassen. „In der Industrie hingegen ist das Thema nur teilweise angekommen. Konsumgüterhersteller können jedoch schon heute mithilfe von Big-Data-Auswertungen ihre Produkte verbessern, indem sie das Kundenverhalten und Kundenwünsche systematisch analysieren“, beobachtet Huber-Straßer. Auch Unternehmen, die mit Gesundheits- und Medizinangeboten Geld verdienen, werden bald nicht mehr auf Datenanalyse verzichten können. „Sei es in Form von programmierbaren, implantierten Mikro-Chips, die je nach Bedarf Medikamente ausschütten, oder Datenbanken, deren künstliche Intelligenz den Arzt wie wir ihn bisher kennen, ersetzen und auf Basis ihres allumfassenden Datenbestands womöglich sogar verbesserte Diagnosen geben können.“

Staat, wir brauchen Breitband

Auch die vielen Start-ups, die wie aus dem Nichts aus dem Boden schießen, werden mittelbar noch mehr Dynamik in den für nötig befundenen Wandel in den Vorstandsetagen sorgen. Bereits heute investieren Konzerne in junge Unternehmen: „Die Investitionen großer Konzerne in die Start-up-Szene helfen, dass sich Deutschland auf das konzentriert, was es am besten kann: technologiegetriebene Entwicklungen“, erklärt Huber-Straßer. Doch damit sich Start-ups auch unter optimalen Bedingungen entwickeln können, brauchen sie bessere Strukturen.

Huber-Straßer dazu: „Wichtig für den Standort Deutschland ist die Infrastruktur. Hier ist der Staat gefragt, indem er zum Beispiel den Breitbandausbau vorantreibt. Er muss von regulatorischer Seite ein Ökosystem schaffen. Dazu zählt auch, den bürokratischen Aufwand zu verringern. Es ist die Aufgabe der Politik, ein System zu schaffen, in dem sich Unternehmen schnell und unkompliziert entwickeln können. Wichtig sind die Faktoren Schnelligkeit sowie Wachstum und Skalierbarkeit des Marktes. Das ist der Erfolgsfaktor der USA. Die Größe des europäischen Marktes ist aufgrund seiner verschiedenen Rechtssysteme und Sprachen schneller begrenzt.“

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