Meerwasserentsalzung: Wenn der Rasen nicht mehr grün wird

Wenn der Rasen nicht mehr grün wird

Wasserknappheit ist ein globales Problem. Bei der diesjährigen World Water Week in Stockholm diskutieren internationale Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft verschiedene Dimensionen der Ressource Wasser. In Kalifornien hat die Firma Xtreme Green Grass gehandelt und ein besonderes Geschäftsmodell entwickelt. Doch gefragt sind langfristige Lösungen – wie die Meerwasserentsalzung.

Ansprechpartner

Director, Audit

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kontakt

Verwandte Inhalte

Dürre

Die kalifornische Firma Xtreme Green Grass bietet ihren Kunden eine ungewöhnliche Malerdienstleistung an. Für etwas mehr als drei US-Dollar pro Quadratmeter besprühen sie ausgetrocknete Rasenflächen mit grüner Farbe. Sattes Grün ohne Gießen: Die Farbe soll drei bis sechs Monate halten und laut Firmeninformation für Kinder, Hunde und Umwelt unbedenklich sein – selbst wenn es einmal regnen sollte, verwasche die Farbe nicht. Doch geregnet hat es in vielen Teilen im Südwesten der USA seit vielen Jahren nicht mehr, die Grundwasserpegel sind stark gesunken. Extreme Dürre und Wasserknappheit sind globale Probleme. Sie machen auch vor Wirtschaftsstandorten nicht Halt.

Luxusgut sauberes Trinkwasser

Bei der World Water Week in Stockholm beleuchten internationale Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Dimensionen der Ressource Wasser und diskutieren Handlungsansätze. Denn fest steht: Süßwasser ist ein begrenztes Gut, die Weltbevölkerung wächst und der Bedarf steigt stetig. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO haben 748 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 1,8 Milliarden Menschen trinken verunreinigtes Wasser, vor allem in Afrika, Südasien und Lateinamerika. Extreme Dürre und Wasserknappheit sind globale Probleme und machen auch vor Wirtschaftsstandorten nicht Halt.

Süßwasser aus dem Ozean

Meerwasserentsalzungsanlagen sind ein Weg, dem Bedarf an Trinkwasser nachzukommen. In Carlsbad, einer Küstenstadt nördlich der kalifornischen Metropole San Diego entsteht bis Ende 2015 die größte Meerwasserentsalzungsanlage der westlichen Welt. Sie wird täglich mehr als 380 Millionen Liter Salzwasser aus dem Pazifik in rund 200 Millionen Liter Trinkwasser verwandeln. Die Anlage kann 300.000 Menschen täglich versorgen – das sind zehn Prozent der Einwohner von San Diego County.

Nachhaltige Meerwasserentsalzung

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen schon länger auf Trinkwasser aus dem Meer. Die Technologie hat jedoch einen entscheidenden Nachteil. „Entsalzungsanlagen sind eine sehr energieintensive Technologie. Der benötigte Strom wird gerade in den Emiraten aus Öl gewonnen – das kann nur eine temporäre Lösung sein“, sagt Joachim Ganse, Experte für nachhaltiges Wirtschaften bei KPMG. Wirklich nachhaltig sei die Meerwasserentsalzung daher noch nicht. „Eine gute Lösung wäre es, Kreisläufe zu schließen und die Anlagen über erneuerbare Energien zu steuern“, so Ganse. Dann könnte auch der kalifornische Rasen wieder bewässert werden. Aber besser sparsam und nicht mit dem Rasensprenger: Die Tröpfchenbewässerung sollte da Mittel der Wahl sein. Bei dieser Bewässerungstechnik sind an Schläuchen in regelmäßigen Abständen Auslässe angebracht. Über sie werden exakte und geringe Mengen an Wasser abgegeben. „Sie ist gerade für große Flächen, vor allem in der Landwirtschaft, viel effektiver“, sagt der Experte.

 

Redaktion: Floria Moghimi

Sustainability-Beratung

Nachhaltigkeit ist zu einem wesentlichen Element des dauerhaften Unternehmenserfolgs geworden.

 
Lesen Sie mehr

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden

KPMG's neue digitale Plattform

KPMG's neue digitale Plattform